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  Ein Unfall ohne Folgen - oder doch nicht?
 
Ein Unfall ohne Folgen - oder doch nicht? by lifedream


Prolog:
Beth Turner ist eine junge erfolgreiche Ärztin an einem Krankenhaus. Mick St. John hat einen gut florierenden Autohandel, spezialisiert auf schnelle und teure Autos, seine Kunden sind unter anderem gut betuchte Vampire. Guillermo Gasol ist ein Vampir, arbeitet im selben Krankenhaus wie Beth und ist sowohl einer ihrer als auch einer Mick´s besten Freunde und Mick´s Nahrungslieferant, denn auch Mick ist ein Vampir.

Kapitel 1 - Der Unfall

Es war 21 Uhr abends, Beth hatte eine anstrengende 24 Stunden Schicht im Krankenhaus hinter sich, als sie völlig fertig ihr Auto, welches am Krankenhausparkplatz stand bestieg. Erschöpft nahm sie am Fahrersitz Platz und lehnte sich erstmals mit geschlossenen Augen gemütlich in den Sitz.

"Meine Güte was für ein Horrodienst", dachte sie bei sich. "Drei OP´s, eine tobende Psychose, ein Schwerverletzter den ich nicht mehr helfen konnte und dann noch unzählige kleinere Behandlungen die so nebenbei gemacht werden mussten" murmelte sie in sich hinein und schüttelete dabei den Kopf als ob sie ihre Gedanken an die letzten 24 Stunden abschütteln wollte. Sie liebte ihren Job wirklich sehr, aber manchmal kam sie dabei fast an ihre Grenzen. Der Personalmangel der zur Zeit im Krankenhaus herrschte war für alle eine grosse Zerreissprobe.

Beth wollte nur noch nach Hause, ein heisses Bad nehmen und sich dann endlich mal wieder richtig ausschlafen. Also startete sie ihren Wagen und machte sich auf den Weg zu ihrem Apartement. Sie besass zwar ein schönes grosses Haus am Stadtrand, da aber der Weg vom Krankenhaus dorthin sehr weit war, hatte sie sich schon vor 2 Jahren ein kleines Apartement in der Nähe genommen, welches sie nach so langen und anstrengenden Diensttouren immer nützte.


Zur gleichen Zeit war auch Mick St. John mit seinem Wagen auf dem Weg zur Arbeit unterwegs. Sein Autohandel ging gut, er war 24 Stunden geöffnet, wobei die nächtlichen Geschäftszeiten vor allem seinen vampirischen Kunden sehr genehm waren. Er konnte es sich leisten 3 Angestellte zu beschäftigen, sodass er nur ab und zu, wenn ein "spezieller Kunde" angemeldet war, selbst den Geschäftsabschluss tätigte. Seine Angestellten waren Menschen, sie wussten aber dass Mick ein Vampir ist, und Mick konnte sich voll und ganz auf sie verlassen.

Mick fuhr in seinem Wagen und beobachtete dabei immer wieder den sternenklaren Himmel. Tief sog er die Kühle der Nacht durch seine Nase ein. "Was für eine herrliche Nacht" ging es ihm durch den Kopf. "Ich werde gleich einen Bugatti Veyron verkaufen, was für ein lukratives Geschäft, die Nacht ist wie dafür geschaffen, heute ist mein Glückstag", lächelte er in sich hinein. Für ihn war Geld zwar nicht das Wichtigste der Welt, aber über ein gutes Geschäft freute er sich troztdem immer wieder.

Er blickte wieder auf die Strasse, vor ihm fuhr ein kleiner Wagen, relativ wenig Verkehr, also richtete er seine Augen nochmals kurz gegen den Himmel um die funkelnden Sterne für einen winzigen Moment zu betrachten. Plötzlich gab es einen riesigen Rums und es krachte.

Mick stieg reflexartig voll in die Bremsen, "was zur Hölle......." fluchte er. Und dann sah er schon das Malheur. Der Wagen vor ihm hatte wegen der roten Ampel angehalten und er war dem Wagen direkt hinten reingekracht. "Na ganz toll St. John", fluchte er, da hörte er schon die Stimme der Fahrerin des Wagens vor ihm. Sie sass zwar immer noch hinterm Lenkrad, aber er konnte Dank seines empfindlichen Vampirgehöres genau hören was sie sagte.

"Du verdammter Vollidiot, hast deinen Führerschein wohl in der Lotterie gewonnen, blinder Kuckuck"... fauchte Beth während sie im Rückspiegel nach dem Wagen hinter ihr sah. "Wie dämlich muss man eigentlich sein um nicht zu sehen dass die Ampel rot ist und ich stehen bleiben muss" zischte sie immer noch in den Rückspiegel blickend. Sie sah wie aus dem Wagen hinter ihr ein Mann ausstieg und auf ihre Fahrertüre zukam. Sie schloss kurz die Augen und atmete tief durch. "Ganz ruhig bleiben Beth, Aufregung nützt nun auch nichts mehr", dachte sie bei sich.

Während Mick auf die Fahrertüre des anderen Wagens zuging murmelte er noch in sich hinein " Na prima, was für eine Furie, das kann ja noch eine heitere Nacht werden, hoffentlich reisst sie mir nicht gleich den Kopf ab.... sinnbildlich gesprochen versteht sich" .

"Sind sie verletzt?", fragte Mick während er die Fahrertüre von Beth´s Wagen öffnete und sie mit einem besorgt wirkenden Hundeblick ansah. "Es tut mir unendlich leid, ich war völlig in Gedanken und hab überhaupt nicht bemerkt dass sie an der Ampel angehalten haben " kam es entschuldigend über seine Lippen.

Beth sah Mick´s aufgesetzten Hundeblick und verdrehte die Augen "glaub bloss nicht dass der Blick bei mir zieht" ging es durch ihren Kopf. "Nein bin ich nicht, bei mir ist alles in Ordnung, was man von meinem Wagen leider nicht sagen kann", antwortete Beth während sie aus ihrem Wagen stieg und dabei dessen völlig eingedrücktes Hinterteil betrachtete und somit bewusst Mick´s zur Hilfe entgegengestreckte Hand ignorierte.

"Sind sie sicher dass ihnen nichts fehlt?", fragte Mick nochmals nach. "Ja ganz sicher" antwortete Beth .... "und wie ist es bei ihnen?", da kam mal wieder die Ärztin in ihr durch. "Danke ich bin okay", antwortete Mick, zog eine Augenbraue hoch und war sichtlich erstaunt, dass diese "Furie" plötzlich so zahm war und sogar nach seinem Wohlbefinden fragte.

Kapitel 2 - Mein Baby

Mick betrachtete die Schäden der beiden Fahrzeuge, "was für ein Glück dass mein Baby gerade beim Service ist und ich den Firmenwagen genommen habe" dachte er bei sich, als er das ganze Ausmaß des Crash´s vor sich sah. Sein "Baby" war sein heissgeliebter alter Mercedes, stünde dieser jetzt so zerbeult vor ihm, Mick wäre wohl leicht ausgerastet, sein Wagen war sein ganzer Stolz.

"Oh mein Gott" hörte er plötzlich neben sich, "sehn sie nur was sie mit meinem Baby gemacht haben". Beth hockte vor dem völlig zerstörten Hinterteil ihres VW Käfers. Ihre zittrigen Finger streichelten fast zärtlich über das verbeulte Blech ihres Wagens. "Das.....das kann man nie wieder reparieren."

Mck musste bei Beth´s Worten schlucken, er konnte nachvollziehen wie sie sich beim Anblick ihres Wagen fühlen musste. Eine Mischung aus Schuldgefühl und Irritiertheit stieg in ihm hoch. "Diese ´Furie´ nannte ihr Auto doch tasächlich Baby", er schüttelte ungläubig seinen Kopf, "scheinbar bin ich doch nicht der Einzige der ein etwas ´seltsames Verhältnis´zu seinem Wagen hat", dabei musste er leicht schmunzeln.

"Es tut mir wirklich sehr leid, aber ich verspreche ich bring das wieder in Ordnung" sagte Mick leicht heiser. "Achja?????"... ups da war sie wieder die Furie. Beth schoss regelrecht aus der Hocke hoch und zischte Mick fuchsteufelswild an "Und wie wollen sie das bitte machen? Der Schaden ist irreparabel, das sieht sogar ein Blinder und da sie scheinbar keine Ahnung von Autos haben... dieser Wagen wird seit Jahren nicht mehr produziert und das war ein Stück aus der letzten Produktionsserie und somit etwas ganz besonderes für mich". Sie spürte wie ihr die Tränen in die Augen schossen und sie am ganzen Körper zu zittern begann.

Beth´s Worte trafen Mick doch ziemlich, er konnte sie so gut verstehn und sein Schuldgefühl wuchs noch ein Stück mehr. Ohne weiter nachzudenken ging er einen Schritt auf Beth zu und nahm sie in den Arm, strich ihr sanft über den Rücken und sagte leise "Es tut mir wirklich unendlich leid und ich verspreche ihnen ich bring das wirklich wieder in Ordnung,"

Beth spürte wie er sie in den Arm nahm und obwohl sie es eigentlich ganz und gar nicht leiden konnte von Fremden angetatscht zu werden, ließ sie es leicht irritiert zu. "Eigenartig, es fühlt sich so nach Geborgenheit an" waren ihre Gedanken, "aber wie kann das sein, ich kenn den Mann doch gar nicht und noch dazu hat er mein Baby gekillt" . Sie spürte wie seine Hände sanft über ihren Rücken strichen und hörte wie er ihr versicherte dass er alles wieder in Ordnung bringen würde. Beth hob ihren Kopf welcher an Mick´s Brust angelehnt war und sah Mick nickend an.

Ihre Blicke trafen sich und beide fühlten sich plötzlich irgendwie seltsam. "Was für wunderschöne blaue Augen sie hat, so funkelnd wie die Sterne am Himmel" dachte Mick und wischte ihr dabei die Tränen von der Wange. "Oh mein Gott, was für wunderschöne Augen er doch hat, dieses geheimnisvoll faszinierende Farbenspiel.... ich könnte mich glatt darin verlieren" waren Beth´s Gedanken. Plötzlich räusperten sich beide gleichzeitig und traten jeweils einen Schritt auseinandern. Ihre beider Blicke war erstmals zum Boden gerichtet und es herrschte für einen kurzen Moment peinliche Stille.

Beth räusperte sich neuerlich und sagte dann sehr leise " Und wie wollen sie das wieder in Ordnung bringen?". Auch Mick hatte sich wieder im Griff und sah Beth mit einem leicht schiefen Lächeln an. "Ich hab einen Autohandel und ich kümmere mich darum den Schaden irgendwie wieder gut zu machen, hoch und heilig versprochen .... ich heisse übrigens Mick " fügte er noch hinzu und streckte Beth seine Hand entgegegen. "Gut, ich hab zwar keine Ahnung wie sie das anstellen wollen, aber ich will ihnen mal glauben....und ich bin Beth" antwortete sie und nahm seine Hand.

Mick rief in seiner Firma an und bestellte einen Abschleppwagen für die beiden Fahrzeuge. Während sie darauf warteten tauschten sie ihre Telefonnummern aus. Mick versprach sich so rasch wie möglich bei ihr zu melden, er wollte das ohne Versicherung persönlich regeln. Beth orderte ein Taxi, während ihre beiden Wägen zum Abschleppen bereit gemacht wurden. Beth verabschiedete sich von Mick stieg ins Taxi und gab dem Fahrer die Adresse ihres Apartement. Durch sein sensibles Vampirgehör wusste Mick nun auch ihre Adresse, er schmunzelte und stieg zum Fahrer des Abschleppwagens dann fuhren auch sie los.

In seinem Geschäft angekommen klemmte sich Mick sofort hinters Telefon und begann einige seiner Kontakte abzurufen, denn das was er vor hatte war tatsächlich keine einfache Sache.

Kapitel 3 - Katerstimmung

Als Beth am nächsten Tag gegen mittags aufwachte brummte ihr der Schädel. "Heilige Maria..." krächzte sie als sie sich aufrichtete und an sich runter sah. Sie hatte tatsächlich noch ihre Klamotten von gestern an. Todmüde war sie ihn ihr Apartement gekommen und sogleich in ihr Bett gefallen. Sie griff sich an die Stirn, irgendwie wollte das Hohlraumsausen kein Ende nehmen. "Tja scheinbar hast du doch einen heftigeren Schlag bei dem Rums gestern abbekommen als du dachtest, Doc" sagte sie zu sich selbst. "Erstmal ein schönes heisses Bad nehmen", dachte sie sich, ging ins Bad und während sie die Wanne einließ entledigte sie sich ihrer Klamotten. Sie stieg in die Wanne und tauchte im warmen Schaumgemisch unter.... "aaaahhhh herrlich", seufzte sie, lehnte den Kopf nach hinten an den Wannenrand und schloss die Augen.
Vor ihrem inneren Auge erschien ihr zerbeultes Baby, und ließ sie tief seufzen. Doch dann sah sie plötzlich Mick vor sich, wie er sie mit schuldbewusstem Blick im Arm hielt und ein zartes Lächeln erschien auf ihren Lippen.

Doch schon im nächsten Moment riss sie die Augen auf und schüttelte den Kopf " Denk nicht mal dran Beth Turner, du wirst nur wieder verletzt und enttäuscht", mahnte sie sich selbst.
Beth hatte bisher wenig Glück mit ihren Männern. Naja genau gesagt waren es nur zwei gewesen. Ihre erste Beziehung war noch zu ihrer Studienzeit, sie dachte es wäre Liebe, er dachte sie wäre sein Bunging Ball. Und ihren zweiten Freund erwischte sie mit der Nachbarin im Bett. Deshalb hatte sie seit eingen Jahren die Nase voll von Männern und Beziehungen. Also versuchte sie Mick´s Bild aus ihrem Kopf zu bekommen und tauchte vollständig in ihrem Schaumbad unter.

Es war bereits mittags und Mick hatte bis eben rumtelefoniert. Es schien unmöglich zu sein einen VW Käfer aus der letzten Produktionsreihe zu bekommen. Alle Modelle der „Nostalgie-Edition“, und das waren immerhin 3000 Stück wurden damals verkauft. Also blieb ihm nichts anderes übrig als sich eine Liste sämtlicher Käufer zu besorgen und zu hoffen dass einer dabei sein würde, der den Wagen noch besitzt und auch verkaufen möchte. "Na da hast du dir ja was schönes eingebrockt, St. John" raunte er sich selbst an, als er die Liste mit den Käufern in der Hand hielt. "Für heute reicht es aber erstmal", ermahnte er sich selbst, "ab nach Hause und in den Freezer, danach gehts los mit der Käfersuche". Er steckte die Liste ein und fuhr zu sich nach Hause.

Dort angekommen trank er erstmal zwei Gläser Blut, ging schnell unter die Dusche und legte sich dann in seinen Freezer um zu schlafen. Naja besser gesagt... er versuchte es zumindest. Doch sobald er seine Augen schloss sah er Beth vor sich. Erst wie sie mit ihren zittrigen Fingern über ihr Baby strich und ihr dabei Tränen über ihre Wangen kullerten und dann als er sie im Arm hielt und sie ihren Kopf an seine Brust gelehnt hatte. Ein längst nicht mehr vorhanden geglaubtes Gefühl durchfuhr seinen Körper und das irritierte ihn. Seine letzte Beziehung war mit seiner mittlerweilen Ex-Frau, sie hatte ihn damals auch ohne Vorwahrnung zum Vampir gemacht. Und diese Beziehung endete in einer Katastrophe. Danach hatte er keine Beziehung mehr. Ja ab und an einen One Night Stand, aber immer nur mit Vampirfrauen. "Vergiss es St. John" ging es durch seinen Kopf, "sie ist ein Mensch und hat bestimmt nichts für Monster wie dich übrig" , er schüttelte den Kopf als ob er seine Gedanken wegschütteln wollte, doch er wusste dass ganz tief ihn ihm drinnen immer noch eine menschliche Sehnsucht nach Zuneigung, Vertrauen ja und auch Liebe schlummerte und die konnte er nicht rausschütteln, mit einem tiefen Seufzer schloss er die Augen und versuchte zu schlafen.

Für Beth war es mittlerweilen Zeit geworden im Krankenhaus wieder ihren Dienst anzutreten. Sie war bereits startklar, als sie automatisch an ihr Schlüsselboard griff und den Wagenschlüssel nehmen wollte. "Shit" fluchte sie, "ich hab ja keinen Wagen mehr, also mal wieder ein Taxi". Sie rief ein Taxi und fuhr damit in die Klinik. Auf dem Weg dorthin beschloss sie besser niemandem etwas von dem gestrigen Unfall zu erzählen, sie hatte keine Lust den neugierigen Kollegen alles klitzeklein zu erläutern. Und vor allem ihrem Freund Guillermo gegenüber wollte sie Stillschweigen bewahren, denn seinen Spruch darauf konnte sie sich lebhaft vorstellen "Frau am Steuer... Ungeheuer", das waren seine üblichen Aussagen. Sie mochte Guillermo wirklich sehr und zwischen ihnen hatte sich in den ganzen Jahren in denen sie gemeinsam im Krankenhaus arbeiteten eine wirkliche tolle Freundschaft entwickelt, aber seine Sticheleien ab und an brachten sie zum schäumen.... Nachdem sie ihn schon zwei Jahre kannte und sie ihn eines Tages...oder besser gesagt eines Nachts bei einem Blutdeal erwischte, gestand er ihr dass er ein Vampir ist. Nach ihrem anfänglichen Schock über sein Geständnis, klärte er sie über Vampire, deren "Leben" usw. auf. Er war damals unsicher wie sie reagieren würde und war dann über ihre Aussage ziemlich erstaunt. " Naja ich kenne Inder, Türken, Deutsche, Eskimos, Franzosen, Männer, Frauen, Kinder usw. warum nicht auch Vampire. Das Leben wäre doch irgendwie langweilig wenn man nicht neue Leute und deren Lebensweisen kennen lernen würde" dabei lachte sie ihn damals mit einem offenen und angstfreien Strahlen an. Seither hatte sie von ihm den Spitznamen "Doc Sunshine". Er nannte sie nie beim Namen sondern immer nur bei ihrem Spitznamen und er war erleichtert dass sie sein Geständnis so offen aufgenommen hatte und sein Geheimnis für sich bewahren würde.

Beth war im Krankenhaus angekommen und musste feststellen dass es mal wieder drunter und drüber ging. Sie ging in ihr Arbeitszimmer und zog sich erstmal um. Kaum war sie damit fertig wurde auch schon die Türe aufgerissen und eine Schwester kam panisch hereingestürmt "Dr. Turner, sie werden dringend in der Notaufnahme gebraucht". Rasch folgte sie der Schwester und sah schon von weitem dass gerade mehrere Verletzte eingeliefert wurden. "Schwere Verkehrsunfall auf der Autobahn, 8 Leichtverletzte 4 Schwerverletzte" rief einer der Sanitäter, der gerade wieder einen Verletzten an ihr vorbei schob.

Drei Schwerverletzte wurden bereits von Ärzten versorgt, "den übernehme ich" rief sie, als der vierte durch die Türe geschoben wurde. Ein Blick genügte Beth und sie wusste dass sie dringend einen OP-Saal benötigte. Sie veranlasste die Schwester alles vorzubereiten und begab sich dann mit dem Verletzen zum MR um erstmal einen Überblick über seine Verletzungen zu bekommen. Nachdem sie die Untersuchungen abgeschlossen hatte, war ihr klar dass dies keine leichte OP werden würde. Der Patient hatte massive Schädel-Hirnverletzungen, Milz,-Leber und Lungenriss. Seine Arme und Beine waren mehrfach gebrochen. "Das wird alles andere als ein Spaziergang" ging es durch Beth´s Kopf. Ihr Gehirn lief auf Hochtouren und fegte sogleich das letzte bisschen Brummen aus ihrem Schädl raus.
Binnen kürzester Zeit war alles für die OP vorbereitet und Beth begann mit ihrem Team alles menschenmögliche zu tun um das Leben des Patienten zu retten.

Nach fast 5 Stunden in denen sie alles gaben und kurz vor dem Ende der OP waren, wollte jedoch das Herz des Patienten nichtmehr so wie es sollte.Verzweifelt kämpften sie um das Leben des Patienten doch dann musste sich Beth mit einem Blick auf die Uhr eingestehen, dass sie den Kampf verloren hatten. "Zeitpunkt des Todes 21.07 Uhr", sagte sie und deutete der Schwester die Geräte abzuschalten. "Soll ich ihn runter bringen?" frage diese danach. "Nein danke das mach ich selbst" antwortete Beth, "ich brauch ohnehin eine kurze Pause". Sie deckte den Leichnam zu, zog sich ihre Handschuhe aus und schob das Bett mit dem Toten auf den Flur Richtung Lift. Im Keller des Krankenhauses angekommen, ging sie Richtung Sezierraum und schob das Bett durch die Türe. Guillermo stand mit dem Rücken zur Türe und genehmigte sich gerade sein Frühstück als er sie mit einem "Hallo Doc Sunshine, welch Glanz in meiner bescheidenen Hütte, schön dass du mich mal wieder besuchst" lächelnd begrüsste.

"Hallo Guillermo" gab Beth zurück, "ich hab hier Arbeit für dich und Nahrung für deine Kollegen. Ein schwerer Verkehrsunfall, er hat es leider nicht geschafft". "Irgendwie war es ja makaber von einem Toten als Nahrung zu sprechen", ging es ihr durch den Kopf, "aber naja manche Menschen waren bereit im Todesfall ihre Organe zu spenden um anderen Menschen damit das Leben zu retten. Warum also sollte einer der nicht mehr gerettet werden konnte mit seinem Blut einen Vampir nicht auch am Leben erhalten." Sie hätte nie gedacht dass sie einmal so eine Ansicht haben würde, aber mit den Jahren musste sie zu ihrem Selbstschutz lernen, das Schicksal ihrer Patienten nicht zu nah an sich ran zu lassen, denn ansonsten würde sie psychisch daran zu Grunde gehen.

"Kaffee?" fragte Guillermo, der sich mittlerweile zu Beth umgedreht und den Leichnam bereits zur Blutentnahme angezapft hatte. "Klar doch, wenn du während der Arbeitszeit trinken kannst, kann ich das ja wohl auch" zwinkerte sie ihm lachend zu. Guillermo schüttelte lachend den Kopf, "Du und deine Meldungen, du bist schon ein Unikat Doc Sunshine, weisst du das?". "Klar, genauso wie du" konterte sie, "darum verstehen wir uns ja auch so gut", sie zwinkerte ihm zu, nahm ihm den Kaffee ab den er ihr bereits entgegen hielt und gab ihm einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange.

Kapitel 4 - Überraschung

"Endlich geschafft", seufzte Mick als der VW-Käfer von der Laderampe des LKW´s geladen wurde. Nach ganzen 4 Tagen und hunderten Telefonaten hatte er tatsächlich jemanden gefunden, der das Fahrzeug noch besass und verkaufte. Er sah sich den Wagen genau an. "Gut das hat mich zwar eine enorme Überredungskunst und eine schöne Stange Geld gekostet, dass der Typ mir den Wagen verkauft hat" dachte er bei sich, "aber es hat sich allemal gelohnt." Der Wagen ist wie neu, der Käufer hatte ihn als Liebhaberstück erstanden und war mit ihm lediglich 200 km gefahren, danach stand er in der Garage und wurde schön gehegt und gepflegt."

Mick wählte Beth´s Nummer.... "tuuuuut, tuuuuut.... tuuuut.... Halloooo?" ertönte eine zart hauchende Stimme am anderen Ende der Leitung, die Mick sofort eine Gänsehaut über den Rücken laufen ließ. Er musste sich erstmal räuspern bevor er antworten konnte. "Hi, ....hier ist.... Mick St. John,... ich ... ich hab ihnen ja versprochen den Schaden an ihrem Auto wieder gut zu machen und wollte fragen ....ob sie.....ob sie heute abend.... vielleicht Zeit hätten?" "Meine Güte St. John nun reiß dich mal zusammen" fuhr es durch sein Hirn, "du stotterst ja wie ein kleiner Junge", dabei musste er den Kopf schütteln.
"Oh Gott wie kann ein Mann nur so eine sexy Stimme haben", schoss es Beth durch den Kopf. "Maaaaaaaaaaann Turner, du reagierst wie eine notgeile Stute" mahnte sie sich selbst. "Ja heute abend würde mir passen", antwortete sie nach einer kurzen Pause.

Sie verabredeten sich für 23 Uhr, Beth hatte noch Dienst im Krankenhaus und Mick wollte vorher noch bei Guillermo vorbeischauen um sich neue Blutkonserven zu besorgen. Beth nannte noch ihre Adresse wobei Mick schmunzeln musste.

Es war 21 Uhr und Beth hatte gerade Dienstschluss. Bis zu ihrem Treffen mit Mick hatte sie noch etwas Zeit "ich werd noch auf einen Kaffee zu Guillermo schauen", dachte sie sich und fuhr in den Keller.
Mick war zu diesem Zeitpunkt gerade bei Guillermo um seinen Blutkonservenvorrat aufzustocken. "Gib mir nen 6er" sagte Mick. "Oh durstig heute?" antwortete Guillermo grinsend und packte die Blutkonserven in Micks mitgebrachte Tasche. "Und sonst alles klar bei dir? fragte er nach. "Ja alles klar, wie immer" antwortet Mick und war mit seinen Gedanken irgendwie nicht ganz bei der Sache.
"Aja" konterte Guillermo dem Mick´s Abwesenheit nicht entgangen war. "Was......?" Mick schüttelte kurz den Kopf um wieder etwas aufmerksamer zu werden. "Öhm .. nein ... ich ... ich muss schon wieder weg, hab nachher noch einen Geschäftstermin", fuhr Mick fort. "Aja.... Geschäftstermin... soso und der verwirrt dich so... interessant" gab Guillermo mit einem süffisanten Lächeln zur Antwort. "Wenn ich dich nicht bessern kennen würde, würde ich fast vermuten dass eine Frau hinter deiner Verwirrtheit steckt". "Wie.....??? äääähhh... quatsch, ich bin nur in Eile, als dann bis zum nächsten Mal, Tschau..." und weg war Mick. Guillermo schüttelte lächelnd den Kopf "Oh Mann St. John, was ist bloss wieder los mit dir?" Gulliermo war einer von Mick´s besten Freunden, sie kannten sich schon viele Jahre und Mick war für ihn wie ein offenes Buch.

Keine Minute später kam Beth zur Türe rein. "Hallo Guillermo, na alles klar bei dir? Krieg ich noch einen Kaffee bevor ich endgültig nach Hause geh?".... "Hey Doc Sunshine" grinste Guillermo Beth an, "sicher doch, Moment". Er holte ihr einen Kaffee aus dem Automaten und reichte ihn ihr. "Danke..... so alleine Kaffee trinken macht irgendwie keinen Spass" zwinkerte sie ihm zu, woraufhin er sich einen Becher Blut einschenkte und ihr zuprostete.

"Und was machst du heute noch schönes?" fragte er Beth. "Ach nichts besonderes, ich fahre nach Hause, nehm ein enspannendes Bad und werde mich mal ordentlich ausschlafen, die letzten Tagen waren anstrengend"..naja was sollte sie ihm auch anderes antworten. Sie konnte ja schlecht sagen "Ich treff mich nachher mit einem Mann, der mein Baby gekillt hat und der mich irgendwie nervös macht.", da hätte sie von Guillermo nur wieder einen dummen Spruch bekommen und einiges erklären müssen, also sagte sie im lieber die Halbwahrheit, denn ein Bad nehmen und schlafen gehen würde sie heute sicher noch.

Sie redeten noch über dies und jenes und als Beth auf die Uhr sah, musste sie feststellen dass es bereits 22 Uhr war. "Ups, wird Zeit dass ich nach Hause komme, tschüss machs gut und noch ne ruhige Nacht und danke für den Kaffee", verabschiedete sie sich von Guillermo. Dieser konnte gerade noch "gern geschehen, dir auch ne angenehme Nacht" antworten, ehe Beth schon zur Tür verschwunden war.

Eine halbe Stunde später fuhr ihr Taxi vor ihrem Apartement vor. Beth bezahlte, stieg aus und als sie auf die Eingangstüre zuging hörte sie hinter sich ein "Hi". Mick stand lässig an das Auto gelehnt auf der anderen Strassenseite. Vor Nervosität hatte er es in seinem Geschäft nicht mehr ausgehalten und war schon frühzeitig zu Beth´s Apartement gefahren.

Beth fuhr herum und sah Mick gegenüber stehen. Das schwache Licht der Strassenbeleuchtung fiel direkt auf ihn. Beth stand mit offenem Mund da, ihr Blick glitt über seinen Körper "Meine Güte ich kann mich gar nicht erinnern dass er so sexy ausgesehen hat" war ihr erster Gedanke. Ohne dass es ihr wirklich bewusst wurde blieb ihr Blick an seinen Augen hängen, Wie hypnotisiert stand sie da.

Mick hörte wie Beth´s Puls beschleunigte als sie ihn sah, bei dem Anblick, wie sie mit offenem Mund ihn anstarrend vor ihm stand musste er schmunzeln. "Wenn sie nicht wie ne Furie rumzischt ist sie tasächlich voll süss, vor allem wie sie mich so gar nicht offensichtlich anstarrt" Sein Grinsen wurde breiter, "und gefällt ihnen was sie sehen?" irgendwie konnte er sich diese Frage nicht verkneifen und hätte sich dafür sogleich am liebsten selbst georfeigt. Beth zuckte leicht zusammen und erst jetzt fiel ihr auf dass sie Mick die ganze Zeit angestarrt hatte und er dies natürlich mitbekommen hatte.

"Wie peinlich ist das denn", fuhr es durch ihr Hirn, erst jetzt sah sie den Wagen und schaltete blitzschnell "Aber klar doch, ich bin total sprachlos, ich hätte nicht gedacht noch einmal so etwas wunderschönes zu sehen." Nun stand Mick mit offenem Mund da und starrte Beth ungläubig an. "Mit soviel Offenheit hätte ich jetzt wirklich nicht gerechnet." war sein Gedanke. Beth kam auf ihn zu und Mick musste schlucken, doch knapp vor ihm ging sie einen Schritt nach links und fuhr vorsichtig mit der Hand über die Rundungen des VW-Käfers. Natürlich hatte sie Mick´s Verwunderung bemerkt und ihr war klar dass er ihre Worte auf seine Person bezogen hatte. Sie musste sich ein Lachen verkneifen "Wie haben sie dass den geschafft, der Wagen sieht genauso wie mein Baby aus?" fuhr sie fort. Mick räusperte sich und wäre er ein Mensch gewesen wäre er mit Sicherheit rot wie eine Tomate angelaufen. "Peinlich St. John, das war jetzt definitiv peinlich", pochte sein Verstand aber er hatte sich blitzschnell wieder gefangen und antwortete "Naja ich hab versprochen den Schaden wieder gut zu machen und was ich verspreche, das halte ich auch, der Wagen gehört ihnen, ich hoffe sie sind zufrieden damit.

Beth war tatsächlich total verzückt als sie den Käfer vor sich sah, sie öffnete die Fahrertüre und setzte sich ins Auto. Ihre Augen wurden immer größer als sie sah dass Mick alle kleinen Accessoires aus ihrem kaputten Auto genommen und sie in dem neuen Wagen an den gleichen Stellen platziert hatte. Je länger sie den Wagen betrachtete umso mehr geriet sie aus dem Häuschen, sie freute sich wie ein kleines Kind das gerade Geburtstag, Ostern und Weihnachten gleichzeitig feierte. Sie stieg aus dem Auto und begutachtete dieses auch aussen von allen Seiten. "Ich hoffe, dass sie mir jetzt vergeben können, dass ich ihr Baby zerbeult habe" sagte Mick, der mit Genugtuung feststellte, dass sich Beth wirklich riesig über den Wagen freute.

Beth ging immer noch rund um den Wagen und steuerte dann auf Mick zu, "Ich vergebe ihnen, denn sie haben mich gerade zum glücklichsten Menschen der Welt gemacht", strahlte sie ihn an und wollte ihn als Zeichen ihrer Versöhnung und Dankbarkeit ein Küsschen auf die Wange geben, doch Mick drehte just in diesem Moment sein Gesicht direkt zu ihrem und so landeten ihre Lippen direkt auf den seinen.

Kapitel 5 - eine Peinlichkeit kommt selten alleine

Beth´s Lippen landeten direkt auf Mick´s, dort verweilten sie lange.... viel zu lange. Sie sahen sich dabei in die Augen und hielten den Atem an, keiner traute sich auch nur einen Millimeter zu bewegen.

[Beth]
Oh mein Gott was tu ich da eigentlich? Ich küsse einen völlig fremden Mann mitten auf der Strasse. Hör auf damit Beth, auf der Stelle, pochte ihr Verstand..... nein will ich aber nicht, flüsterte das Teufelchen in ihr. Seine Lippen sind so weich und kühl und er riecht so gut. Und seine Augen, Himmel ich möchte darin versinken, bitte lieber Gott hilf mir dass ich nicht gleich ohnmächtig umkippe. Warum bringt mich dieser Mann nur so sehr durcheinander?

[Mick]
Wow das fühlt sich einfach nur wahnsinnig gut an. Ihre Lippen sind so zart und sinnlich und ihr Duft ist einfach unbeschreiblich. Das Rauschen ihres Blutes das immer stärker wird, bringt mich fast um den Verstand. Und diese blauen Augen ich könnte mich darin verlieren. Bitte lass diesen Moment ewig andauern.... okay ewig ist in meinem Fall vielleicht der falsche Ausdruck... egal.... bitte lass es andauern.

Nach gefühlten Stunden, die jedoch nur einige Sekunden waren, lösten sich ihre Lippen voneinander und beide sahen peinlich betroffen zu Boden.

Beide sagten gleichzeitig, als wollten sie ein Duett machen: "Verzeihung", sie sahen sich an und lächelten und wieder kam gleichzeitig "tut mir leid, ich wollte ihnen nicht... " , beider Lächeln wurde breiter und dann kam es nochmals im Duett "okay vergessen wir ....." sie beendeten auch diesen Satz nicht sondern begannen laut zu lachen. "Himmel sein Lachen ist einfach unbeschreiblich", Beth lief ein heißer Schauer über den Rücken. "Wenn sie lacht strahlt ihr Gesicht wie die Sonne, diese Frau ist einfach unbeschreiblich", Mick war total fasziniert von Beth.

Mick räusperte sich und sagte dann "also ich sollte jetzt wohl besser gehen. Viel Spass noch mit ihrem Auto und wenn sie etwas brauchen dann rufen sie mich einfach an." "Okay" antwortete Beth und konnte ihren Blick einfach nicht von seinen Augen wenden, "und danke nochmals, sie haben mir wirklich eine riesige Freude mit dem Wagen gemacht". Mick nickte und mit einem "Gute Nacht" drehte er sich um und ging die Strasse lang. "Gute Nacht" antwortete Beth und ging mit einem tiefen Seufzer über die Strasse und in ihr Apartement.

Beth´s Gedanken schwirrten noch immer rund um die zarte Berührung ihrer beider Lippen, um Mick´s Augen und seinen Duft. "Beth Turner", sprach sie zu sich selbst " ich fürchte fast du fängst an dich zu verknallen".
Verträumt ging sie ins Badezimmer und lies die Wanne voll laufen, während sie durchs Wohnzimmer ging zog sie sich aus und ließ die einzelnen Kleidungstücke jeweils dort fallen wo sie gerade ging. Danach stieg sie in die Wanne und genoss immer noch in Gedanken bei Mick das herrliche warme Nass als sie plötzlich eine Tür knallen hörte, was sie aus ihren Gedanken riss. Sie schmunzelte, "aja, Sarah ist mal wieder unterwegs". Sarah war ihre Nachbarin, eine wirklich liebe Person, aber manchmal auch etwas schusselig. Sie liebte es wegzugehen und die Türe zuzuknallen um dann beim nach Hause kommen zu bemerken dass sie ihren Schlüssel mal wieder in der Wohnung vergessen hatte. Für diese "Notfälle" hatte sie bei Beth einen Ersatzschlüssel hinterlegt, denn ständig einen Schlosser zu rufen, würde wohl ihr Budget übersteigen.

Mick ging langsam die Strassen lang. Er hätte sich auch ein Taxi nehmen können um nach Hause zu kommen, aber er brauchte frische Luft... naja nicht unbedingt zum atmen, aber er hoffte dass er dadurch wieder einen einigermaßen klaren Kopf bekommen würde. "Mick, Mick" schüttelte er den Kopf, "wo bist du da bloss wieder hinein geraten? Diese Frau wirft dich völlig aus der Bahn, wieso? "weil du möglicherweise dabei bist dich zu verlieben?" flüsterte das kleine teuflische Vampirchen, dass scheinbar mit dem Finger an seine Schläfe tippend auf seiner Schulter sass."Ich bin ein Vampir und Vampire verlieben sich nicht, und schon gar nicht erst in einen Menschen.... klasse St. John nun führst du schon Selbstgespräche" langsam zweifelte Mick an seinem Verstand. "Aber süss war sie, wie sie sich so sehr über den Wagen gefreut ......shit" entfuhr es ihm laut. Er griff in die Manteltasche und zog die Papiere heraus. Der Vertrag für den Wagen, den hätte er Beth vorhin unterschreiben lassen müssen, damit er morgen alles ordnungsgemäß erledigen kann. Er hatte gleich morgen früh einen Termin, aber ohne Beth´s Unterschrift konnte er sie nicht als rechtmässigen Eigentümer des Fahrzeuges eintragen lassen. Ihm blieb also nichts anderes übrig als nochmals zu Beth´s Apartement zurück zu gehen und zu hoffen dass sie noch wach ist und er ihr die Papiere unterschreiben lassen kann. Er seufzte tief, dreht um und ging dorthin zurück woher er gerade kam.

Beth lag noch immer in der Wanne als es an ihrer Türe klopfte."Och Sarah" dache sie sich, "warum kannst du nicht einmal dein Hirn einschalten und deinen Schlüssel mitnehmen".Sarah hatte wirklich immer die unmöglichsten Uhrzeiten bei Beth aufzutauchen. Beth hatte aus Bequemlichkeit in jedem Zimmer ihres Apartements einen automatischen Türöffnungsknopf, auch im Badezimmer. Also drückte sie diesen und als sie hörte wie die Türe aufgemacht wurde rief sie Richtung Türe, komm rein, ich bin gleich bei dir. Danach hörte sie wie die Türe wieder ins Schloss fiel.

Sie stieg aus der Wanne, wickelte sich ein Badetuch um ihren mit Schaum bedeckten Körper, ihre Haare fielen nass über ihre Schultern, sie machte sich aber nicht die Mühe diese abzutrocknen. Sie wollte nur schnell Sarah ihren Wohnungschlüssel geben und danach gleich wieder in die Wanne steigen. Barfuss nur in das Badetuch gehüllt öffnete sie die Badezimmertüre und trat ins Wohnzimmer, wo sie wie zur Salzsäure erstarrt stehen blieb als sie plötzllich nicht Sarah sondern Mick vor sich stehen sah, dem gerade ein ganzer Packen Papiere zu Boden gefallen war und der irgendwie mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund ebenfalls erstarrt zu sein schien.

"Boden bitte tu dich auf und lass mich darin versinken" dachte sich Beth, sie war unfähig auch nur einen Ton zu sagen. Mick stand da und starrte sie einfach nur an "Grundgütiger sie sieht aus wie ein Engel, ein sehr sexy Engel" dachte er. Der Schaum lief wie in Zeitlupentempo über Beth´s fast nackten Körper und die kleinen Seifenbläschen glitzerten wie unzählige kleine Sterne. Ihre Haut dampfte leicht vom warmen Wasser und hatte eine zart rosa Farbe. "Ich glaub ich bin im Himmel"... "oh shit St. John, das hast du jetzt bitte nicht wirkich laut gedacht" durchfuhr es Mick. Na und ob er das laut gedacht hatte, nun wäre er am liebsten im Erdboden versunken und wäre er kein Vampir gewesen wäre er mehr als rot angelaufen.

"Im Himmel... soso" Beth hatte sich wieder ein wenig gefangen. "Sie werden wohl eher gleich in der Hölle sein, wenn sie mir nicht sofort sagen was sie in meiner Wohnung suchen", eigentlich sollte das zornig klingen, doch es kam viel zu sanft über ihre Lippen. "Ich.... ich ... ich hatte vergessen ihnen die Wagenpapiere unterschreiben zu lassen..... die benötige ich morgen Früh zur Anmeldung. Ich habe geklopft und dann ging plötzlich die Türe auf und sie sagten ich solle herein kommen." sprudelte es aus Mick, der sich ebenfalls wieder gefangen hatte. "Klar weil ich dachte es wäre meine Nachbarin", rechtfertigte sich Beth. "Das ist aber sehr leichtfertig von ihnen, einfach die Türe zu öffnen ohne vorher nachzusehen wer davor steht" rügte Mick sie mit einem sanften schiefen Lächeln. Er konnte seinen Blick immer noch nicht von Beth´s Körper abwenden.

"Jaja"... Beth verdrehte die Augen. " Na dann geben sie die Papiere schon her, damit ich sie unterzeichnen kann" Sie hob die Papiere vom Boden auf, legte sie auf den Tisch vor sich und nahm ihren Stift. "Wo?" fragte sie und sah Mick dabei an, dessen Augen noch immer von oben nach unten und wieder retour über ihren Körper wanderten. "Mund zu es zieht", mahnte nun sie ihn "sie werden doch wohl in ihrem Leben schon mal ne halbnackte Frau gesehen haben oder?" nun war Beth endgültig aus ihrem schockähnlichen Zustand erwacht. "ääähmm... ja natürlich...ääähmm tschuldigung... hier ... und hier ... bitte" Mick war ziemlich verwirrt und als sich Beth mit dem Rücken zu ihm zu den auf dem Tisch liegenden Papieren beugte um diese zu unterschreiben, musste er bei diesem Anblick seine Augen kurz schliessen um seine Fassung zu bewahren. Er atmete tief ein um sogleich festzustellen das dies keine allzu gute Idee war. Der Duft ihres Körpers, dieser Anblick und das Rauschen ihres Blutes vernebelte völlig seinen Verstand.

"Ach herje, bitte nicht jetzt" durchblitzte es ihn und noch ehe er reagieren konnte hatte sich Beth schon wieder zu ihm umgedreht und hielt ihm die Papiere entgegen. Sie musterte ihn von oben bis unten "Gefällt ihnen was sie sehen?", das war die Retourkutsche für vorhin. Sie musste sich mehr als beherrschen um nicht zu grinsen, irgendwie gefiel es ihr wie Mick auf ihren Anblick reagierte, doch das leichte Zucken ihrer Lippen und das eigentartige Leuchten in ihren Augen konnte sie nicht unterbinden, was Mick natürlich nicht entging. "Oh Gott ist das peinlich" Mick nahm rasch die unterschriebenen Papiere und ging schnell Richtung Türe. "Ihre Papiere sind morgen fertig, ich ruf sie an und Entschuldgung nochmals" dann verließ er die Wohnung und schloss die Türe hinter sich.
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Kapitel 6 - Kein Anfang ohne Ende

"Das war der definitiv peinlichste Moment in meinem Leben", raunte Mick vor sich hin, während er schnellen Schrittes die Strassen Richtung nach Hause ging. Immer wieder schüttelte er den Kopf, was für ein Abend. Sein Verstand arbeitete auf Hochtouren, der kühle Abendwind tat ihm gut und half ihm wieder etwas klarer zu werden. "Warum muss mir das eigentlich peinlich sein?", dachte er bei sich, "sie hat mich doch geküsst....okay ich hab im richtigen...äääähm falschen Moment den Kopf gedreht.... sie stand doch fast nackt vor mir.... okay es war ihr Wohnzimmer und ich war kurz vorm Absabbern. Also sollte es mir doch peinlich sein". Immer wieder liefen die Bilder des heutigen Abends vor seinem inneren Auge ab. Aber trotz der Peinlichkeiten, legte sich nach einiger Zeit ein sanftes Lächeln über seine Lippen. Er hatte das Gefühl als spüre er Beth´s weiche Lippen auf den seinen, ihm war als würde er ihren Duft riechen und dann sah er sie wieder fast nackt mit diesem glitzernden Schaum der über ihren Körper lief vor sich. Er musste ständig an Beth denken und das bereitete ihm langsam wirklich Sorgen.

Beth war schnurstracks wieder in die Wanne gestiegen und vollständig im Badewasser untergetaucht.... "Meine Güte Turner, das war wohl einer der peinlichsten Abende deines Lebens. Erst küsst du einen wildfremden Mann und dann stellst du dich auch noch mehr oder weniger nackt vor ihn hin und klopfst grosse Sprüche." "Was ist das nur was mich an diesem Mann so fasziniert?" stellte sie sich gedanklich selbst die Frage. "Er sieht fantastisch aus, seine weichen Lippen, lassen mit ihrer Kühle die Hitze meiner Lippen erträglicher werden. seine Augen entfachen gleichzeitig wieder tausende kleine Feuer in mir und sein offenenes Lachen bringt Eisberge zum schmelzen. Allerdings nach dem heutigen Abend möchte ich nicht wissen, was er von mir denkt." Beth bekam Mick einfach nicht aus ihrem Kopf also stieg sie aus der Wanne und nachdem sie sich angezogen hatte, machte sie einen Spaziergang durch die angenehme kühle Nacht.

Es war kurz nach 9 Uhr morgens als Beth´s Telefon klingelte "hhhmmmm Hallo?" murmelte sie fast stöhnend in den Hörer, da sie durch das Klingeln geweckt wurde und ihre Lebensgeister noch nicht wirklich wach waren. Am anderen Ende der Leitung war Mick, dem bei Beth´s halbstöhnender Stimme beinah der Hörer aus der Hand gefallen wäre. "Öhm hab ich mich etwa verwählt? war sein Gedanke. Tief und für Beth deutlich hörbar sog er die Luft durch seine Nase ein und hielt für einen Moment den ohnehin unnützen Atem an. "Mick?? entfuhr es sanft und noch immer völlig schlaftrunken Beth´s Lippen. Hätte Mick die Luft noch tiefer durch seine Nase einsaugen können, hätte er wahrscheinlich einen Sauerstoffkoller erlitten. Der Klang ihrer Stimme, wie sie seinen Namen hauchte, setzte in seinem Körper seltsame "chemische Reaktionen" frei.... "Okay, definitiv nicht verwählt". Mick räusperte sich und versuchte einen halbwegs klar verständlichen Satz über seine Lippen zu bringen. "Guten Morgen, tut mir leid wenn ich sie geweckt habe, ihre Papiere sind fertig ich wollte ihnen ja Bescheid geben".

Nun war Beth hellwach und lauschte Mick´s Stimme. Ein angenehmer Schauer lief ihr dabei über ihren Rücken und ohne es irgendwie verhindern zu können entwich ihr ein leiser Seufzer, der natürlicher Mick wiederrum nicht entgangen war. Nun sassen beide mit dem Telefon am Ohr und einem seeligen Lächeln im Gesicht da... ein Bild für Götter, hätten sie sich gegenseitig sehen können..

"Ähm... nein nein, schon okay, kein Problem.... ich muss in Kürze zur Arbeit, ist es ihnen recht, wenn ich vorher bei ihnen vorbei komme und mir die Papiere abhole?" fragte Beth. "Ja natürlich, gerne ich werde hier auf sie warten", antwortete Mick. "Gut, dann bin ich spätestens in einer Stunde bei ihnen, bis dann, tschau" Beth hatte aufgelegt.

Sie stand auf und ging ins Bad, beim Blick in den Spiegel riß sie ihre Augen weit auf "Na toll siehst du aus, Beth Turner, wie ein Vampir der dringend Blut braucht. Das hast du nun davon dass du bis 5 Uhr früh kreuz und quer durch die halbe Stadt gelaufen bist" tadelte sie sich selbst und stieg unter die Dusche. Nachdem sie sich einigermaßen restauriert und angezogen hatte, schnappte sie sich die Wagenschlüssel. Sie konnte einfach nicht mehr warten bis sie die Wagenpapiere hatte, sie musste unbedingt wieder mit dem Käfer fahren. In der Hoffnung von keinem Cop angehalten zu werden, stieg sie in den Wagen und fuhr zu Mick´s Firma, die nicht allzu weit von ihrem Apartement entfernt war.

Ohne Probleme kam sie bei Mick an und parkte ihr Auto vor dem Eingang direkt neben einem alten Mercedes. Mick stand am Fenster seines Büros, durch die halb zugezogenen Jalousien, konnte er Beth´s Ankunft unbemerkt beobachten. Beth stieg aus und bevor sie das Geschäft betrat, musste sie einfach den Mercedes der dort stand betrachten. "Wow, was für ein herrliches Stück", sanft, ja fast liebevoll ließ sie ihre Finger über das glänzende Blech gleiten. Sie liebte alte Autos einfach und dieses hier war ein ganz besonderes Prachtstück. Schweren Herzens löste sie ihren Blick von dem Wagen und betrat das Geschäft. Ein Verkäufer begrüßte sie freundlich und fragte wobei er behilflich sein kann. "Mein Name ist Beth Turner, Mr. St. John erwartet mich", antwortete sie und wurde sogleich in Mick´s Büro geführt.

Mick stand mittlerweile wieder hinter seinem Schreibtisch und begrüßte Beth mit einem schiefen Lächeln und einem "Guten Morgen, sorry nochmals für die frühe Störung." Beth lachte ihn strahlend an und meinte darauf " Ist schon okay ich hätte ansonsten ohnehin verschlafen". Mit den Worten " So und nun sind sie offiziell die rechtmässige Besitzerin des Käfers", übergab er ihr die fertigen Papiere. Beth atmete tief durch " Dankeschön nochmals", dann nahm sie die Papiere und steckte sie ein. "Dieser alte Mercedes vor der Türe, der würde mir allerdings auch gefallen" zwinkerte sie ihm zu. Mick lachte "Tja da muss ich sie leider enttäuschen, der gefällt mir nämlich auch". Beth sah ihn mit grossen Augen an " Das ist ihr Wagen? Wow also da würd ich echt mal gerne ein Spritztour machen"..... "maaaaannnn Beth halt doch die Klappe, da kannst du dich ihm ja gleich an den Hals werfen" mahnte sie sich sofort selbst. Mick grinste verschmitzt und meinte "Das lässt sich bestimmt einrichten".

Für einen Moment standen beide stumm da und sahen sich nur an. Und wieder kam es wie bei einem Duett beiden gleichzeitig über die Lippen: "Wegen gestern....", beide hoben die Augenbrauen hoch und begannen etwas verlegen zu lachen. Ganz Gentleman ließ Mick Beth den Vortritt.... "Also wegen gestern" fuhr Beth fort.... "ich denke wir hatten generell einen ziemlich schlechten Start, vielleicht sollten wir das bisherige vergessen und nochmals von vorne anfangen?" ihr Blick wirkte verunsichert und fragend. Mick sah sie mit einem sanften Lächeln an und nickte zustimmend. "Gerne".... "naja ob ich alles vergessen will, da bin ich mir nicht so sicher", ätzte das kleine Vampirteufelchen mal wieder in ihm. Beth streckte ihm ihre Hand entgegen und als er diese nahm sagte sie "Also dann, Beth Turner, freut mich sie kennen zu lernen.". Mick hielt ihre Hand fest und antwortete "Mick St. John, die Freude ist ganz meinerseits". Beide lächelten sich an und Beth fügte "Vielleicht sogar auf eine gute Freundschaft?!" hinzu. Mick erwiderte ein leises "ja vielleicht?!" .... "wenn das mal so einfach wäre", dachte er still.


Die Songtextzeilen stammen aus House of Cards von Radiohead

Kapitel 7 - Spritztour

Die letzten Wochen waren für Beth mehr als arbeitsintensiv. Die wenigen freien Stunden die sie ausserhalb des Krankenhauses verbringen konnte, nützte sie entweder um ihren nötigen Schlaf nachzuholen oder ab und an sich mit Mick zu treffen. Sie gingen etwas trinken, oder fuhren irgendwo an den Rand der Stadt um die herrlichen Nächte in der Natur zu geniessen. Oft redeten sie stundenlang über Gott und die Welt oder sassen auch einfach nur da, lauschten der Stille der Nacht und sahen sich tief, manchmal sogar zu tief in die Augen.

[Beth]

Dieser Mann ist einfach unglaublich. Alleine seine Anwesenheit lässt mich in mir selbst ruhen, vergessen ist da der ganze Alltagsstreß, die Hektik des Krankenhausbetriebes und auch sonstige Sorgen. Er ist der erste Mann den ich kennen gelernt habe, der mir nicht gleich an die Wäsche will. Er hat sich bisher immer wie ein richtiger Gentleman benommen, nur seit er weiss dass ich Ärztin bin, habe ich das komische Gefühl als würde er sich mehr zurück ziehen.


[Mick]

Als ich sie so völlig unbedarft fragte was sie eigentlich beruflich macht, hatte ich mit jeder Antwort gerechnet nur nicht mit der. "Ich bin Ärztin" sagte sie. In diesem Moment hatte ich das Gefühl als würde mir der Boden unter den Füssen weggezogen. Ärztin, dass war definitiv der falscheste Beruf wenn man mit einem Vampir befreundet war und nichts von dessen dunklen Geheimnis wusste. Wie soll ich ihr erklären dass ich weder Herzschlag noch Puls und eine für Menschen abnorme Körpertemperatur habe, ohne ihr zu sagen was ich eigentlich bin. Irgendwann würde sie es bemerken und mir war klar dass es so keine gemeinsame Zukunft für uns gab, auch nicht als Freunde. Wenngleich ich ihre Gegenwart mehr als genoß. Ihre herzliche, fröhliche Art, ihr strahlendes Lächeln, all dies veränderte etwas in mir. Ich fühlte mich lebendig, als würde ich wieder Leben und die trüben Gedanken an die ewige Einsamkeit waren in diesen Augenblicken ganz weit weg,

Beth machte gerade eine kurze Kaffeepause und war mit ihren Gedanken natürlich mal wieder bei Mick als ihr Handy klingelte. "Hallo?" meldete sie sich und als sie die Stimme am anderen Ende der Leitung hörte, zog sich ein seeliges Lächeln über ihr Gesicht.

"Hi, hier ist Mick", Mick hatte sich die letzten Tage sehr zurückgezogen. Nachdem er erfahren hatte dass sie Ärztin ist ging er auf Abstand und hoffte, dass der Kontakt abriss und er irgendwann nicht mehr an sie denken müsste. Tja hoffen kann man ja, aber das heisst noch lange nicht dass es auch klappt, das musste auch Mick feststellen. So sehr er sich auch bemühte, immer wieder kreisten seine Gedanken rund um Beth und er ertappte sich immer wieder dabei wie er das Handy in der Hand hielt, versucht ihre Nummer zu wählen und es dann doch nicht tat. Doch nach all diesen Tagen konnte er einfach nicht mehr, er fühlte sich tot... naja okay eigentlich war er ja schon tot, also gut er fühlte sich toter als tot...Er musste ihre Stimme hören und er wollte sie sehen. Auch wenn er wusste dass es falsch war.

"Mick!!" rief Beth freudig in das Telefon, "schön dich zu hören, wie geht es dir?" "Danke mir gehts gut und dir?" antwortete Mick, versucht seine Beherrschung zu behalten und nicht gleich wieder beim Klang ihrer Stimme ins stottern zu kommen. "Danke bis auf die viele Arbeit gehts mir auch gut" sagte Beth. "Oh ..." hörte sie Mick, "naja wenn du soviel Arbeit hast, dann hätte ich da vielleicht etwas passendes für dich.... wie wär es mit einer Spritztour in einem gemütlichen alten Mercedes?"

"Wow, ich bin begeistert" Mick konnte Beth´s Freude darüber deutlich hören, "das ist ein grossartiger Vorschlag, also ich bin zu allen Schandtaten bereit" lachte sie ins Telefon. "Okay wie wäre es mit übermorgen?" fragte er Beth. "Übermorgen?... ja klar das wär super, allerdings kann ich da frühestens um 22 Uhr" antwortete Beth und hoffte inständig dass Mick diese Uhrzeit recht wäre. "22 Uhr?... na das passt ja perfekt. Ich hole dich dann von zu Hause ab, wenn es dir recht ist" hörte sie ihn antworten. "Perfekt" strahlte Beth, "ich freu mich und wo geht es hin?" .. "nana wer wird denn neugierig sein" lachte Mick verschmitzt in den Hörer "lass dich einfach überraschen, also dann bis übermorgen".

Beth konnte es kaum erwarten die nächsten zwei Tage endlich rumzubringen. Mick ging es da allerdings nicht anders. So nervös und unsicher er auch war, so sehr freute er sich auf das Treffen. "Ich weiss dass es falsch ist, völlig falsch aber ich kann einfach nicht anders." ging es durch seinen Kopf als er sich am Morgen des besagten Tages in seinen Freezer legte und mal wieder versuchte ein klein wenig Schlaf zu finden.

Es war kurz vor 22 Uhr als Mick mit seinem Wagen an Beth´s Apartement vorfuhr. "Okay St. John, du hast noch genau 5 Minuten, dann gehts los, also reiss dich zusammen", mahnte er sich selbst. Er blieb noch im Wagen sitzen und Schloss die Augen, versuchte sich zu konzentrieren und seine Gefühle, welche gerade anfingen irgendwie Purzelbäume zu schlagen wieder in den Griff zu bekommen. Er atmete tief durch, dann stieg er aus dem Wagen und ging zu Beth´s Apartement. Er zögerte kurz, nickte dann und klopfte an ihre Tür.

Beth war wieder einmal völlig fertig von der Arbeit nach Hause gekommen aber dieses Mal fiel sie nicht wie sonst ins Bett. Sie ging geradewegs ins Bad und nahm eine relativ kalte Dusche damit sie wieder wach wurde. Danach stand sie ratlos vor ihrem Kleiderschrank. "Na super ich hab gar nichts anzuziehen" stellte sie nervös fest und schmiss ein Teil nach dem anderen aufs Bett. Nach einer halben Ewigkeit entschloss sie sich letztendlich für eine enge Jeans und eine äusserst vorteilhafte Bluse, welche ihre weiblichen Rundungen perfekt zur Geltung brachte, ohne billig zu wirken. Ihre Haare ließ sie in sanften Locken über ihre Schultern fallen und auch beim Makeup achtete sie darauf dass weniger mehr war. "Ich denke so kann er sich mit dir sehen lassen", zwinkerte sie sich lächelnd im Spiegel zu. Sie war gerade fertig geworden als sie das Klopfen an ihrer Türe vernahm. Dieses Mal öffnete sie allerdings nicht automatisch.

Sie ging zur Türe und fragte laut "Wer ist da?" und musste sich ein Lachen verkneifen. Mick schmunzelte und antwortete darauf "Jemand der dich entführen möchte". Beth öffnete mit einem Strahlen die Türe und meinte "soso du möchtest mich also entführen?" ...."Wow", entfuhr es Mick der Beth mal wieder völlig unauffällig anstarrte. "Oh Gott sie ist wunderschön" und schon geriet sein Verstand ins wanken. Beth´s Strahlen wurde noch grösser "oh dankeschön, ich hatte gehofft dass du dich so mit mir zeigen kannst,du siehst aber auch toll aus" konterte sie und hob dabei beide Augenbrauen spitzbübisch mehrmals hoch. Mick räusperte sich, da ihm gerade bewusst wurde dass er schon wieder einmal kurz vorm Sabbern stand, "oh danke" sagte er verlegen.

Beth nahm ihre Jacke und ihren Schlüssel, schloss die Türe und nahm Mick am Arm " Und wohin willst du mich entführen?" fragte sie sanft und wie sie entsetzt feststellen musste ein wenig zu verrucht.
Mick hatte Mühe sich zu sammeln, er schüttelte kurz leicht den Kopf, sah Beth dann schelmisch an "Lass dich überraschen" und ging mit ihr zum Auto. Ganz Gentleman hielt er ihr die Wagentüre auf und setzte sich danach hinters Lenkrad. Die Nacht war angenehm und so hatte er das Verdeck offen gelassen, er hoffte dass der Fahrtwind seinen Kopf ein klein wenig klarer halten würde.

Sie fuhren aus der Stadt in eine leicht hügelige Gegend, Beth spürte den sanften Fahrtwind auf ihrer Haut und legte ihren Kopf mit einem genüsslichen "hhhhhhmmmm" in den Nacken. Sie hatte ja keine Ahnung was für eine Auswirkung diese Geste auf Mick haben sollte.

[Mick]

Ihr herrlicher Duft vernebelt meine Sinne und ich kann mich kaum auf die Strasse konzentrieren. Doch als sie ihre Augen schloss und ihren Kopf nach hinten lehnte und somit ihren Hals für meine Augen frei gab war ich kurz davor meine Beherrschung zu verlieren. Ich hörte ihr pulsierendes Blut, konnte es förmlich riechen, ich konnte ein leises Knurren nicht unterdrücken, am liebsten wäre ich aus dem Wagen gesprungen und weggelaufen. Das war definitiv eine dämliche Idee sich mit ihr zu treffen, ich wäre besser wieder aus ihrem Leben verschwunden.

Beth hatte ihre Augen noch immer geschlossen, das leise Knurren das Mick von sich gab hörte sie zwar, registrierte es aber nicht wirklich, zumindest nicht bewusst. Ein paar Minuten später hielt Mick den Wagen an. Beth öffnete die Augen und sah sich um "Oh mein Gott, wow das ist ja wunderschön" sagte sie fasziniert. Mick hatte auf einer Anhöhe gehalten, von dort aus konnte man über das Lichtermeer der Stadt sehen. Der Anblick war atemberaubend. Beth sprang aus dem Wagen und lief an den Rand der Aussichtsplattform während Mick noch im Wagen sass und krampfhaft versuchte sich in den Griff zu bekommen.

"Mick, komm her, sieh dir das an, es ist atemberaubend schön. Der Ausblick ist gigantisch" rief Beth völlig entzückt. Mick atmete noch einmal tief durch, stieg aus dem Wagen und ging zu Beth. Er stellte sich direkt hinter sie und sah über ihre Schulter, "ja der Ausblick hier ist grossartig, schön dass es dir gefällt", antwortete er immer noch mit seiner Selbstbeherrschung kämpfend. Beth´s Duft der ihm in die Nase stieg vereinfachte ihm dies nicht wirklich.

So standen sie eine Weile schweigend da und schauten auf die Lichter der Stadt. Rundum war es still, nur das Rauschen des Windes in den Baumkronen war zu hören. Plötzlich hielt ein Auto neben Micks Wagen, es war ein Pärchen auf der Suche nach einem einsamen Plätzchen. Sie hatten das Autoradio laut aufgedreht und Beth und Mick lauschten dem Song.

I don´t wanna be your friend
I just wanna be your lover
no matter how it ends
no matter how it starts

danach fuhr der Wagen wieder weg.

[Mick]

wie gerne würde ich sie in den Arm nehmen und sie fest halten, einfach nur festhalten. So viele Jahre hab ich mir jegliche köperliche Nähe versagt, aber bei ihr spüre ich plötzlich wieder ein Verlangen danach, warum nur? Tief in seinem Inneren wusste er die Anwort darauf allerdings schon längst

Es war als würde Beth Mick´s Gedanken lesen können, vielleicht war es aber auch ihr eigenens Verlangen nach all den Jahren als Single wieder einmal etwas körperliche Nähe zu spüren und so lehnte sie sich wie von selbst mit ihrem Rücken gegen Mick´s Brust und legte ihren Kopf an seine Schulter ohne ihren Blick von den Lichtermeer vor ihr zu lösen. Mick hielt den Atem an, er war wie paralysiert und dann plötzlich, wie von selbst, schlangen sich seine Arme einfach um Beth´s Körper, er hielt sie einfach nur fest und stellte mit einem seeligen Lächeln fest dass Beth es ohne weiteres zu ließ.

[Beth]

Wie in Trance lehnte ich mich gegen seinen muskulösen Körper, mein Kopf fand auf seiner Schulter Platz, ich genoss es einfach nur seine Nähe zu spüren, als sich seine Arme um meinen Körper schlangen und mich festhielten stieg in mir ein Gefühl von innerer Ruhe und Geborgenheit auf. Es war unglaublich, ja das war es unglaublich schön. Ob er wohl wie ich empfand? Warum aber sonst sollte er seine Arme um mich legen und mich festhalten?

[Mick]

Es ist das unglaublichste Gefühl dass ich seit langem spüre, ihren Körper, ihre Wärme so nahe an meinem Körper zu fühlen, ihren Duft so intensiv wahrzunehmen. ich konnte einfach nicht anders, wie von selbst schlangen sich meine Arme um ihren zarten Körper, hielten sie einfach nur fest, ganz fest an mich und sie lässt es zu.

Eng aneinander geschmiegt standen sie einfach nur da. Ohne sich aus Mick´s Umarmung zu lösen drehte sich Beth langsam um.. Sie sahen sich tief in die Augen und beide wussten dass es wohl mehr als nur Freundschaft werden würde, ihre Gesichter kamen sich immer näher bis sich ihre Lippen ganz leicht und sanft berührten um sich sogleich wieder voneinander zu lösen. Ihre Blicke waren immer noch ineinander verschmolzen und das selbe geschah nun auch wieder mit ihren Lippen, welche sich neuerlich trafen. Beth schlang ihre Arme um Mick´s Nacken und zog ihn ganz dicht an sich. Beide schalteten ihren Verstand auf Standby und gaben sich einfach nur einem innigen, schier unendlich dauernden Kuss hin.

Kapitel 8 - Auf Leben und Tod

Nur widerwillig löste Beth ihre Lippen von Mick´s und schnappte nach Luft "Wow", hauchte sie atemlos. Ihre Arme waren noch immer um Micks Nacken geschlungen und ihre Finger spielten sanft mit seinen Haarlocken. Mick hielt sie immer noch fest umschlungen und sah ihr tief in die Augen.


[Beth]

Wow der Mann kann küssen, einfach unglaublich. da bleibt mir im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke weg. Und wie er mich ansieht, mir wird ganz schwindelig. Noch nie habe ich so für einen Mann empfunden, ich glaube dieses Mal hat es mich wirklich erwischt.


[Mick]

Ihre Lippe sind die reinste Sünde, ich kann nicht genug davon bekommen, so falsch es auch sein mag, dieser Kuss erweckte in mir längst verloren geglaubte Sehnsüchte. Als sich ihre zarten Arme sanft um meinen Hals schlangen und sie mit ihren Fingern mit meinem Haar spielte war mir endgültig klar, dass ich mehr von ihr wollte, nicht nur hier und jetzt diesen Kuss, ich wollte sie, ich wollte dass sie ein Teil meines Lebens wird, obgleich ich keinen Schimmer hattte wie dies funktionieren sollte.

"Ich fürchte das mit dem nur Freunde sein, wird nicht so ganz klappen" flüsterte Beth, in ihrem Blick lag soviel Zärtlichkeit, aber auch etwas Angst und Ungewissheit, genauso wie in Mick´s Blick. "Ja, das fürchte ich auch" antwortete Mick heiser und dann mussten beide wie verliebte Teenager kichern.

Beth´s Hände strichen über Mick´s Brust "Lass uns nichts übereilen" sagte sie und sah ihm dabei unsicher an. "Meine bisherigen Beziehungen waren die reinste Freakshow, ich möchte nicht dass das mit uns auch so wird, dazu bedeutest du mir einfach zu viel." ......"Wenn du wüsstest welche Freakshow dir mit mir bevor steht", dachte Mick traurig, doch auch ihm bedeutete Beth jetzt schon mehr als ihm bisher jemand etwas bedeutet hatte, "Okay....", flüsterte er, drückte sie eng an sich und küsste sie auf die Stirn.

Nachdem sie noch eine Weile ihre Zweisamkeit genossen hatten, brachte Mick Beth nach Hause, verabschiedete sich von ihr und fuhr ebenfalls zu sich heim, er musste dringend in seinen Freezer und nachdenken.

Beth kam am nächsten Morgen gutgelaunt ins Krankenhaus. Die Personalsituation hatte sich einigermaßen gebessert und so hatte sie sich nach dieser Schicht 3 Tage Urlaub genommen. Nachdem sie den ganzen Tag Patienten versorgt hatte, ging sie gegen Abend auf eine Kaffeepause zu Guillermo, sie hatte die letzten Tage kaum Zeit ihn zu sehen und irgendwie ging er ihr ab. "Hey Guillermo" begrüsste sie ihn mit einem Strahlen dass alles bisherige übertraf. Guillermo sah Beth mit grossen fragenden Augen an "Hey Doc Sunshine, nanu was ist denn mit dir los? Du strahlst ja mit der Sonne um die Wette", dabei sog er ihren Duft tief ein und grinste plötzlich breit. "Was?" fragte Beth. "Irgendwie liegt Liebe in der Luft", konterte Guillermo und hob dabei mehrmals die Augenbrauen. Beth sah verlegen zu Boden und Biss sich auf die Oberlippe. "Es ist schon ein Kreuz mit einem Vampir befreundet zu sein, vor dir kann man nichts verbergen". "Tja so ist das nunmal mit uns Geschöpfen der Nacht", lachte Guillermo "und willst du mir von ihm erzählen?"

Beth sah Guillermo verträumt an und begann: "Er ist.... ach ich weiss gar nicht wie ich das beschreiben soll, es ist einfach so unglaublich mit ihm. Seine Augen, sein Lachen, seine Art sich zu bewegen und wenn er mich im Arm hält, fühl ich mich wie zu Hause angekommen. Bei seinen Küssen vergess ich alles rund um mich, es ist als würde ich in eine andere Welt eintauchen, er lässt mich all meine Sorgen vergessen." Guillermo, der um Beth´s bisherige katastrophale Beziehungen wusste, sah sie mit erstaunten Augen an "Grundgütiger, dich scheint es ja mächtig erwischt zu haben, scheint ja ein ganz besonderer Mann zu sein, der dich so vom Hocker haut. Vielleicht sollte ich ihn mir mal ansehen, du weisst ja ich bemerke Dinge die euch Menschen verborgen bleiben" und zwinkerte dabei. Beth sah ihn skeptisch an woraufhin Guillermo fortsetzte "Na du weisst doch ich will nur dein Bestes, ich möchte nicht dass du wieder enttäuscht wirst". ...."Schon klar grosser Bruder" sagte Beth spitzbübisch und musste dabei grinsen. Guillermo lachte und fragte dann "Und wie heisst dieser Traummann?" Beth schmunzelte "Sein Name ist....", plötzliche ging ihr Piepser an, sie sah kurz darauf ... "Sorry Notfall ich muss... ich bin die nächsten 3 Tage in meinem Haus, ich hab Urlaub, danach reden wir weiter, tschau..." sie drückte ihm einen Kuss auf die Wange und schon war sie raus bei der Türe. Guillermo stand kopfschüttelnd mit einem Grinsen im Gesicht da "Menschen"... als plötzlich sein Handy klingelte.

Er sah auf das Display und hob ab "Hey Kumpel, was kann ich für dich tun, sag nicht dass du schon wieder Nachschub brauchst?" Mick war am anderen Ende der Leitung, "Hi Guillermo, nein brauch ich nicht, ich wollt mal wieder mit dir ein wenig abhängen, dachte mir vielleicht hast du Lust mit ins Akascha zu gehen." Das Akascha war eine Bar speziell für Vampire, dort konnten sie ungestört ihre Nahrung zu sich nehmen, sowohl aus dem Glas als auch direkt von der Vene. Mick brauchte einfach mal wieder einen Tapetenwechsel, ausserdem hatte er das Bedürfnis mit jemandem über seine "Erlebnisse" der letzten Wochen zu reden und mit wem konnte man das besser tun als mit seinem besten Kumpel. "Klar doch Mann, wie wäre es mit morgen Abend, da hab ich frei" antwortete Guillermo. "Passt prima, also dann... treffen wir uns morgen im Akascha, tschau" war Mick´s Antwort.

Beth´s Notfall war ein kleiner Junge der kurz vor einem Blindarmdurchbruch stand. Sie hatte eine Notoperation erfolgreich durchgeführt und sprach noch kurz mit den Eltern des Jungen. Wenn es um Kinder ging, war das für Beth immer etwas besonderes. Sie liebte Kinder über alles, aber sie hatte die traurige Gewissheit dass sie selbst nie ein eigenes Kind haben würde. Ihr damaliger Freund hatte sie, obwohl sie schwanger war, derart verprügelt, dass sie notoperiert werden musste. Danach stand fest dass sie nie wieder ein Kind bekommen könnte. Als sie das Gespräch mit den Eltern beendet hatte, zog sie sich um und ging zu ihrem Wagen. Die 3 freien Tage wollte sie in ihrem Haus am Stadtrand verbringen, wo sie schon lange nicht mehr war. Durch die vielen Dienste im Krankenhaus verbrachte sie die restliche Zeit ausschliesslich in ihrem Apartement. Sie stieg in den Wagen und fuhr los. Sie freute sich auf die Stille die sie in ihrem Haus erwarten würde, denn sie brauchte auch Zeit um über einiges nachzudenken.

Das Akascha lag etwas ausserhalb der Stadt in einer ruhigen Gegend, gerade richtig für die Art von Gästen die dort hin kamen. Mick saß bereits an der Bar als Guillermo rein kaum. "Hey Kumpel" begrüsste er Mick mit einem Klopfen auf die Schulter. "Hey, schön dass du da bist" antwortete Mick und rückte den Barhocker neben ihm zurecht. Guillermo nahm Platz, bestellte sich ein Glas Blut und musterte Mick dann von oben bis unten. Er stutzte, hob eine Augenbraue und sagte dann zu ihm "Was ist los mit dir Mick?"... "Was soll denn los sein?" antwortete dieser und sah leicht verlegen in sein vor ihm stehendes Glas. "Na komm schon" fuhr Guillermo fort, "ich kenn dich schon zu lange, als dass du vor mir etwas verbergen kannst. Irgendwas bedrückt dich doch, also raus mit der Sprache"

Mick zögerte und schwenkte nervös sein Glas hin und her... "das ist alles nicht so einfach" seufzte er und nahm einen grossen Schluck Blut. Er atmete nochmals tief durch und begann dann: " Ich hab jemanden kennen gelernt"... Guillermo sah ihn an "aja....kennen gelernt... und weiter".... "Sie ... ich ...." stotterte Mick.... "Sie?.... aja.. also ne Frau... und?" fragte Guillermo. Mick wurde sichtlich immer nervöser, er biss sich auf die Unterlippe "Es ist.. ach ich weiss es doch auch nicht, wenn ich mit ihr zusammen bin, dann habe ich das Gefühl wieder lebendig zu sein. Ich ... ich denke ich... ich hab mich ...ver..liebt." er wagte es kaum auszusprechen. "Und wo liegt nun dein Problem?" fragte Guillermo weiter. "Sie .... sie ist ein.... Mensch und sie weiss nicht was ich bin" Mick musste schlucken, so nun war es raus. Guillermo sah ihn mit grossen Augen an "Ein Mensch???? ... meine Güte Mick, du hast aber auch immer ein Händchen für die besonderen Dinge im Leben... Langeweile kommt bei dir tatsächlich keine auf... und wie heisst deine Auserwählte?", er konnte sich eine leicht ironischen Unterton nicht verkneifen.

Noch bevor Mick antworten konnte, wurde die Tür aufgerissen und ein paar randalierende Jung-Vampire stürmten bewaffnet in die Bar. In der letzten Zeit häuften sich solche Vorfälle. Frisch verwandelte Vampire, die meinten sich über alle Vampirregeln hinwegsetzen zu müssen mischten immer wieder diverse Vampir-Treffs auf und wollten auf brutalste Art und Weise den "alteingesessenen" Vampiren zeigen, dass sie die neue Macht sind. Das konnte natürlich nicht geduldet werden und so kam es immer wieder zu schweren Kämpfen unter ihresgleichen die auf beiden Seiten unter anderem tödlich endeten.

Sofort begann ein erbitterter Kampf zwischen den Vampiren. Die Jung-Vampire waren mit Silberkugeln geladenen Waffen, Holzpflöcken sowie mit Spritzen, welche mit reinem flüssigen Silber gefüllt waren bewaffnet. Die anwesenden Vampire verteidigten sich, sie waren zwar auf Grund ihres Alters weit stärker als die Jung-Vampire, aber sie waren keineswegs so gut bewaffnet wie diese. Auch Mick und Guillermo kämpften gegen die Randalierer. Da die Bar allerdings gut besucht war, waren die Alt-Vampire in der Überzahl und der Kampf stand kurz vor dem Ende. Plötzlich stürmte einer der Jung-Vampire von hinten auf Guillermo zu, Mick sah dies und wollte ihn abwehren, doch genau in diesem Moment wurde er von 2 Silberkugeln in den Rücken getroffen und sank zu Boden. Guillermo drehte sich rasch um, doch er konnte den Angriff nicht mehr rechtzeitig abwehren. Er spürte plötzlich einen Stich in seinem Bein. Ein anderer Alt-Vampir kam ihm zur Hilfe und schlug dem Jung-Vampir von hinten den Kopf ab.

Mick hatte sich trotz seiner Verletzung bereits wieder auf die Beine gestellt und konnte gerade noch seine Arme ausstrecken, als ihm Guillermo entgegen fiel. "Hey Kumpel, mach bloss keinen Scheiss" sagte er zu Guillermo. Dann sah er die Spritze die in dessen Bein steckte. Vorsichtig zog er sie raus. Mit Entsetzen musste er erkennen, dass sich fast der gesamte Inhalt bereits in Guillermos Körper befinden musste. "Guillermo"... schrie Mick nun seinen Kumpel an. Das pure Silber dass sich in der Spritze befunden hatte, begann langsam zu wirken. Erst würde es den Vampir lähmen und danach langsam aber sicher töten.

"Guillermo... hey Mann... Kumpel.. komm schon, tu mir das nicht an, verlass mich nicht" schrie Mick verzweifelt, selbst mit seiner Verletzung kämpfend, während er Guillermo immer noch fest in seinen Armen hielt.


Kapitel 9 - Unendliche Traurigkeit

Mick hielt seinen besten Freund wiegend in seinen Armen. Was sollte er tun? Das Silber musste aus seinem Körper, aber wie? In ein Krankenhaus konnte man einen Vampir schlecht bringen, ausserdem lag die Bar ausserhalb der Stadt und die Zeit wurde knapp.

"Mick".... Guillermo war trotz der bereits einsetzenden Wirkung des Silbers geistig noch einigermaßen klar, er spürte allerdings dass sich langsam leichte Lähmungserscheinungen in seinem Körper breit machten. Er hatte Mühe seine Hände zu bewegen, trotzdem versuchte er mit aller Kraft sein Handy aus seiner Hosentasche zu ziehen und hielt es Mick entgegen. "Mick.... bring...bring mich zu...Doc Sunshine". Verwirrt sah Mick seinen besten Kumpel an, er nahm dessen Handy und suchte im Display nach diesem Doc Sunshine. Er stellte keine weiteren Fragen denn nun zählte jede Minute und er vertraute Guillermo dass dieser schon wissen würde, warum er ausgerechnet zu diesem Doc wollte. Er scrollte im Adressbuch des Handys und fand tatsächlich einen Eintrag unter Doc Sunshine. Die angeführte Adresse war mit dem Auto nur wenige Minuten von der Bar entfernt. Obwohl auch Mick´s Schussverletzung mit den Silberkugeln ihm große Schwierigkeiten bereitete hob er mit aller Kraft seinen Freund hoch und brachte ihn zu seinem Auto. Er setzte ihn auf den Beifahrersitz. Mick selbst zitterte am ganzen Körper da auch bei ihm das Silber langsam leichte Ausfallserscheinungen verursachte. "Ich muss das schaffen, ich muss Guillermo zu diesem Doc bringen, ansonsten habe ich ihn für immer verloren" schoss es durch seinen Kopf. Er setzte sich hinters Lenkrad, startete den Wagen und raste zu der Adresse dieses Doc´s.

Beth saß gemütlich auf der Couch und las ein Buch als sie plötzlich einen Wagen vor ihrem Haus hörte. Da ihr Haus etwas abgelegen stand war es eigentlich unüblich dass sich hierher jemand verirrte noch dazu um diese Zeit. Sie stand auf ging zum Fenster und sah einen ihr gut bekannten alten Mercedes anhalten. "Mick?".... fragte sie erstaunt. Sie konnte sich nicht erinnern dass sie Mick von diesem Haus erzählt hatte, nicht dass sie ihm etwas verheimlichen wollte, aber die letzten Wochen hatte sie ja ausschliesslich in ihrem Apartement gewohnt und von daher war sie verwundert dass Mick plötzlich vor ihrem Haus stand. Während sie zur Türe ging um diese freudig zu öffnen sprang Mick aus seinem Wagen, hob Guillermo aus diesem und ging so schnell es ihm seine Verletzung möglich machte zu der Haustüre. Er wollte gerade klopfen als die Türe aufgerissen wurde.

"Mick".... rief Beth mit einem freudig strahlenden Lachen, welches in der nächsten Sekunde wieder verschwunden war, als sie plötzlich in das ihr so vertraute Gesicht sah, welches sie allerdings mit weissblitzenden Augen und Reißzähnen ungläubig anstarrte. "Beth????... Was....???" Mick stockte der Atem, Beth, die Frau in die er sich verliebt und mit der er die letzten Wochen verbracht hatte, stand plötzlich vor ihm. Hatte er sich in der Adresse vertan? "Nein das kann nicht sein, ich wusste ja gar nicht dass sie hier scheinbar wohnt" ging es durch seinen Kopf. "Aber was macht sie hier?"... seine Gedanken rasten, als Beth´s Blick plötzlich auf Guillermo fiel und sie entsetzt aufschrie. "Oh mein Gott, Guillermo..... was ist passiert?" die Frage stellte sie allerdings an Mick. Sie öffnete dabei die Türe noch weiter und deutete Mick dass er reinkommen sollte. Noch bevor Mick antworten konnte, lief sie vor Richtung Keller und deutete Mick dass er ihr folgen möge.

Wie sollte er ihr bloss erklären was passiert war, dass Vampire gegeneinander gekämpft haben, dass Silber für Vampire tödlich war und dass Guillermo jede Menge davon abbekommen hatte und dieses so schnell wie möglich aus seinem Körper musste. Aber woher kannte sie Guillermo? In seinem Kopf hämmerte es, dann sagte er einfach "Er hat pures Silber gespritzt bekommen, wenn wir es nicht aus ihm rausbekommen stirbt er". Er wartete auf Beth´s Reaktion. Sie waren auf dem Weg in den Keller, Beth öffnete eine Türe, drehte sich zu Mick um und sagte nur "Ich weiss, dass Silber für euch nicht gut ist" und ging durch die Türe.

"Für euch nicht gut ist..." als Mick diese Worte vernahm wurde ihm erst bewusst dass auch er sich nach wie vor im Vampirmodus befand. Durch seine eigene Verletzung konnte er sich nicht zurück verwandeln "Oh mein Gott ich wollte nie dass sie es so erfährt", dachte er entsetzt. Er folgte Beth in den Raum und sah sich erstaunt und ungläubig um. Es war eine Art Operationsraum, mit diversen medizinischen Geräten und da standen tatsächlich zwei Freezer. Beth ging zu einem und öffnete diesen. "Leg ihn hier rein", sagte sie zu Mick und ging danach zu einem Kühlschrank der vollgefüllt mit Blutkonserven war.

Nachdem Mick Guillermo vorsichtig in den Freezer gelegt hatte, merkte er wie sein eigener Körper schwächer wurde, die Silbermunition in ihm wirkte immer stärker und so sank er neben dem Freezer zu Boden. Beth bemerkte das natürlich sofort und während sie mit den Blutkonserven an den Freezer trat, reichte sie eine davon an Mick "Hier trink erstmal". Mick sah Beth beschämt an, doch die sah ihn mit einem sanften Lächeln direkt ins Gesicht. Er nahm die Blutkonserve, öffnete sie und während er trank beobachtete er genau was Beth nun tat.

Beth entledigte Gullermo seiner gesamten Kleidung und stellte eines der medizinischen Geräte nahe an den Freezer. Daran hingen diverse Schläuche und Kanülen, sie setzte Guillermo einige Zugänge an beiden Körperseiten. An der einen Seite hängte sie die Blutkonserven an und dann schaltete sie das Gerät ein. Es war ein altes Dialysegerät welches im Krankenhaus nicht mehr benötigt wurde. Sie hatte es damals mit Guillermo in ihr Haus gebracht und den Keller vampirgerecht eingerichtet. "Wer weiss wozu wir das nochmals brauchen werden, ausserdem möchte ich ja eine gute Gastgäberin sein" hatte sie damals gewitzelt. Dass sie damit tatsächlich einmal versuchen würde einem Vampir, noch dazu ihrem besten Freund, das Leben zu retten, hatte sie damals noch nicht geahnt.

Mick sass immer noch am Boden, die Blutkonserve hatte er bereits leer getrunken. Wie unter Schock sass er da und beobachtete jede Bewegung von Beth mit ungläubigem Blick.

[Mick]

Ich kann nicht glauben was ich hier sehe. Beth, die Frau in die ich mich verliebt habe, die Frau steht hier und versucht gerade meinem besten Kumpel das Leben zu retten. Eigentlich nichts ungewöhnliches für eine Ärztin, aber mein Kumpel ist kein Mensch sondern ein Vampir und sie hat nichtmals mit der Wimper gezuckt als sie uns gesehen hat. Jeder ihrer Handgriffe sitzt beim ersten Mal, sie ist völlig ruhig, ich kann keine Angst an ihr wahrnehmen. Menschen kennen doch Vampire nur aus Schundromanen und wenn sie einem dann tatäschlich mal begegnen stehen sie kurz vorm Herzinfarkt. Nicht aber so Beth, es scheint als wäre es für sie das normalste auf der Welt. Ungläubig schüttelte er leicht den Kopf als eine neue Welle des Zitterns seinen Körper durchfuhr.

Beth hatte alles nötige und ihr mögliche für Guillermo getan "Wir müssen warten bis das Silber aus seinem Blut gefiltert und das frische Blut in seinem Körper ist" wandte sie sich an Mick. Als sie sah dass sein Körper neuerlich von Krämpfen geschüttelt wurde, ging sie zu ihm hin und legte ihre Hand sanft auf seine Wange. "Nun werde ich mir mal deine Verletzungen ansehen" sagte sie sanft mit einem besorgten Blick. Mick konnte Beth nicht ansehen, zu sehr schämte und hasste er sich dafür was er war. "Nein, das wird schon" flüsterte er. Beth betrachtete Micks Körper, vorne konnte sie keinerlei Verletzung ausmachen, also musste seine Verletzung scheinbar an der Rückseite seines Körpers sein. "Aja und wie bitte willst du dich an deiner Rückseite selbst verarzten?" fragte sie ihn mit hochgehobener Augenbraue.

Mick hob seinen Kopf nun doch und sah Beth zaghaft an "Beth, ich möchte nicht....." er räusperte sich, "es ... tut mir leid.... dass..." verzweifelte rang er um die richtigen Worte, aber er konnte sie einfach nicht finden. Beth griff nun mit beiden Händen unter Micks Arme um ihm auf zu helfen. Mick ließ es letztendlich geschehen und folgte Beth´s Anweisung sich auf den Stuhl zu setzen. Als Beth hinter ihn trat, konnte sie zwei Einschusslöcher in seiner Kleidung erkennen. "Du musst den Oberkörper frei machen, komm ich helf dir" sagte sie noch immer ganz ruhig und begann erst Mick´s Mantel und danach sein Hemd auszuziehen. Als Mick mit nacktem Oberkörper dann vor ihr sass musste sie kräftig schlucken, denn so hatte sie ihn noch nie gesehen.

"Reiss dich zusammen Beth Turner" mahnte ihr Verstand "das ist definitiv der falscheste Zeitpunkt um an gewisse Dinge zu denken." Sie räusperte sich kurz und begann dann die Kugeln aus Mick´s Rücken zu entfernen. Es war keine wirklich grosse Sache und sie war relativ rasch damit fertig, trotzdem verweilten ihre Hände länger als nötig auf Mick´s Rücken und strichen plötzlich fast wie von selbst zärtlich jeden einzelnen Muskel entlang, hinunter bis zum Hosenbund und entlang der Wirbelsäule wieder hinauf bis in seinen Nacken um danach mit einem sanften Druck auf seinen Schultern zu ruhen.

[Mick]

Ich spürte ihre zarten Hände die erst die Kugeln entfernten und danach sanft, fast liebevoll über meinen Rücken strichen. Ich hörte wie ihr Herz schneller schlug aber ich konnte noch immer keine Angst in ihr erkennen. Jede Faser meines Körpers nahm ihre Berührungen wahr und trotz der Schmerzen die ich hatte machte sich ein Gefühl der Wärme, der Sicherheit und Geborgenheit in mir breit. Es war so unrealistisch, ich ein Vampir, fühlte mich in den Händen eines Menschen sicher und geborgen. Die ganze Situation hier war so unrealistisch. Ich hoffte dies alles würde nur ein schlechter Traum sein aus dem ich bald erwachen würde. Doch für eine kurze Weile wollte ich ihn noch weiter träumen, wollte ihre sanften Hände auf meiner nackten Haut spüren und ihre zarten Berührungen tief in mich aufnehmen.

Beth löste ihre Hände von Micks Körper und ging zum Kühlschrank, sie nahm noch eine Blutkonserve raus, füllte sie dieses Mal allerdings in ein Glas und reichte dieses Mick. "Hier, du solltest noch etwas davon trinken damit es schneller heilen kann" Nickend nahm Mick das Glas und trank es in einem Zug aus. Er spürte wie das Blut seine Kehle hinunter ran und sich in seinem Körper ausbreitete. Das Zittern hörte auf und er verwandelte sich wieder zurück in seine menschliche Gestalt. "Danke" sagte er ganz leise, "ich sollte nun besser gehen" und wollte aufstehen. "Gehen?", fragte Beth, "wohin willst du denn gehen?". Mick sah sie traurig an "es ist besser wenn ich jetzt nach Hause gehe", war seine Antwort.

"Kommt überhaupt nicht in Frage" sagte Beth ziemlich energisch. "Dein Körper muss sich erst wieder völlig erholen, danach erst werde ich dich entlassen und keine Widerrede, was der Arzt sagt, hat der Patient zu befolgen." Beth konnte sich allerdings ein dezentes Grinsen nicht verkneifen. Mick schüttelte ungläubig den Kopf "Und was soll ich deiner Meinung nach nun tun, Doc?" , fragte er dann doch ein wenig amüsiert. "Ausziehen und schlafen gehen", dabei deutet Beth auf den zweiten Freezer. Mick seufzte tief und nickte "sie hat ja recht, mein Körper muss sich erst regenerieren bevor ich wieder top fit bin" dachte er still. Ausserdem wollte er auch seinen Kumpel nicht so wirklich alleine lassen. "Könntest du dich dann bitte umdrehen während ich mich ausziehe" sagte er dann verlegen. Beth presste die Lippen zusammen um ein Lachen zu unterdrücken, sie rollte die Augen, drehte sich dann mit einem Schwung um und konnte sich ein "ich schau dir schon nichts ab" nicht verkneifen. Sie öffnete den Deckel von Guillermo´s Freezer und tausche die leere Blutkonserve gegen eine volle aus. Dabei betrachtete sie Guillermos nackten Körper ganz genau, nicht weil sie an seinem Körper interessiert war, sondern weil sie eventuelle farbliche Hautveränderungen genauer inspizierte. Die gräulich-blaue Färbung verschwand allmählich bei ihm und wurde durch einen zarten hellen, fast Marmor ähnlichen Teint ersetzt.

Beth atmete tief durch, "Du schaffst das Kumpel, keine Sorge ich lass dich nicht im Stich" flüsterte sie Guillermo zu, der immer noch in einem tiefen Schlaf steckte. Mick hatte sich inzwischen ausgezogen und war in den Freezer gestiegen. mit einem "Gute Nacht" schloss er den Deckel. Schnell schloss er seine Augen und hoffte dass Beth den Freezer nicht nochmals öffnen würde. Irgendwie war es ihm peinlich so völlig nackt vor ihr zu liegen, vor allem nach all dem was heute Nacht passiert war, er wollte warten bis Beth aus dem Keller gegangen war und wollte dann nach Hause fahren.

Beth hörte Micks "Gute Nacht", sie stand noch immer mit dem Rücken zu ihm und antwortete ebenfalls leise "Gute Nacht, schlaf gut". Sie schloss Guillermos Freezerdeckel und sammelte noch die leeren Blutkonserven auf. Was sie dann tat hatte sie eigentlich nicht vor, doch wie von Geisterhand gesteuert trat sie vor Mick´s Freezer und sah auf den darin liegenden Körper.

[Beth]

Warum? Warum muss ich mich immer in die falschen Männer verlieben. Bei ihm dachte ich wirklich dieses Mal würde es klappen, tja da wusste ich noch nicht dass er ein Vampir ist. Ich kenne die Einstellung der Vampire was Beziehungen jeglicher Art zu Menschen betrifft. Guillermo hatte mir damals alles genau erklärt. Dass er damals eine Freundschaft mit mir eingegangen ist, war schon eine große Ausnahme und sollte nicht gerade an die große Glocke gehängt werden, Guillermo wollte dies so, weil er mich, wie er sagte schützen wollte. Okay bei einer Freundschaft mag das vielleicht nicht so schwierig sein, aber wenn man sich so wie ich in einen Vampir verliebt hat......naja eigentlich habe ich mich ja in einen Mann, in einen ganz besonderen Mann verliebt, dass er ein Vampir ist wusste ich ja bis eben noch nicht. Tja ich wusste von Anfang an dass er etwas besonderes ist, nur dass er SO besonders ist, damit habe ich allerdings nicht gerechnet. Die Gewissheit zu haben, dass es für uns keine gemeinsame Zukunft gibt, tut einfach nur unendlich weh.

Vorsichtig, so als wolle sie Mick nicht aufwecken, legte sie eine Hand auf den Freezer und konnte dabei nicht verhindern, dass ihr die Tränen über die Wangen liefen. Ja sie liebte diesen Mann und doch wusste sie dass er diese Liebe wohl nie auf die Art erwidern würde, wie sie es sich erhofft hatte. Sie war einfach nur unendlich traurig und in ihrem Inneren tat diese Erkenntnis unheimlich weh.

[Mick]

Ich lag nackt in diesem fremden Freezer und obwohl ich die Augen geschlossen hatte konnte ich sie spüren. Ihre Blicke, Beth´s Blicke, welche über meinen Körper wanderten. Meine Gedanken rasten. Woher kannte sie Guillermo? Woher wusste sie dass es Vampire gibt? Wieso blieb sie so ruhig als sie uns sah? Woher wusste sie so genau wie sie einen Vampir behandeln musste um ihm sein untotes Leben zu retten? Und vor allem wieso wollte sie ausgerechnet einen Vampir retten? Soviele Fragen, ob ich darauf jemals eine Antwort bekomme? Ich wusste sie sieht mich an, ich konzentrierte mich die Augen geschlossen zu halten und ihre Gefühle zu spüren. Ich erwartete Haß, Ekel und Ablehnung. Doch was ich spürte brachte meine Gedanken noch mehr durcheinander. Ich spürte Beth´s Traurigkeit, ihre Verzweiflung, ich konnte förmlich ihre salzigen Tränen riechen und ich nahm noch ein Gefühl von ihr wahr...---Liebe----.... Liebe? für mich? Für ein Monster? Das musste eine Sinnestäuschung sein.

Beth schaltete das Licht in dem Raum aus, schloss die Türe und ging hoch in ihr Wohnzimmer, sie brauchte einfach Zeit um nachzudenken. Fest in eine Decke gewickelt setzte sie sich mit einem Glas Rotwein auf die Couch und ließ das eben Erlebte nochmals vor ihrem inneren Auge ablaufen.

Mick hörte wie Beth den Raum verließ, er seufzte tief. "Ich warte noch etwas und danach hau ich von hier ab, es ist besser so, ich hätte es nie zulassen dürfen Gefühle für sie zu entwickeln" Die Kälte des Freezers tat ihm gut doch sein Körper war immer noch durch die Schussverletzung geschwächt, er bemerkte kaum wie er immer müder wurde und letztendlich doch in einen tiefen und traumlosen Schlaf fiel.


Kapitel 10 - Fragen

Es war bereits Mittags als Mick wach wurde. Langsam öffnete er die Augen um sofort festzustellen, dass er nicht in seinem Freezer lag. "Wo bin ich", war sein erster Gedanke, doch sogleich brachen die Erinnerungen der vergangenen Nacht über ihn herein. "Beth" kam es flüsternd über seine Lippen. Langsam öffnete er den Freezerdeckel und setzte sich auf. Es war finster in dem Raum, die Rolläden an den Fenstern waren runter gelassen, sodass kein Tageslicht und auch keine Sonne in dem Raum konnte. Trotz der Finsternis konnte Mick dank seiner Vampirfähigkeiten jedes Detail in dem Raum erkennen. Er blickte auf den Freezer neben sich. "Ich muss weg hier, aber erst muss ich nach Guillermo sehen wie es ihm geht" schoss es durch seinen Kopf. Als Mick aus dem Freezer stieg, ging an der Wand eine Lampe mit ganz dämmrigen Licht an. Mick drehte den Kopf in die Richtung der Lichtquelle und zog eine Augenbraue hoch."War etwa jemand in den Raum gekommen, ohne dass er es gemerkt hat?" Sein Blick schweifte umher... nichts, doch dann entdeckte er einen Bewegungsmelder der das Licht angehen ließ. Mick musste schmunzeln " Ein wirklich äusserst vampirfreundlicher Keller". Er stand vor Guillermo´s Freezer und sah durch den geschlossenen Deckel. Guillermo schlief noch, doch er sah schon deutlich besser aus als gestern. Erst jetzt bemerkte Mick, dass keine Geräte und Blutkonserven mehr an Guillermo angeschlossen waren. Er stutzte kurz "Als ich gestern schlafen ging, lief noch das Gerät und er hing an einer Konserve". Mick entdeckte das Gerät, welches wieder an seinem alten Platz von gestern stand, er blickte auf seine Armbanduhr und seine Augen weiteten sich. "12.37 Uhr, ich hab tatsächlich über 7 Stunden geschlafen" kopfschüttelnd zog er seine Klamotten an, er musste weg von hier, und zwar ohne dass er Beth begegnete.

Beth lag im Wohnzimmer auf der Couch, sie war nachdem die letzte Blutkonserve für Guillermo durchgelaufen war und das Dialysegerät wieder abgestellt werden konnte, völlig erschöpft eingeschlafen, nicht mehr fähig den Weg in ihr Schlafzimmer zu finden. Mick ging unhörbar die Treppen hoch und stand plötzlich vor der schlafenden Beth im Wohnzimmer. Ohne es zu wollen, entfuhr ihm ein tiefer Seufzer.

[Mick]

Sie sieht aus wie ein schlafender Engel. Ich könnte sie ewig so ansehen, sie ist für mich wie eine Droge, von der ich einfach nicht genug bekommen kann, meine ganz persönliche Droge. Doch ich weiss dass es falsch ist, sie ist ein Mensch und ich ein Vampir. Solche Beziehungen können nicht gut gehen, vor allem kann ich ihr nichts bieten, kein normales Leben, keine Kinder, nichts was ihr ein normalsterblicher Mann bieten könnte. Auch wenn ich es mir nicht eingestehen will, ich habe mich in sie verliebt, ja das habe ich tatsächlich. Ich, Mick St. John, ein 85 Jahre alter Vampir, habe mich tatsächlich in einen Menschen verliebt.

[Beth]

Ich schlief, dennoch spürte ich dass mich jemand ansah, dass ich nicht mehr alleine im Raum war. Auch wenn ich nichts hören konnte.... doch ... was war das?.... ein Seufzer, ein aus einer verzweifelten Seele tiefer Seufzer. Ich wusste sofort dass es Mick war der vor mir stand und mich anssah, ich konnte ihn riechen, und seine Stimme konnte ich sogar schon an einem Seufzer erkennen. Ich hatte die halbe Nacht über die Ereignisse der letzten Stunden gegrübelt. Seltsamer Weise hatte mich die Erkenntnis dass Mick ein Vampir war noch nicht einmal wirklich schockiert. Ich stellte mir immer wieder selbst die Frage über das warum..... doch die Antwort darauf wusste ich schon längst. Ich liebte Mick, ich liebte ihn so sehr dass es mir sogar egal war, was er war, dass er kein Mensch war. Ich wusste durch Guillermo so ziemlich alles über Vampire, ihr Leben, ihre Einstellung zu gewissen Dingen usw. Das alles konnte meine Liebe zu Mick nicht erschüttern.

Mick drehte sich gerade um um zur Türe zu gehen, als er leise seinen Namen vernahm. "Mick, bitte geh nicht", hörte er Beth leise sagen. Wie erstarrt blieb er stehen und schloss für einen Augenblick seine Augen. Er atmete tief durch, keine Gute Idee wie er feststellen musste. Beth Duft stieg ihm sofort wieder in die Nase. "Beth.....es ist besser wenn ich gehe" er schluckte schwer bei seinen Worten. Doch noch ehe er sich wieder in Bewegung setzen konnte, war Beth aufgesprungen und stand vor ihm. Sie sahen sich tief in die Augen und Mick hatte das Gefühl als würde es ihn innerlich zerreissen, wenn er nicht sofort zur Türe raus könnte. "Bitte Mick, wir sollten reden, geh bitte nicht einfach so, bitte...." Beth sah ihn mit hoffnungsvollen Augen an, ihr Mund zitterte leicht, es machte ihn schier wahnsinnig als er sie so sah und ihre ganzen Gefühle wahr nahm, aber konnte er ihr diese Bitte abschlagen? Konnte er ihr überhaupt eine Bitte abschlagen? Er nickte kurz und atmete tief durch.

Ein zartes Lächeln spiegelte sich auf Beth´s Gesicht. "Frühstück?" fragte sie während sie bereits Richtung Küche ging. Verdutzt sah Mick ihr nach "Frühstück?" dachte er bei sich, "ähm sie weiss doch wohl sicher das Vampire nicht essen". Doch noch ehe er etwas erwidern konnte, sah er wie Beth eine Flasche mit Blut aus dem Kühlschrank holte und etwas davon in ein Glas schüttete. Sie schaltete die Kaffeemaschine ein und stellte das Glas mit Blut auf den Küchentresen. Mick konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen und folgte Beth kopfschüttelnd in die Küche. Er setzte sich an den Tresen, Beth nahm ihren Kaffeebecher, füllte ihn und setzte sich gegenüber von Mick. Sie hielt ihren Kaffeebecher hoch und prostete Mick leicht zu, dieser nahm sein Glas und trank von dem Blut. Es schmeckte köstlich, trotzdem war es ihm unangenehm so vor Beth Blut zu trinken, so als wäre es das normalste der Welt.

Mick räusperte sich und schloss kurz die Augen. "Darf ich dich etwas fragen?", sagte er schliesslich. "Selbstverständlich, alles was du willst", antwortete Beth, sie konnte sich beinahe denken was Mick wissen wollte. "Woher kennst du Guillermo?".... "Ich habe ihn im Krankenhaus, in dem wir beide arbeiten vor vielen Jahren kennen gelernt." ..... "Woher weisst du dass er ein Vampir ist, bzw. wieso weisst du dass es sowas wie uns gibt?"....... "Als ich Guillermo kennen lernte, wusste ich nicht was er war, mit den Jahren entstand eine enge Freundschaft zwischen uns. Eines Tages, naja besser gesagt eines Nachts, wollte ich Guillermo im Sezierraum auf einen Kaffeeplausch besuchen und erwischte ihn bei einem seiner Blutdeals. Ich stellte ihn zur Rede und als ich nicht locker ließ, hat er mir erzählt was er ist und mich in eure Geheimnisse eingeweiht. Ich habe ihm damals hoch und heilig geschworen, sein Geheimnis zu bewahren." Mick nickte verstehend und nahm noch einen kräftigen Schluck Blut. Die nächste Frage schoss ihm schon durch den Kopf, doch er konnte sie ihr einfach nicht stellen, tja leider war sein Mund schneller als sein Gedanke "Und läuft da etwas zwischen euch? Liebst du ihn?"... "shit, ganz toll St. John, mann bist du ein Vollidiot, wieso ist deine Klappe mal wieder schneller als dein Hirn?"... er konnte es nicht fassen, es war ihm tatsächlich rausgerutscht, verzweifelt suchte er das Loch im Boden, welches sich jedoch nicht auftun wollte damit er darin versinken konnte.

Beth entfuhr ein unterdrückter Lacher "Ich? Ob ich Guillermo liebe?", doch dann wurde ihre Miene ganz ernst. "Ja das tue ich", antwortete sie. Mick klappte die Kinnlade auf, er hielt den Atem an und starrte Beth geistesabwesend an. "Ja, ich liebe Guillermo, wie meinen Bruder" fuhr Beth fort und konnte sich ein dezentes Grinsen über Mick´s Reaktion nicht verkneifen. Unüberhörbar atmete Mick erleichtert aus und nickte, danach fuhr er leise fort. "Du warst gestern nicht wirklich sonderlich geschockt, als du gemerkt hast, dass ich ebenfalls ein Vampir bin", er konnte Beth bei diesen Worten nicht ansehen, Beth beobachtete Mick genau und gab erstmals keine Antwort. Damit erreichte sie genau das was sie wollte. Mick stutzte und sah sie dann doch fragend an. Sie lächelte und antwortete "Verwundert und etwas irritiert, das ja, aber nicht schockiert.", dabei legte sie sanft ihre Hand auf seine und strich zärtlich darüber.

Ein angenehmer Schauer rieselte über Mick´s Rücken, er wollte seine Hand wegziehen, doch er wollte auch dieses Gefühl noch etwas geniessen. "Beth.... ich", krächzte er, "es tut mir leid, aber das mit uns...", weiter kam er nicht denn Beth winkte mit der Hand sofort ab und sah ihn zornig an. "Was kommt jetzt Mick?" doch sie ließ ihm keine Zeit für eine Antwort sondern fuhr fort, "dass wir uns geküsst haben, war ein Fehler? Dass du dich auf mich eingelassen hast, ebenfalls? Achja und bestimmt auch dass Beziehungen zwischen Menschen und Vampiren, schwierig, gefährlich und kompliziert sind. Dass ein Vampir einem Menschen nichts als die ewige Dunkelheit bieten kann, dass DU mir nichts bieten kannst? Das wir gemeinsam nie ein normales Leben führen könnten, dass ich nie ein Kind mit dir haben könnte?.. Hab ich noch irgendwas vergessen?" Beth war zur Hochform aufgelaufen, Guillermo hatte ihr damals erklärt, dass Vampire Beziehungen zu Menschen nach Möglichkeit vermeiden, eben wegen dieser ganzen Umstände. Doch sie war noch nicht fertig. "Nur mal zu deiner Information, selbst Beziehungen zwischen Menschen sind meist schwierig, mitunter gefährlich und ganz oft kompliziert und nicht immer ist das Leben dass wir Menschen führen "normal", meine bisherigen Beziehungen waren die reinsten Freakshows. Und was das Kinderkriegen betrifft, da kann ich dich beruhigen, ich kann so und so keine Kinder mehr bekommen. Du bedeutest mir wirklich sehr viel Mick und ich werde nicht zulassen dass du uns nicht die geringste Chance gibst, nur weil ich anders bin als du. So fertig nun bist du dran"
Mick sass da wie vom Donner getroffen.

[Mick]
Ich hörte was sie mir alles an den Kopf warf, es war unglaublich, genau das alles waren meine Gedanken, jedes einzelne Wort war das was ich gerade dachte. Sie war richtig in Rage, da war sie plötzlich wieder die kleine Furie... meine kleine Furie, die ich so sehr liebte. Süss wie sie ihre Augen zornig zusammen kniff. Sie kann keine Kinder bekommen? ...ooohhh, ganz innen drinnen in mir wusste ich dass sie mit ihren Worten Recht hatte, auch in menschlichen Beziehungen gab es keine Garantien. Doch was war das? "Du bedeutest mir wirklich sehr viel Mick"... war das etwa ein Liebesgeständnis von ihr, sollte es tatsächlich möglich sein, dass diese wunderbare Frau ein Monster wie mich lieben konnte? "und ich werde nicht zulassen dass du uns nicht die geringste Chance gibst, nur weil ich anders bin als du" ... wie?was? weil SIE anders ist als ich? Ich glaub ich hatte Drogen im Glas, wenn hier jemand anders ist dann bin doch wohl ich das.

Beth konnte sehen wie Mick´s Gedanken Purzelbäume schlugen, in seinen Augen spiegelte sich Verzweiflung, Traurigkeit aber auch gleichzeitig, Wärme und Zärtlichkeit. "Beth.. ich", begann Mick zögerlich, "ich bin ein Monster und ich habe es nicht verdient glücklich zu sein, was wenn ich dich verletze oder gar töte?"... Beth stand auf ging um den Tresen und stellte sich vor Mick, sie nahm sein Gesicht in ihre zarten Hände und strich zärtlich mit den Daumen über seine Wangen. "Du bist kein Monster und wenn du mich verletzen oder töten hättest wollen, hättest du die letzten Monate genügend Möglichkeiten dazu gehabt. Mick sieh mir in die Augen und sag mir dass du nichts, aber rein gar nichts für mich empfindest. Dann lass ich dich gehen, so schwer es mir auch fallen würde, aber wenn auch nur ein klitzekleines Gefühl für mich in dir ist, dann bitte, bitte gib uns eine Chance."

Hätte Mick´s Herz noch geschlagen, wäre es mit Garantie bei Beth´s Berührungen und Worten zum Stillstand gekommen. Nie könnte er sagen, dass er nichts für Beth empfand, denn das tat er, mehr als er sich zugestehen wollte. Er spürte ihre zarten kleinen Hände auf seinem kalten Gesicht und sah in zwei blaue funkelnde und von soviel Zärtlichkeit und Liebe erfüllten Augen, dass er endgültig all seine Bedenken über Bord warf. Seine Arme schlangen sich um Beth´s Taille und er zog sie ganz nah an sich. Ohne etwas zu sagen kamen sich ihre Lippen immer näher bis sie sanft aufeinander trafen und sich zu einem innigen, leidenschaflichen und schier endllos dauernden Kuss vereinigten.

Kapitel 11 - Tiefe Gefühle

Noch immer standen Mick und Beth küssend in der Küche. Während Mick Beth noch fester an sich zog, sodass nun nichtmal mehr ein Blatt Papier zwischen die beiden gepasst hätte, schlang Beth ihre Arme um Mick´s Hals. Zärtlich strichen ihre Finger seinen Nacken entlang um schliesslich sanft durch seinen Haaransatz zu kraulen. Ein tiefer genussvoller Seufzer entfuhr Mick´s Lippen, welche durch Beth´s Berührungen nur noch fordernder gegen die ihren pressten. Als Beth Mick´s Zunge auf ihren Lippen spürte öffneten sich diese automatisch und auch Beth entfuhr nun ein tiefer und begieriger Seufzer. Beide Körper durchzuckten lauter kleine Blitze und die Begierde stieg in beiden bis ins schier unermäßliche.

[Beth]

Noch nie in meinem Leben bin ich mit solch einer zärtlichen Leidenschaft geküsst worden. Ich habe das Gefühl als stünde mein ganzer Körper unter Strom. Seine kühlen Lippen, so sanft und doch so fordernd auf meinen zu spüren, seine Hände die mit einem sanften Druck meine Taille festhielten und meinen Körper noch fester an seinen pressten, es ist ein so unglaubliches Gefühl, welches ich niemals für möglich gehalten hätte jemals zu empfinden. Mein ganzer Körper schreit nach ihm, verzerrt sich nach seinen Berührungen, ich will ihn noch intensiver spüren, ich will alles von ihm spüren, wirklich alles und zwar jetzt.

[Mick]

Ich kann mich nicht erinnern jemals so empfunden zu haben, nichtmals als ich noch ein Mensch war, es war einfach unglaublich. Mein ganzer Körper schien zu beben, ihr Körper, ihr Duft, das Rauschen ihres Blutes, der Geschmack ihrer Lippen, Beth war für mich tatsächlich wie eine Droge und ich war wie ein Junkie der einfach nicht genug von seiner Droge bekommen konnte. Irgendwie hatte sie es geschafft mir all meine Bedenken zu nehmen, sie fest im Arm zu halten, ihren Körper zu spüren und sie so leidenschaftlich zu küssen fühlt sich verdammt gut an. Ich will einfach mehr von ihr, ich will sie ganz und gar, mit allem was dazu gehört, die Grenze um aufzuhören war längst überschritten, es scheint so als gäbe es zwischen uns keine Barrieren mehr

Beth packte Mick am Kragen seines Mantels, ohne dass sich ihre Lippen voneinander trennten zog sie ihn sanft aber bestimmt Richtung Schlafzimmer, Mick leistete keinen Widerstand und folgte ihr. Er sah ihr tief in die Augen und konnte dabei genau das erkennen, was auch er in diesem Moment empfand, Liebe und Begierde. Im Schlafzimmer angekommen streifte Beth Mick´s Mantel langsam von dessen Schultern und ließ ihn achtlos zu Boden fallen. Ihr Kuss wurde inzwischen so fordernd, dass keiner der beiden längern warten konnte, ihnen war klar was gleich geschehen würde und sie wussten auch dass sie es beide wollten. Mick hob Beth hoch und legte sie sanft auf das Bett, nun war er an der Reihe Beth eines Kleidungsstückes zu entledigen.

Die nächsten 2 Stunden dürft ihr eurer Phantasie völlig freien Lauf lassen, denn wie angekündigt wird es keinen FSK 18 Teil geben

Mick und Beth lagen völlig erschöpft im Bett. Beth hatte sich eng an Mick geschmiegt und ihre Finger strichen sanft über seine Brust. "WOW, das war einfach unglaublich" hauchte Beth mit zittriger Stimme."Ooooh ja, das war es, es war mehr als unglaublich" krächzte Mick. Er drehte sich zur Seite und betrachtete Beth liebevoll. Sanft strich er ihr eine Haarlocke aus dem Gesicht. Sein Zeigefinger fuhr sanft ihre Wange entlang hinab zu ihrem Kinn und stockte kurz danach, als er die noch leicht blutige Stelle an ihrem Hals erreichte. Er musste schlucken, er hatte sie tatsächlich während ihres Liebesaktes gebissen und von ihrem köstlichen Blut getrunken. Sie waren beide derart in Extase geraten, dass er jegliche Kontrolle über den Vampir in ihm verloren hatte. In seinen Augen spiegelte sich plötzlich soviel Traurigkeit. Beth entging das natürlich nicht und sie wusste ganz genau was in Mick vorging. Zärtlich nahm sie seinen Finger, an dem jetzt etwas von ihrem Blut haftete, sie betrachtete den Blutstropfen und leckte diesen dann sanft mit ihrer Zunge ab. Mick hielt den Atem an. "Beth... es...es tut..." begann er, doch Beth stoppte ihn. "Shhhhhhh... es gibt nichts was dir leid tun muss Mick. Wir haben uns geliebt und es war unglaublich schön, ich wollte alles so wie es geschah, ich wusste worauf ich mich einlasse und dein Biss, hat nur noch mehr unglaubliche Reaktionen in meinem Körper ausgelöst, die ich auf keinen Fall missen möchte und die auf jeden Fall nach Wiederholungen schreien", dabei sog sie verführerisch an seinem Finger und hob spitzbübisch eine Augenbraue hoch.

Mick hörte was sie sagte, trotzdem fühlte er sich irgendwie schlecht. "Beth... bitte... ich hätte mich beherrschen müssen, ich hab einfach die Kontrolle verloren" begann er erneut. Er sah wie Beth die Augen zusammen kniff und machte sich auf ein neuerliches Donnerwetter von ihr gefasst, doch ihre Reaktion auf seine Bedenken ließ seinen Atem erneut stocken. Zärtlich begann Beth seinen Hals zu küssen, langsam bewegten sich ihre Lippen seinem Oberkörper entlang, jedes Stückchen Haut bedeckte sie mit sanften feuchten Küssen, bis hinab zu seinem Bauchnabel. Dann stoppte sie plötzlich und sah ihn verschmitzt an "Und nun sieh mir in die Augen und sag mir, dass du künftig auf das und noch viel mehr verzichten möchtest nur weil du etwas völlig normales getan hast."

"Beth, das ist unfair" presste er hervor. Sein ganzer Körper kribbelte schon wieder. Mein Gott, sie hat wirklich ein ganz eigene Art meine Bedenken zu zerstreuen und das eigentlich abnormale so selbstverständlich und normal darzustellen, dass ich langsam an meinem Verstand zweifle... "Ach unfair ist das also?" sagte Beth mit einem leicht schnippisch gespielten Unterton, "na dann will ich mal fair sein und geh jetzt duschen". Sie sprang aus dem Bett und ging Richtung Bad. Mick sah ihr verdutzt nach "Wie jetzt?", fragte er, "du willst mich doch nicht wirklich jetzt hier SO liegen lassen und sah an seinem Körper hinunter". Beth drehte sich kurz um, ihr Blick fiel genau dorthin wo auch Micks Blick gestoppt hatte "tja mein Lieber selbst schuld, ich will ja nicht dass du wieder ein schlechtes Gewissen haben musst", dann ging sie ins Bad und stellte sich unter die Dusche. Mick sprang aus dem Bett und folgte ihr, unter dem Duschstrahl zog er sie eng an sich und grinste "na warte du kleines Biest das gibt Rache".

Guillermo war inzwischen aufgewacht, er hatte den Freezerdeckel geöffnet und stieg langsam aus seiner kalten Schlafstelle. Er fühlte sich wieder einigermassen fit, doch er hatte Hunger. Er zog seine Short über und ging zum Kühlschrank um sich eine der Blutkonserven zu nehmen. Er füllte diese in ein Glas um und trank. "Ich danke dir Doc, ich wusste du bist meine einzige Chance zu üerleben" ging es ihm durch den Kopf.

Mick hielt Beth unter der Dusche fest an sich gepresst und küsste sie, dabei griff seine Hand an den Kaltwasserregler und drehte diesen völlig auf. Das eiskalte Wasser lief nun über sie beide und Beth schrie automatisch laut los "aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhh...... Hilfe". Guillermo hörte Beth´s Schrei und ließ sein Glas fallen. " Oh mein Gott, Beth, was?...er rannte die Treppen hoch und versuchte zu erkennen woher Beth´s Schrei kam. Mick hatte die Wassertemperatur wieder an eine für Beth erträgliche Grenze gedreht. Beth schlang ihre Arme um Micks Hals und zog sich hoch, sie schlang ihre Beine um seine Hüften, automatisch packte Mick seine Hände unter ihren nackten Po und hob sie an. Dabei presste Beth ihr Becken so fest sie konnte gegen Mick´s, ein lautes Grollen der Begierde entwich seiner Kehle. Guillermo hörte nun auch das Grollen, sein Geruchssinn nahm Beth´s Duft wahr und ihr Blut Panik stieg in ihm hoch, er konnte auch Mick´s Geruch ausmachen. "Das kann doch nicht wahr sein, Mick würde Beth doch nicht beissen, oder gar töten? Wieso hatte er scheinbar die Kontrolle über sich verloren?" In Guillermo´s Kopf hämmerte es wie wild. Er hörte das Rauschen des Wassers in der Dusche und stürmte ins Bad. "Beth, um Gottes Willen was?......" dann stockte er und stand mit weit aufgerissenen Augen vor den beiden.

Er sah wie Beth nackt an Micks ebenfalls nackten Körper hing, ihre Beine um seine Hüften gekreuzt, ihre Arme um seinen Hals geschlungen und seine Arme fest unter ihrem Po, beide in einem begierigen Kuss vertieft. Ihre Lippen lösten sich voneinander und beide drehten den Kopf in Richtung Guillermo ohne ihre restliche Position zu ändern. "Hey Guillermo" kam es beiden gleichzeitig über ihre Lippen, welche sich inzwischen zu einem Grinsen geformt hatten. Guillermo stand immer noch ungläubig und wie vom Blitz getroffen da. "Was zur Hölle, bitte macht ihr da?".... Mick und Beth sahen sich an und fingen gleichzeitig an zu kichern, "Na wonach sieht es denn deiner Meinung nach aus?" antworteten sie mal wieder im Duett.

Guillermo schüttelte den Kopf "Ich geh mal in die Küche, bis später", er konnte nicht glauben was er gerade gesehen hatte. In der Küche nahm er sich erstmals ein weiteres Glas Blut und hörte wie Mick und Beth im Badezimmer zu lachen begannen.


Kapitel 12 - Ungläubiger Guillermo

Beth und Mick standen noch immer lachend unter der Dusche. Naja besser gesagt Beth hing noch immer an Mick. Mick gab Beth einen zärtlichen Kuss und meinte dann "ich glaube wir sollten zu Guillermo gehen, der Arme scheint ja mächtig durch den Wind zu sein". Beth´s Augen funkelten verschmitzt "na kein Wunder bei dem Anblick den wir ihm geboten haben", dabei löste sie langsam ihre Beine von Mick´s Hüften und ließ sie auf den Duschboden sinken. Mick seufzte tief und kniff Beth genüsslich in ihren nackten Po. "aaaahhhh" entfuhr es Beth kichernd.

Guillermo saß am Küchentresen und trank gerade einen Schluck Blut als er Beth´s neuerlichen Aufschrei hörte. Kopfschüttelnd rollte er mit den Augen "na wartet, ihr beide habt mir einiges zu erklären" dachte er bei sich. Beth stellte das Wasser ab und hüllte sich in ein grosses Badetuch ein, danach reichte sie Mick ebenfalls eines, welches er elegant um seine Hüften wickelte. Mick legte seine Hand um Beth´s Taille und so gingen sie barfuß und noch ziemlich naß zu Guillermo in die Küche. Mick setzte sich neben Guillermo auf einen der Hocker und spreizte leicht seine Beine damit sich Beth dazwischen stellen konnte. Sie war mit ihrem Rücken an Micks Körper angelehnt und seine Hände umschlangen zärtlich ihren Körper.

Guillermo saß da und begutachtete beide erstmal stumm. Sein Blick fiel auf Beth´s Hals, die Bisswunde war nicht zu übersehen. Mit hochgehobener Augenbraue sah er erst Beth an und danach Mick. "Ich höre", kommentierte er kurz und bündig. "Was denn?" fragten Mick und Beth ganz unschuldig tuend mal wieder im Duett. Leicht genervt über beider unschuldiges Getue, atmete er tief durch dann sah er erstmal Beth an "vor 2 Tagen noch hast du mir erzählt dass du dich in einen der wunderbarsten Männer die dir jemals begegnet sind verliebt hast und wie sehr du dich in seiner Nähe wohl fühlst usw. usw." Beth spürte wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. Dann fiel sein Blick auf Mick "und du Kumpel hast mir gestern noch erzählt dass du dich in eine ach so tolle Frau verliebt hast und nun erwisch ich euch beide in einer ziemlich eindeutigen Situation unter der Dusche, kann mir das bitte mal einer von euch erklären". Beth kuschelte sich noch fester gegen Mick´s Körper dessen Griff automatisch ein wenig fester wurde, mit einem frechen Grinsen räusperte er sich.

[Mick]

Oha.... ich bin einer der wunderbarsten Männer, die ihr jemals begegnet sind? Und sie ist verliebt in mich? Vorhin meinte sie nur ich würde ihr viel bedeuten. Mein Kumpel Guillermo, ein Einfühlungsvermögen wie ein Elefant im Prozellanladen. Aber gut nun war es raus und Beth wusste nun über seine Gefühle zu ihr Bescheid, wenn ich ihr dies auch gerne selbst auf meine eigene Art und Weise gesagt hätte, aber das kann ich ja immer noch machen.

[Beth]

Boah Guillermo, Diskretion ist nicht gerade dein zweiter Vorname, danke dass du meine Gefühle, die ich dir unter vier Augen anvertraut habe, dem Mann dem sie gelten so ungezwungen um die Ohren knallst, tja was solls nun weiss Mick zumindest was ich wirklich für ihn empfinde, vielleicht hilft ihm das ja seine Bedenken noch mehr zu zerstreuen und wie es scheint empfindet er für mich ja das Gleiche.

Beth drehte ihren Kopf zu Mick zurück, schaute ihn an und hob spitzbübisch mehrmals die Augenbrauen. Mick grinste breit und nickte. Er wusste genau was sie ihm damit sagen wollte, SIE wollte Guillermo aufklären und er freute sich schon darauf, denn er rechnete damit dass Beth dies mit ihrer gewohnt charmanten so gar nicht direkten Art tat. Beth sah wieder zu Guillermo der beide immer noch mit einem fragenden Blick bedachte.

"Na ich dachte in deinem Alter kann man schon 1 und 1 zusammen zählen" begann Beth gespielt schnippisch. "Ich hab dir von einem tollen Mann erzählt, den ich kennen gerlernt habe", sie unterließ es absichtlch, in den ich mich verliebt habe, zu sagen "und Mick hat dir scheinbar ebenfalls erzählt dass er eine", sie atmete kurz tief durch und rollte mit den Augen, "tolle Frau kennen gelernt hat. Tja und wie es aussieht meinten wir uns damit gegenseitig. Kapische? Oder noch ein klein wenig Silber in den Gehirnwindungen vorhanden?" Die kleine Spitze musste einfach sein, als Strafe für seine Indiskretion bezüglich ihrer beiden Geständnisse die sie ihm jeweils im Vertrauen gemacht hatten.

Guillermo klappte die Kinnlade runter, ungläubig sah er beide an "Moment mal, scheinbar bin ich heute ein klein wenig begriffstutzig. Soll das etwa heissen meine zwei besten Freund haben sich ineinander verliebt?" Beide sahen ihn grinsend an und nickten. "Ich glaube langsam kommen seine Gehirnwindungen wieder in die Gänge", flüsterte Mick Beth ins Ohr wofür er von Guillermo einen bösen Blick erntete. "Und seit wann läuft das schon zwischen euch? Wo und wie habt ihr euch eigentlich kennen gerlernt.... und vor allem wieso weiss ich nichts davon?" fuhr er beleidigt fort. Beth blickte zu Mick und nickte, nun war dieser dran Guillermo aufzuklären.

Mick erzählte seinem Kumpel wie alles begonnen hatte, die pikanten Details ließ er allerdings absichtlich aus, wofür sich Beth bei ihm sogleich mit einem sanften Kuss bedankte. Guillermo hörte ihm aufmerksam zu und konnte sich zwischendurch ein breites Grinsen nicht verkneiffen. Als Mick mit seinen Schilderungen fertig war räusperte sich Guillermo erstmal und meinte dann mit einem nicht überhörbaren belustigten Unterton "Kaum zu fassen, meine beiden besten Freunde haben sich ineinander verknallt und wie ich sehe", dabei fiel sein Blick genau auf Beth´s Hals, "seid ihr ja auch schon so richtig zur Sache gekommen". Beth und Mick zogen fast gleichzeitig tief Luft ein um sich danach etwas verlegen zu räuspern.

"Tja mein lieber" fuhr Guillermo fort und sah dabei Mick fest an, "ich kenne dich nun schon so lange und ich kenne deine Einstellung zu dem was du bist und zu Beziehungen zu Menschen usw. und ich war davon überzeugt dass du von dieser Einstellung nie abweichen würdest. Wie es allerdings aussieht, hast du alle deine Vorbehalte und selbstauferlegten Regeln über Bord geworfen." Mick sah Guillermo etwas betroffen an, denn er erwartete irgendwie jetzt eine Standpauke von ihm, doch als er Guillermo´s weitere Worte hörte, musste er schmunzeln. "Dir konnte echt nichts besseres passieren als Beth zu begegnen, denn wenn eine Frau alle deine Bedenken ausräumen und dich von deinen Selbstregeln abbringen kann, dich wieder ins Leben zurück holen kann, dann ist sie es, sie hat so eine ganz eigene Art in solchen Dingen, und da sollte man sich mit ihr besser nicht anlegen" dabei wanderte sein Blick spitzbübisch zu Beth.

Dann richtete er seine Worte an Beth "Und nun zu dir, du hast bisher immer voll daneben gegriffen wenn es um deine Beziehungen ging. Aber eines kann ich dir versichern, bei Mick hast du den absoluten Goldgriff gemacht. Er öffnet sich nicht so einfach jedem und wenn er es dann einmal tut, dann ist dieser jenige schon etwas ganz Besonders für ihn. Ich weiss dass er dich nie enttäuschen und schon gar nicht verletzten würde Ich freu mich für euch beide und was ich besonders toll finde, es bleibt quasi in der Familie" dabei konnte er sich ein leises Lachen nicht verkneiffen.

Mick und Beth sahen sich verliebt an und küssten sich, danach sahen sie beide frech Guillermo an und sagten gleichzeitig "Danke Papi dass du uns deinen Segen gibst". Guillermo rollte mit den Augen und alle drei begannen herzhaft zu lachen.
Ganz lieben Dank für eure Feedbacks, hoffe ihr habt Spass bei nächsten Kapitel lesen.

Kapitel 13 - Entscheidungen

Die Zeit verging wie bei den meisten glücklichen Paaren auch für Beth und Mick wie im Flug. In zwei Wochen würden sie bereits ihr Einjähriges feiern. Den Tag, der mit einem mächtigen Blechschaden begann, der beider Leben völlig umgekrempelt hatte und der der Auslöser für eine unvergleichliche Beziehung, welche durch eine tiefe Liebe, unglaubliche Harmonie, blindes Vertrauen und unendliche Geborgenheit bestimmt war.

Es war einer jener Abende an denen Beth, Mick und Guillermo mal wieder bei Mick zu Hause rumsassen und wie Halbwüchsige rumalberten. Mick war gelöst wie noch nie, gab immer wieder kleine Spitzen zu Guillermo, welcher entsprechend keck zurück ätzte. Beth schüttelte belustigt den Kopf "Meine Männer, schlimmer als pupertierende Jungs". Unschuldig sahen die beiden Vampire Beth an, mit einem leichten Schmollmund meinten sie dann "och komm schon, so schlimm sind wir doch gar nicht" und konnten das Lachen das sogleich aus ihnen rausprustete nicht mehr unterdrücken. Beth verdrehte gespielt die Augen und stand auf "ihr entschuldigt mich kurz, ich muss mal einem menschlichen Bedürfnis nachgehen". Während sie im Bad verschwand schaute ihr Mick mit einem völlig verträumt, verliebten Blick hinterher. Er legte seinen Kopf nach hinten und schloss für einen kurzen Moment die Augen.

[Mick]

Was diese Frau mit mir macht, ist einfach unglaublich. Ich bin zwar nicht tot, aber ein Untoter und dennoch fühle ich mich, seitdem ich Beth kenne und vor allem seitdem wir uns unsere Gefühle gestanden haben, als wäre ich lebendig, so lebendig wie sich eigentlich nur ein Sterblicher fühlen kann. Selbst meine Bedenken und Sorgen bezüglich meiner vampirischen Gelüste wenn wir uns lieben, hat sie beinahe zur Gänze weggewischt. Ich kann unsre gemeinsamen Stunden ohne irgendwelche Hemmungen geniessen. Ihr unendliches Vertrauen und ihre bedingungslose Liebe zu mir ließ meine Gefühle und Liebe zu ihr nur noch tiefer und reiner werden, sodass ich beinahe glaube alles, wirklich alles ist möglich.

"Ich hätte nie gedacht, dass du noch einmal so viel Spass am Leben haben wirst", riss ihn Guillermo aus seinen Gedanken. "W...Was?" Mick schüttelte leicht den Kopf und sah seinen Kumpel mit einem ziemlich verklärten Blick an. "Meine Güte Mick, ich erkenn dich kaum wieder. Du bist vom nachdenklichen, fast schon deprimierten Ich-hasse-was-ich-bin-Vampir zu einem lebensbejahenden, boah ich hätte beinah Menschen gesagt, Ich-bin-was-ich-bin-Vampir geworden. Ich kann es immer noch nicht glauben". Guillermo meinte es wirklich ernst, er war unendlich glücklich dass Mick und Beth ein Paar waren, ihr Glück und ihre Lebensfreude war schon fast ansteckend für ihn.

Mick sah Guillermo verträumt lächelnd an "Tja Kumpel ich auch nicht, ich auch nicht. Aber es fühlt sich einfach nur so verdammt gut und richtig an, und zwar so verdammt richtig dass ich Beth in zwei Wochen an unsrem Einjährigen fragen werde ob sie meine Frau werden will". Guillermo, der gerade dabei war einen Schluck von seinem Glas zu trinken, verschluckte sich mit dem Blut welches er bereits im Mund hatte, dass er, wäre er kein Vampir gewesen, wohl daran erstickt wäre. "Waaaaaaaas ?" mit ungläubigen, weit aufgerissenen Augen sah er seinen Kumpel an "Du willst Beth heiraten? Du verarscht mich jetzt Mick oder?" Guillermo konnte es nicht fassen was er da gerade aus dem Mund seines Freundes gehört hatte. Mick sah ihn schief grinsend mit funkelnden Augen an "Nein tu ich nicht, ich liebe Beth und ich will mit ihr zusammen sein und zwar richtig, offiziell und mit allem was dazu gehört. Ich bin mir nur nicht ganz sicher ob sie meinen Antrag annehmen wird". "Ganz offiziell?", hakte Guillermo nach, "du weisst was das bedeutet Mick oder?". Mick nickte

Er wusste was es bedeutete Beth "offiziell" heiraten zu wollen.. Er musste eine Genehmigung beim Ältestengremium der Vampirgemeinschaft einholen, denn nur so konnte er sicher sein, dass Beth künftig der umfassende Schutz und die Sicherheit der Vampirgemeinde zuteil wurde, ohne diesen wäre eine dauerhafte Beziehung zwischen ihnen für Beth viel zu gefährlich gewesen. Aber durch eine offizielle Heirat, war Beth für jeden anderen Vampir tabu und zum Glück hielten sich die meisten Vampire an die Regeln. Allerdings hatte die Sache noch einen gewaltigen Haken. Wenn zwei Vampire nach vampirischer Tradition heirateten, dann mussten sie, bevor der Bund für die Ewigkeit besiegelt wurde von einander Blut trinken, als Zeichen ihrer ewigen Verbundenheit. Er hoffte inständig dass das Gremium auf Grund der Tatsache dass Beth ein Mensch war auf diesen Teil verzichten würde.

"Ja das weiss ich und deshalb werde ich Beth heute auch noch etwas andres fragen und wenn sie dem zustimmt, dann werde ich morgen einen Antrag auf Genehmigung für unsere Ehe beim Ältestengremium stellen und dazu benötige ich deine Bürgschaft was Beth betrifft. Aber bitte kein Wort zu Beth".

Guillermo sass noch immer mit aufgeklappten Mund vor Mick und starrte diesen ungläubig an. "Dir ist es wirklich ernst, ich fass es nicht, was hat Beth bloss mit dir gemacht? Dich ner Gehirnwäsche unterzogen? Vor allem hast du dir schon überlegt wie es dann mit euch weiter gehen soll? Du wirst sie verwandeln müssen, wenn du sie nicht irgendwann verlieren willst und ich weiss nicht ob sie dazu wirklich bereit ist oder noch besser, ob du dazu bereit bist. Mick meinst du nicht du solltest das vorher mit ihr abklären?"

Mick räusperte sich und plötzlich war er wieder da, der nachdenkliche, mit sich kämpfende Blick von früher. "Ich weiss, aber .... " Mick stockte kurz, "... aber selbst wenn sie nicht verwandelt werden möchte, dann wäre es für mich okay, dann wäre ich immerhin ein menschenlebenlang mit ihr zusammen und glücklich, und ... " erneut stockte er, er wusste dass sein Freund die folgenden Worte nicht wirklich verstehen würde, "...und wenn ihre Zeit dann gekommen ist, hätte ich ja auch noch die Möglichkeit mich mit ihr gemeinsam von dieser Welt zu verabschieden." Nun klappte Guillermo endgültig die Kinnlade auf die Tischkannte. Doch eine Antwort konnte er darauf nicht mehr geben, denn Beth kam wieder aus dem Badezimmer.

Mit hochgezogener Augenbraue betrachtete sie die beiden Männer "Was ist denn hier los? Kaum bin ich mal zwei Minuten weg herrscht hier Friedhofsstimmung als ob jemand gestorben wäre" Mick sah Beth mit einem schiefen Lächeln an und streckte sein Hand nach ihr. Beth legte ihre Hand in Mick´s und dieser zog sie sanft auf seinen Schoss umarmte sie fest und küsste sie zärtlich. "Ach was, du weisst doch, Männergespräche sind manchmal sehr tiefsinnig" sagte er zu ihr und sah ihr dabei tief in die Augen. Beth verzog den Mund "aja... tiefsinnig nennt man das heutzutage, na dann " Sie sah zu Guillermo der seine Sprache immer noch nicht gefunden hatte und schüttelte den Kopf "Der hat wohl den heiligen Geist gesehn oder?" kicherte sie zu Mick. Mick musste lachen, doch dann wurde sein Blick ernst. Er sah Beth fest in die Augen "Schatz, ich würde dich gerne etwas fragen und ich möchte dass du dir die Antwort gut überlegst, egal wie sie ausfällt ich werde sie akzeptieren". Beth musste schlucken "oh mein Gott was kommt denn jetzt" schwirrte es in ihren Gedanken.

"Beth", begann Mick erneut, " du weisst wir feiern bald unser Einjähriges. Vor allem die letzten Monate die wir gemeinsam verbracht haben, waren die wunderbarsten und unglaublichsten meines ganzen Lebens, und damit meine ich wirklich meines GANZEN Lebens. Die letzte Zeit haben wir gemeinsam entweder hier bei mir oder bei dir in deinem Haus verbracht, deshalb wollte ich dich fragen ob du nicht zu mir ziehen möchtest und dein Apartement, welches du ohnehin kaum mehr benützt hast aufgeben solltest. Lass dir Zeit mit deiner Ant....." weiter kam er nicht mehr, denn Beth fiel ihm um den Hals und küsste ihn überschwenglich. "ja... ja ... ja .. ja... ich will mit dir zusammen ziehen" hauchte sie in den Kuss hinein. Mick sah Beth überglücklich an und in seinen Augen waren Tränen, Tränen der Freude zu erkennen. "Ich liebe dich Beth Turner" hauchte er ihr entgegen und küsste sie neuerlich voller Leidenschaft.

Nach einer kleinen Ewigkeit, in der sich Guillermo von seinem Schock erholt hatte, löste sich Beth von Mick´s Lippen und sah ihn mit grossen bittenden Augen an. "Mick.... du..öhm .. ich hätte da allerdings eine Bitte" begann sie unschuldig wie ein kleines Kind und sie wusste dass ihr Mick SO keine Bitte abschlagen konnte. Mick biss sich auf seine Oberlippe und zog eine Augenbraue hoch "Und die wäre?" fragte er gespielt skeptisch. "Neben deinem Schlafzimmer ist doch das Gästezimmer, welches ich immer benutze, dürfte ich das dann nach meinen Vorstellungen neu einrichten?" fragte ihn Beth mit einem Augenaufschlag der einem die Spucke wegbleiben ließ. Mick grinste "Alles was du willst mein Liebling, du hast völlig freie Hand". Er drückte sie fest an sich und vergrub sein Gesicht für einen Moment zärtlich an ihrer Brust. "Danke" kam es schon fast leicht stöhnend aus Beth´s Mund, als sie Micks Lippen an ihrem Dekolleté spürte.


Kapitel 14 - Unangenehme Nachrichten

"Verdammte Scheisse", Mick warf fluchend sein Handy in die Ecke. Während er wütend durch sein Büro stapfte fuhren seine Hände unsanft durch sein Haar und zerzausten dieses völlig. "Das darf doch alles nicht wahr sein, kann denn nicht einmal etwas in meinem beschissenen Leben normal laufen." Wütend und verzweifelt, sackte er zu Boden und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. "Ich will doch nichts anderes als nur einfach mit der Frau die ich über alles liebe glücklich sein, ist denn das zuviel verlangt?", fragte er still, während der Klos in seinem Hals immer dicker wurde. Der Entscheidung des Ältestengremiums, welches er gerade telefonisch erfahren hatte, war alles andere als das was er sich erhofft hatte.

Nachdem er und Guillermo für Beth und ihre Integrität in Bezug auf die Vampire gebürgt hatten, hatte das Ältestengremium einer offiziellen Hochzeit zwar zugestimmt, allerdings unter der Bedingung das diese nach streng vampirischem Brauch vollzogen wird und zwar ausnahmslos. Dies hieß, dass Beth auch von Mick´s Blut trinken musste. Lediglich auf Grund der Tatsache, dass sie ein Mensch und somit nicht wirklich in der Lage war, direkt von Mick zu trinken, wurde ihnen die Möglichkeit eingeräumt, dass sie Mick´s Blut aus einem Trinkkelch trinken dürfte. Dafür sollte sich Mick eine Wunde zufügen und etwas von seinem Blut in diesen Kelch fliessen lassen.

Mick hatte inständig gehofft, dass gerade auf dieses Zeremoniell verzichtet wird, eben weil Beth ein Mensch und keine Vampir war. Da Beth aber durch diese offizielle Hochzeit auch unter dem absoluten Schutz der Vampirgemeinde stehen sollte, bestand man auch auf dieses Teil der Eheschliessung. Mick kniete noch immer verzweifelt am Boden. Langsam griff er in seine Jackentasche und holte eine kleine Schmuckschatulle raus.Vorsichtig öffnete er sie und betrachtete den Ring, welchen er für Beth vorgesehen hatte. Es war ein ganz besonderer Ring, er hatte ihn damals, bevor er sich für immer von seinen Eltern verabschieden musste von seiner Mutter bekommen. "Hier mein Junge", sagte sie damals zu ihm. "Irgendwann wirst du die richtige Frau für dich finden und dann soll sie meinen Ring tragen, ich habe ihn von meiner Mutter und diese hatte ihn von ihrer." Mick hatte er den Ring genommen und gefragt "Und wie weiss ich dass es die richtige Frau für mich ist?". Seine Mutter lächelte ihn damals sanft an und antwortete "Glaub mir mein Junge du wirst es wissen". Mick´s Lippen formten sich zu einem sanften Lächenln " Du hattest recht Mum, ich weiss nun dass ich die Richtige gefunden habe" dachte er still bei sich.
Er hatte den weissgoldenen Ring seiner Mutter mit einem purpurrotem Brillanten bestücken lassen. Der Händler hatte größte Mühe einen solch seltenen und äusserst wertvollen Stein zu besorgen, aber er hatte es letztendlich doch geschafft und Mick war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

"Ich muss mit jemanden reden, sonst zerreisst es mich" dachte Mick. Er schloss den Ring in den Safe ein, ging zu seinem Auto und fuhr ins Krankenhaus zu Guillermo in der Hoffnung Beth nicht über den Weg zu laufen, denn würde sie ihn in dieser Verfassung sehen, würde sie nur Fragen stellen und er wollte sie nicht anlügen. "Hey Kumpel, na alles klar bei dir?, fragte Mick als er Guillermos "geheiligte" Räume betrat. "Hey Mick, was verschafft mir die Ehre deines Besuchs?" grinste ihn dieser an. "Nun ich brauch einerseits Nachschub", antwortete Mick. "Und andererseits?", Guillermo sah seinen Freund fragend an.

Mick räusperte sich "Ich hab die Entscheidung des Ältestengremiums gerade erfahren", nachdenklich senkte er seinen Blick zu Boden. "hhhmmm" begann Guillermo, "abgelehnt oder mit allem drum und dran?". "Mit allem drum und dran, allerdings erlauben sie Beth mein Blut aus einem Kelch zu trinken", Mick hatte seinen Blick immer noch gesenkt. "ooohhhh", war Guillermos Reaktion "und nun?".
Mick sah Guillermo an "Na ich kann Beth wohl schlecht nen romantischen Heiratsantrag machen und ihr vorher erklären worauf sie sich mit einem Ja einlassen würde, das passt ja wohl mal gar nicht. Und wenn ich es ihr danach erkläre, wenn sie schon ja gesagt hat, was ich mal stark hoffe, dann wird sie mich, so wie ich sie kenne bestimmt fragen, ob sie mir ins Gehirn geschissen haben". Beide Männer konnten sich ein dezentes Lachen nicht verkneifen, denn genau das war Beth und ihre Reaktionen auf bestimmte Situationen. "Ja, stell ich mir unheimlich romantisch vor" konterte Guillermo.

"Und was soll ich jetzt machen?" Mick sah Guillermo fragend an, doch ihm war klar dass dieser auch keine Antwort parat haben würde. "hhhhmm gute Frage" auch Guillermo stand ein grosses Fragezeichen auf der Stirn. "Und wenn ich mit Beth über vampirische Hochzeitsbräuche usw. rede?" fragte er dann Mick. "Aja und wie willst du das machen? So in der Art wie: Ach übrigens falls Mick und du mal heiraten wollt, du müsstest dann wenn die Hochzeit offiziell sein soll nach vampirischen Bräuchen heiraten und auch sein Blut trinken. Dann ist sie doch vorgewahrnt dass irgendwas von mir kommen wird und es wäre keine Überraschung mehr" gab Mick zu bedenken. Guillermo sah Mick mit hochgezogener Augenbraue an "Du glaubst wohl ich bin ein totaler Vollpfosten, oder?" ... Mick räusperte sich und grinste schief "Gelegentlich"... so schnell konnte er gar nicht schauen, schlug ihm Guillermo tadelnd auf den Hinterkopf "Vollidiot", zischte er dabei. "Autsch" kam es auch Micks Mund, "wofür war das denn nun?". "Für den Vollpfosten", antwortete Guillermo gespielt beleidigt.

"Es sind ja noch ein paar Tage Zeit" meinte Guillermo schliesslich, "uns wird schon was passendes einfallen. Mick nickte "Danke Kumpel", er packte seine Blutkonserven ein und verabschiedete sich wieder um nach Hause zu fahren. Kaum war Mick aus der Türe raus, vibrierte Guillermos Handy und er sah dass er eine SMS von Beth bekommen hatte "Hey, Lust auf ne Pause?" stand da am Display. "Immerdoch" antwortete er ihr. Keine 5 Minuten später kam Beth durch die Türe, Guillermo hielt ihr bereits einen heißdampfenden Becher Kaffee vor die Nase "Hi Doc Sunshine, ich denke den kannst du gebrauchen" zwinkerte er ihr zu. In der letzten Zeit hatte er sie in ernsten Situationen immer Beth genannt, doch nun war sie für ihn wieder Doc Sunshine. Beth lächelte und nahm den Becher "Danke du bist ein Schatz, den kann ich jetzt tatsächlich gut gebrauchen".

Beth führte ihren Becher zum Mund, doch plötzlich stoppte sie, sie schloss die Augen und sog tief Luft in ihre Nase ein. "War Mick etwa gerade hier?" fragte sie. Guillermo sah sie mit hochgehobener Augenbraue an und konnte sich ein Grinsen nicht verkneiffen "Du benimmst dich schon wie ein Vampir, dein Geruchssinn ist unglaublich". Beth schmunzelte, "tja ich glaube Mick´s Geruch würde ich unter tausenden erkennen. Wieso hat er denn nicht auch bei mir vorbei gesehen?" fragte sie etwas traurig. "Er hat sich nur schnell ein paar Konserven geholt und musste gleich wieder weg" antwortete er und hoffte dass Beth nicht nachhaken würde.. Er fühlte sich nicht wirklich gut dabei, aber schliesslich hatte er sie ja nicht angelogen, er hatte nur nicht die ganze Wahrheit gesagt.

Beth nickte, machte einen Schluck vom Kaffee und sah Guillermo dann nachdenklich an. "Darf ich dich mal was fragen? Ich möchte aber das dieses Gespräch unter uns bleibt, ich möchte nämlich nicht, dass Mick sich zu irgendetwas verpflichtet fühlt". Guillermo sah sie fragend an und nickte ohoh, was kommt den jetzt wieder, ich sitz mal wieder schön zwischen zwei Stühlen, wie ich das liebe.
"Wir haben ja in ein paar Tagen unser Einjähriges und Mick wollte ja das ich zu ihm ziehe. Nunja ich mach mir eben so meine Gedanken über unsere gemeinsame Zukunft und da gibt es einige Dinge die ich zumindest jetzt noch nicht mit Mick besprechen möchte, über die ich aber ganz gerne Bescheid wüsste", begann Beth zögerlich.

"Na dann schiess mal los, wenn ich dir helfen kann, tu ich das gerne, weisst du ja" Guillermo war gespannt was jetzt kommen würde. "Ich weiss", fuhr Beth fort, "dass, wenn wir zusammen bleiben, ich mich irgendwann entscheiden muss, mich von Mick verwandeln zu lassen oder nicht, wobei ich mir allerdings nicht sicher bin, ob Mick dazu wirklich bereit bzw. fähig wäre, es zu tun. Wenn dem nicht so sein sollte..... " sie räusperte sich.... "ich würde trotzdem gerne richtig mit Mick zusammen sein. Ist es eigentlich möglich das Vampire und Menschen heiraten?"

[Guillermo]

Bingooooooo..... ich liebe dich Beth Turner, du hast den sechsten Sinn. Genau das richtige Thema zum richtigen Zeitpunkt, wozu haben sich Mick und ich vorhin eigentlich den Kopf zerbrochen, hätte uns doch gleich klar sein müssen, dass du mal wieder nen Riecher für sowas hast.

Guillermo musste innerlich Lachen "nunja möglich ist alles, fragt sich nur wie und unter welchen Voraussetzungen". Beth sah ihn neugierig an "Kannst du mir das bitte genau erklären?"
"Also" fuhr er fort, "entweder Menschen und Vampire heiraten einfach, möglich ist es, allerdings wäre das nicht im Sinne der Vampirgemeinschaft und somit würde der Mensch den Gefahren, welche eine Beziehung zu einem Vampir bergen ständig ausgesetzt sein, was irgendwann wohl ein schlimmes Ende nehmen könnte." er machte eine kurze Pause. "Dann gäbe es da noch die Möglichkeit offiziell zu heiraten, was bedeuten würde, dass der heiratswillige Vampir beim Ältestengremium einen Antrag auf Bewilligung stellen müsste. Wird diesem stattgegeben, müsste die Hochzeit nach streng vampirischen Zeremoniell vollzogen werden, was bedeuten würde, dass unter anderem sowohl Braut als auch Bräutigam jeweils vom Blut des anderen trinken müssten, als Zeichen ihrer ewigen Verbundenheit. Bei einer Hochzeit zwischen zwei Vampiren beissen sich diese dann eben gegenseitig in den Hals und trinken zwei bis drei Schluck voneinander. Im Falle einer Mensch-Vampir Hochzeit müsste sich der Vampir mit einem Messer eine Wunde zufügen und etwas von seinem Blut in einen Kelch fliessen lassen von dem der Mensch dann trinken muss. Damit wäre dann die Ehe nach Vampirrecht rechtskräftig und der Mensch würde vollständig in die Vampirgemeinschaft aufgenommen und stünde ab diesem Zeitpunkt ein Leben lang unter dem Schutz der Gemeinschaft, die sein Leben mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln beschützen würde" .

Beth Augen weiteten sich bei Guillermo´s Worten immer mehr. Als dieser schliesslich seine Auführung beendet hatte fragte sie ungläubig "Soll das etwa heissen, falls Mick und ich jemals heiraten sollten, dann müsste ich Blut trinken? Denn wie ich Mick kenne, sollte er sich tatsächlich jemals zu diesem Schritt entschliessen, dann wohl nur offiziell, da er mich auf keinen Fall in irgendeiner Art und Weise jemals in Gefahr bringen würde." Beth schüttelte sich leicht.

[Beth]

Oh mein Gott, ich hab ja mit vielem gerechnet, aber ganz bestimmt nicht damit dass ich Blut trinken sollte, wenn Mick und ich tatsächlich jemals heiraten sollten. Allein schon bei der Vorstellung Blut trinken zu müssen, steigt in mir ein dezenter Brechreiz auf. Ich hab ja generell kein Problem mit Blut, bin ich ja durch meine Arbeit täglich mit konfrontiert, aber dieses dann zu trinken, ist ja doch eine ziemlich ekelige Vorstellung.

"Aber wenn ich von Mick´s Blut trinke, verwandle ich mich denn dann nicht auch in einen Vampir?" fragte Beth weiter. "Nein, eine Verwandlung wird nur vollzogen, wenn du vorher von einem Vampir fast vollständig ausgesaugt wurdest, sodass du kurz vorm Tod stehst, erst wenn du dann von Vampirblut trinkst, würdest du verwandelt werden. So würdest du dich höchstenst für ein paar Tage danach etwas seltsam fühlen, deine Sinne wären zwar geschärft und du hast das Gefühl Blut trinken zu müssen, aber nach längstens drei Tagen wäre alles wieder vorbei. Das einzige was danach von Dauer wäre , wäre dass der Mensch und der Vampir in einer ganz besonderen Art und Weise verbunden sind, zwar nicht so intensiv wie es ein verwandelter Mensch und sein Erzeuger sind, aber dennoch sehr stark." antwortete Guillermo.

"Okay, danke für deine Ehrliche Antwort und bitte kein einziges Wort zu Mick, ich möchte nicht dass er denkt ich erwarte von ihm dass er mich heiratet, ich wollte einfach nur generell wissen was mich möglicherweise so erwartet, versprochen?" Beth blickte Guillermo bittend an. Dieser schluckte und nickte nur und das schlechte Gewissen drückte ihn bereits, denn er wusste dass er dieses Versprechen ihr gegenüber nicht halten konnte. Beth umarmte Guillermo und gab ihn einen Kuss auf die Wange, "du bist ein Schatz und nun muss ich wieder nach oben, die Arbeit wartet, tschau" und weg war sie.

Guillermo zückte sein Handy und rief Mick an, er berichtet ihm über das Gespräch mit Beth. Einerseits war Mick erleichtert, dass Beth schneller als erwartet über diese Dinge Bescheid wusste, allerdings waren seine Zweifel ob er ihr so etwas tatsächlich zumuten sollte noch genauso groß wie vorhin und trotzdem konnte er sich ein Grinsen nicht verkneiffen "Sowas kann doch kein Zufall mehr sein, dass sie ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt genau darüber Fragen stellt, ob sie vielleicht doch eine kleine Hexe ist?"

Beth war neben ihrer Arbeit mächtig damit beschäftigt ihr Zimmer neu einzurichten. Mick hatte strengstes Verbot das Zimmer zu betreten und folgsam wie er nunmal war, hielt er sich auch daran. Ein Teil der Zimmereinrichtung sollte Beth´s Geschenk zum Einjährigen für Mick sein und dass Mick ausgerechnet an dem Tag an dem dieses Teil geliefert wurde einen geschäftlichen Termin ausserhalb der Stadt hatte, traf sich mal wieder mehr als günstig. Es war genau einen Tag vor ihrem Einjährigen, Mick hatte sich nachmittags von Beth verabschiedet um seinen Termin wahrzunehmen, er wollte gegen Mitternacht wieder zu Hause sein. Die Lieferung war für 17.30 Uhr angesetzt und somit war das Timing perfekt. Pünktlich stand der Lieferwagen vor dem Haus und alles wurde in Beth´s Zimmer gebracht und sorgfältig aufgebaut, danach verabschiedeten sich die Handwerker. Beth änderte noch einige kleine Details und dann war ihre Überraschung für Mick fertig. Sie war gespannt auf seine Reaktion wenn sie ihm morgen Abend damit überraschte.

Trotz der ganzen Erledigungen und ihrer Arbeit musste Beth ständig an Guillermo´s Worte bezüglich der Sitten einer Vampir-Mensch-Hochzeit denken.

[Beth]

Auch wenn ich die Beweggründe nachvollziehen kann, ich glaub nicht dass ich das jemals könnte... Blut trinken... allein schon bei dem Gedanken steigt Übelkeit in mir hoch. Aber wozu mach ich mir eigentlich eine Kopf darum, ich glaube kaum dass Mick mich heiraten möchte. Er liebt mich, ja das hat er mir ja bereits gesagt und das spüre ich auch jeden Tag, aber ich glaube nicht dass er bereit dazu ist diesen einschneidenden Schritt zu gehen. Dazu ist er trotz der positiven Einstellung zu seinem Leben und zu dem was er ist in den letzten Monaten, doch noch viel zu sehr am Zweifeln und Verzagen.

Auch wenn Beth davon ausging, dass dies alles ohnehin nur Hirngespinste sind, und Mick sie mit Sicherheit zumindest in den nächsten Jahren nicht vor hatte sie zu heiraten, erwischte sie sich immer wieder dabei wie sie sich vorstellte Blut zu trinken und jedesmal schüttelte es sie. Und plötzlich, sie wusste auch nicht welcher Teufel sie da gerade ritt, ging sie an Mick´s Geheimfach und nahm eine Blutkonserve raus. Sie öffnete sie und goss ein klein wenig davon in ein Glas, den Rest legte sie wieder zurück in das Fach. Sie hielt das Glas hoch und betrachtete es ein Weile, danach führte sie es zu ihrem Gesicht und roch daran. Der metallische Geruch und die Vorstellung dies trinken zu müssen löste bei ihr sofort wieder einen leichten Brechreiz aus. Widerwillig führte sie das Glas zum Mund und nippte daran. So schnell konnte sie gar nicht schauen, spuckte sie das in ihrem Mund befindliche Blut in die Spüle und kotzte was das Zeug hielt.

[Beth]

Oh mein Gott ist das widerlich. Ich dachte es schmeckt so, als würde ich mein Blut ablecken, wenn ich mich irgendwo geschnitten habe, aber nein, das Zeug schmeckt einfach nur ekelhaft. Wie bescheuert bin ich eigentlich, dass ich versuche das zu trinken

Beth musste über sich selbst den Kopf schütteln, sie hatte keine Ahnung wieso sie ausgerechnet jetzt auf solche Gedanken kam. Sie spülte das Glas gründlich aus und stellte es neben die Spüle. Nein dieses Zeug würde sie definitiv nicht trinken. Sie sah auf die Uhr es war erst 20 Uhr, also noch jede Menge Zeit ehe Mick wieder zu Hause war, sie nahm sich ein Buch und machte es sich auf der Couch gemütlich. Nachdem sie eine Weile gelesen hatte, bekam sie Durst und ging wieder in die Küche, nahm das Glas von der Spüle und eigentlich wollte sie sich Wasser einfüllen, aber sie hielt inne, schüttelte den Kopf und nahm nochmals die Blutkonserve aus dem Kühlfach. Irgendwie war das alles so unrealistisch, als würde sie irgendetwas dazu bringen, genau das hier zu tun. Sie konnte sich auch nicht erklären wieso, aber wieder goß sie etwas von dem Blut in das Glas, legte die Konserve zurück ins Fach und versuchte neuerlich von dem Blut zu trinken, mit dem gleichen Ergebnis wie voher, sie musste sich wieder übergeben.

"Beth Turner du hast nen mächtigen Porzellanschaden, du hast definitiv nicht mehr alle Tassen im Schrank. Sie spülte das Glas aus und setzte sich wieder auf die Couch, wo sie letztendlich beim Lesen einschlief.

Danke fürs Feedback, im Moment geht es noch romantisch, kitschig weiter. Aber die FF neigt sich langsam dem Ende zu und da gibts dann nochmal Drama versprochen Wink .. nun aber viel Spass beim Lesen, ich hoffe es gefällt euch

Kapitel 15 - Erster Jahrestag

Mick kam wie versprochen kurz nach Mitternacht nach Hause und fand Beth friedlich schlummernd auf der Couch vor. Geräuschlos näherte er sich, er wollte sie auf keinen Fall wecken, denn in ihr Bett konnte er sie ja nicht bringen, immerhn hatte er ihr versprochen das Gästezimmer nicht zu betreten. Er setzte sich vor der Couch auf den Boden und betrachtete eine halbe Ewigkeit seinen schlafenden Engel.

Ihr ruhiger regelmässiger Atem drang an sein Ohr. Ihr unverkennbar betörender Duft, kitzelte seine Nase und das leise gleichmässige Rauschen ihres Blutes, ließ seine Sucht nach selbigen in ihm aufkeimen.
Normalerweise sind es die Vampire die für Menschen eine besondere Ausstrahlung und Anziehungskraft haben, doch hier war er, der Vampir es, der einem Menschen, seiner Beth mit Haut und Haar verfallen war, er war süchtig nach ihr, nach ihrer Lebensfreude, nach ihren Berührungen, nach ihrem Duft und nach ihrem Blut, sie war seine Droge, von der er niemals loskommen würde. Was hatte sie nur aus ihm gemacht? Wo war das blutrünstige Monster, das tagtäglich von fast schon depressiven Gedanken begleitet sein verhasstes Dasein fristete? Kaum noch etwas davon kam zum Vorschein, obwohl es tief innen noch vorhanden war.

Ein leiser Seufzer entwich Micks Mund. Er konnte sich ein Leben ohne seiner Beth tatsächlich nicht mehr vorstellen. Umso mehr bedrückte ihn der Gedanke dass er irgendwann mit ihr über eine eventuelle Verwandlung reden müsste. Ob sie dazu jemals bereit wäre und wenn, ob er es dann tatsächlich tun könnte? Er schüttelte leicht seinen Kopf, so als wolle er die düsteren Gedanken gleich wieder wegschütteln. Mick stand auf, zog sein Shirt aus und legte es vorsichtig neben Beth´s Kopf. Sie hatte ihn gebeten, dass er, immer wenn er nach Hause kam und sie schon schlief, sein Oberteil welches er gerade an hatte auf ihr Kissen legte, damit sie, wenn sie wach wurde wusste, dass er daheim wäre und sie sich keine Sorgen machen müsste.... sie, der Mensch machte sich Sorgen um ihn, den Vampir, das war wieder so typisch für Beth, eine weiter Eigenschaft die er so sehr an ihr liebte, schmunzelnd schüttelte er den Kopf und ging dann zu seinem Freezer, er hatte für den nächsten Tag viel vor und wollte top fit sein.

Es war bereits später Vormittag als sich Beth schlaftrunken räkelte. "Mick", seufzte sie, als sie seinen Duft wahrnahm und das Shirt, auf welchem Ihr Kopf lag, fest an sich drückte. Er war zu Hause und alles war in Ordnung, ein glückseeliges Lächeln huschte über ihre Lippen. Nachdem Beth aufgestanden war und sich frisch gemacht hatte verließ sie die Wohnung um noch einige Besorgungen zu machen und vor allem musste sie für Mick´s Abendessen noch etwas aus ihrem Haus holen, was sie dort deponiert hatte, damit er es nicht entdeckt.

Mittlerweile war es Abend geworden, Beth hatte sich schick gemacht und auch Mick hatte sich rausgeputzt und war gerade damit beschäftigt ein Essen für Beth zu zaubern. Er hatte es sich nicht nehmen lassen selbst für sie zu kochen. Inständig hoffte er, dass es genießbar war und Beth sich nicht auf der Stelle übergeben müsste. Beth stand hinter Mick am Herd und legte ihre Arme sanft um seinen Körper, ihre Hände strichen zärtlich über seine Brust "hhhhmmm das duftet aber herrlich", hauchte sie. "Ich hoffe es schmeckt auch so", lachte Mick. "Du kannst gerne schon Platz nehmen das Essen wird in 2 Minuten serviert." "ey ey Käptn", antwortete Beth kramte noch etwas in ihrem Zimmer rum und setzte sich zu Tisch.

Mick hatte ein Flasche Rotwein aufgemacht und Beth füllte inzwischen die Gläser. Mick servierte das Essen "Ich hoffe es schmeckt dir", lächelte er. "Bestimmt" antwortete Beth und sog den herrlichen Duft ein. "Aber lass uns erstmal anstossen". Sie hob ihr Glas und auch Mick nahm sein Glas in die Hand, sie prosteten sich zu "auf uns und unser Einjähriges ", sagte Mick. "auf uns und unser Einjähriges", wiederholte Beth und trank von ihrem Glas. Mick führte das Glas zu seinen Lippen und stockte. Das war definitiv kein Rotwein, das war Blut und .... er sog den Duft nochmals ein, denn er konnte es nicht glauben, es war Beth´s Blut, auch wenn er sich in der letzten Zeit sehr zurück genommen hatte und es vermied sie in "bestimmten Situationen" zu beissen und von ihr zu trinken, war es für ihn eindeutig und unverkennbar.Mick hob die Augenbrauen und sah Beth fragend an.

Beth schmunzelte als sie Mick´s Reaktion sah, "was denn?", fragte sie mit totaler Unschuldsmiene und stellte die Karaffe mit dem restlichen Blut, welche sie am Boden stehen gelassen hatte auf den Tisch. Mick klappte der Mund auf "aber...was... wie... ", er konnte keinen richtigen Satz rausbringen. Beth lächelte ihn sanft an und zwinkerte "Weisst du Schatz, du hast dich in der letzten Zeit so sehr beherrscht um nicht von mir zu trinken, und dann wolltest du heute noch unbedingt das Essen für mich selbst kochen, da dachte ich sollte ich dir auch ein für dich besonders schmackhaftes Mahl bieten", sie hatte sich selbst die letzten Tage immer wieder etwas Blut abgenommen und dieses gekühlt aufbewahrt, sodass Mick an diesem Abend reichlich zu trinken hatte, ein Vorteil wenn man Ärztin ist.

Mick schüttelte mit einem schiefen Lächeln den Kopf "Du bist unglaublich, Beth Turner, weisst du das?" und machte genüsslich einen Schluck des herrlichen Getränkes. Beth ass die von Mick gekochte Speise und schmatzte dabei genüsslich "wohl genauso unglaublich wie du Mick St. John, das Essen ist einfach köstlich, von mir aus darfst du mich gerne täglich bekochen". Beide genossen die gemeinsame Zeit und nachdem Beth mit ihrem Essen fertig war, räumte Mick den Tisch noch ab und ging dann zu Beth, nahm sie an der Hand und zog sie auf die Terrasse. Es war eine sternenklare, angenehme Nacht und beide standen umschlungen hintereinander und betrachteten den Himmel. Mick schmiegte sein Gesicht an Beth´s Wange "Wer hätte das vor einem Jahr gedacht, dass wir hier gemeinsam stehen würden, wo du mich doch für einen verdammten Vollidioten und blinden Kuckuck gehalten hast" dabei musste er lachen. Beth wurde rot "Oh mein Gott, du hast das damals gehört? Klar hast du das, bei deinem Gehör, Erdboden verschling mich". "Nichts da" konterte Mick, "wenn dich wer verschlingt dann bin ich das" und küsste sie zärtlich auf den Hals.

Dann stellte sich Mick vor Beth und sah ihr tief in die Augen, er kramte etwas aus seiner Sakkotasche heraus und ehe es sich Beth versah kniete Mick vor ihr nieder und hielt ihr einen wunderschönen Ring mit einem funkelnden roten Stein entgegen. Beth musste schlucken. "Beth" begann Mick mit heiserer Stimme, "ich hätte es nie für möglich gehalten einmal jemanden so sehr zu lieben wie ich dich liebe. Du bist mein Leben, ich liebe dich von ganzem Herzen und ich möchte immer mit dir zusammen sein. Beth Turner, willst du meine Frau werden?"

[Mick]
Bitte lass sie ja sagen, bitte lass meinen Antrag nicht verfrüht sein, bitte mach dass sie sich nicht überrumpelt fühlt, bitte lass sie nicht nein sagen, weil sie weiss was auf sie bei dieser Hochzeit zukommt, bitte lass meinen Traum vom gemeinsamen Glück wahr werden

Beth stand wie versteinert da und sah Mick einfach nur an.

[Beth]
oh mein Gott, das ist jetzt nicht wirklich wahr. Mick fragt mich tatsächlich ob ich seine Frau werden will. Nichts lieber als das, ich liebe ihn mehr als alles andere auf der Welt, auch wenn ich ihm das noch nie gesagt habe und ich will auch gerne seine Frau werden und mit ihm zusammen sein, aber wenn ich an dieses Zeremoniell mit dem Blut trinken denke, bekomm ich gleich wieder einen Würgereiz.

Mick spürte Beth´s Zögern, seine Gedanken rasten und das Leuchten in seinen Augen wurde ein klein wenig schwächer. Beth schluckte und räusperte sich erstmal.

[Beth]

Meine Güte du Nuss, nun stell dich doch nicht so blöd an, vor dir kniet der Mann den du liebst und der dich liebt. Der Mann mit dem du zum erstenmal in deinem Leben wirklich glücklich bist. Du bist Ärztin, du hast doch sonst auch kein Problem mit Blut und wenn es ihm so wichtig ist, dann wirst du es schon irgendwie schaffen einen Schluck von dem Zeug runter zu kriegen ohne dass du ihm gleich vor dem Altar die Schuhe voll kotzt.

Mick kniete noch immer auf eine Antwort wartend vor Beth. Er hatte die Hoffnung auf ein Happy End schon fast aufgegeben als Beth plötzlich ein "Ja ich will deine Frau werden, Mick St. John, nichts lieber als das" hauchte. Und da war es wieder, das Strahlen in Micks Augen, das jeden Stern am Himmel konkurrenzlos ausstach. Er steckte Beth den Ring an den Finger, stand auf und nahm sie zärtlich in den Arm und küsste sie, ein seeliger Seufzer entkam seinen Lippen und wenn man genau hin hörte konnte man bestimmt den riesigen Stein der ihm vom Herzen gefallen war hören.

Beth löste sanft ihre Lippen von Mick´s um einmal kräftig durchzuatmen da sie kaum noch Luft bekam. "uuuffff, du solltest nicht vergessen dass ich noch Luft zum atmen brauche" grinste sie Mick an. Mick biss sich beschämt auf die Unterlippe "sorry, aber du lässt mich einfach alles rundum vergessen". Beide mussten lachen und dann bekam Beth´s Blick etwas verruchtes. "Ich hab noch ein Geschenk für dich" sagte sie mit verführerischer Stimme, hob dabei eine Augenbraue und fuhr mit den Fingern sanft über Mick´s Brust. Mick durchzuckte es heiss und kalt "Aja?" kam leicht krächzend als Antwort.

"Ja... gib mir 2 Minuten und dann komm bitte ins Gästezimmer", hauchte sie und verschwand. Mick sog Luft tief in seine Lungen ein, obwohl er dies gar nicht nötig hatte, trotzdem war es irgendwie eine Reflexhandlung. Er war mächtig gespannt was hinter der Zimmertüre auf ihn wartete. Die 2 Minuten zogen sich wie eine halbe Ewigkeit, doch dann endlich waren sie vorbei und Mick ging zur verschlossenen Türe, blieb kurz davor stehen um nochmals tief durchzuatmen. Langsam öffnete er die Türe und stand plötzlich mit geweiteten Augen und offenem Mund da.

Beth hatte das Zimmer völlig neu eingerichtet und mittig stand ein riesiges Bett auf welchem sie sich in einem dunkelblauen Hauch von Nichts räkelte. Sie sah Mick verführerisch an und strich mit der Hand über die leere Bettseite "Ich dachte mir es wäre doch schön, wenn das Bett etwas grösser wäre als das alte und wir somit morgens gemeinsam aufwachen, oder auch einschlafen können, ohne dass du immer in deinen Freezer musst." Mick sah sie leicht verwirrt an doch bevor er etwas darauf sagen konnte hörte er Beth reden "keine Sorge, ich weiss schon dass du die Kälte brauchst, aber probier das Bett doch erstmal aus, es wird dir bestimmt gefallen." Mit einem spitzbübischen Lächeln klopfte sie mit der Hand sanft auf die leere Betthälfte.

Mick ging zum Bett und setzte sich erstmal darauf "Oh ein Wasserbett..... ooohhh", jetzt erst fühlte er es... Kälte, die Bettseite war eisig kalt. Er legte sich seitlich auf das Bett und sah Beth verwundert an "Wie?...aber.. ist dir denn nicht kalt?" wollte er wissen und griff gleichzeitig auf ihre Bettseite und spürte dass diese eine für Menschen angenehme Temperatur hatte. "Nein mein Schatz", lächelte Beth, "nur deine Seite ist mit Eiswasser gefüllt und der Temperaturregler so eingestellt, dass du dich zwischendurch auch mal im Bett regenerieren kannst und nicht immer sofort in deinen Freezer musst." Plötzlich bekam Beth einen ganz eigenen Blick "du musst zugeben dass sich dadurch doch ganz neue Perspektiven für uns eröffnen" dabei biss sie sich sanft auf ihre Unterlippe.

Mick schluckte, seine Gedanken schlugen Purzelbäume und seine Gefühle gerieten beinah ausser Kontrolle, Beth sah so sexy aus, und die Kälte der Matratze gab ihn ungeahnte Energie. Begierig zog er Beth an sich um sie leidenschaftlich zu Küssen. "Ich fürchte das wir heute Nacht eine ziemlich raue See bekommen, Matrose" hauchte er verführerisch in ihr Ohr. "Ey ey Käptn" antwortete Beth und sah Mick dabei mit einem vielsagenden Blick an.

Für die nächsten Stunden dürft ihr mal wieder eurer Fantasie freien Lauf lassen

"Oh mein Gott, was für ein Seegang" schwer atmend und völlig erschöpft sank Beth in ihr Kissen. Auch Mick war ein klein wenig ausser Atem, und das obwohl er ein Vampir war. "Oja, man hätte fast schon seekrank davon werden können" lachte er. Die Kälte seiner Matratze tat ihm richtig gut dieses Bett war wirklich eine geniale Idee von Beth.Beide lagen eine Weile so da als Mick sich aufrichtete und Beth ernst ansah. "Beth"....fing er an "hhhmmm" kam es aus Beth Mund und sie drehte ihren Kopf zu Mick. "Beth wegen der Hochzeit, es geht um dieses Blutzeremoniell, du weisst ja...." ... shit St. John, das war definitiv die falsche Wortwahl schoss es ihm durch den Kopf und Beth´s Reaktion bestätigte ihm dies auch sofort.

Beth hob den Kopf und zog eine Augenbraue hoch "Ich weiss ja?.. aja, interessant, ich geh mal stark davon aus, dass Guillermo seine Klappe nicht gehalten hat". Mick senkte beschämt seinen Blick. "Beth, es tut mir leid, ich hatte Guillermo gebeten mit dir darüber zu reden, nicht weil ich es mich nicht getraut habe, aber der Antrag sollte doch eine romantische Überraschung werden und hätte ich dir vorher von den Bräuchen erzählt wäre es ja keine Überraschung mehr gewesen und wenn ich danach mit dir darüber geredet hätte, noch bevor du mir eine Antwort auf meine Frage gibst, na dann wäre die Romantik wohl auch gewaltig im Eimer gewesen".

Beth sah Mick mit zusammen gekniffenen Augen an und holte tief Luft. Sie setzte sich auf und gab Mick einen Schubs, dass dieser in seine Kissen fiel. Schneller als er schauen konnte, saß Beth plötzlich auf ihn und fauchte ihn an "Dir ist hoffentlich klar, dass ich dir diese Schwindelei nicht so einfach durchgehen lassen kann, dafür werde ich dich bestrafen müssen". Sie begann seinen Hals mit kleinen sanften Bissen zu bedecken, glitt seinen Oberkörper über seine Brust entlang zum Bauchnabel um kurz danach zu stoppen. Mick sah sie mit einem schiefen Lächeln an und Beth konnte seine neuerliche Erregung mehr als deutlich sehen. "Tja Seemann, ich fürchte diesen Masten werden wir wohl mächtig versenken müssen" mit diesen Worten glitt sie noch ein Stück weiter an Mick hinunter. Danach war von Mick nur noch ein lauter zischender Ton und ein tiefes Grollen zu hören.

Für die nächste Stunde gibts neuerlich nen Freilauf für eure Fantasie


Kapitel 16.1 - Hochzeit?

Da standen wir also vor dem Altar, Mick hatte bereits seinen Eheschwur abgelegt und mich zärtlich und voller Liebe gebissen und ganz wenig von mir getrunken, es fiel ihm sichtlich schwer von mir abzulassen, aber er hatte sich im Griff. Nun war ich an der Reihe meinen Eheschwur abzulegen und von Mick´s Blut zu trinken. Mick hatte bereits ein Messer in der Hand und hielt diese über den Trinkbecher. Genau in dem Moment als er sich schneiden wollte, ergriff mich die Panik... "WARTE"... schrie ich dass Mick vor Schreck zusammen zuckte. Fragend sah er mich an.... "Es tut mir leid, ich kann das nicht" hörte ich mich sagen. Dann drehte ich mich blitzschnell um und lief aus der Kapelle

Wie eine Erstickende nach Luft ringend, schoß Beth´s schweißgebadeter Oberkörper in die Höhe. Panisch sah sich sich um, dunkel... alles dunkel. Keuchte wie eine Asthmakranke... "Oh mein Gott", flüsterte sie zu sich selbst, und und legte ihre nasse Hand an ihre Stirn. "Zum Glück nur ein Traum", hektisch blickte sie auf die Bettseite neben sich und atmete erleichtert durch was für ein Glück, Mick liegt in seinem Freezer und hat von meinem Alptraum nichts mitbekommen.

Immer wieder hatte sie in den letzten Nächten diesen Alptraum, sie stand mit Mick vor dem Traualtar und als sie von seinem Blut trinken sollte, überkam sie Ekel und Panik und sie lief einfach davon ohne sich nochmals umzudrehen. Beth atmete tief durch und schüttelte den Kopf. Es sind nur noch 2 Tage bis zur Hochzeit, wie soll ich das bloss schaffen?... immer wieder hatte sie sich die gleiche Frage gestellt, aber bis jetzt keine Antwort darauf gefunden. Sollte ich Mick bitten die Hochzeit zu verschieben? Aber was würde das ändern, würde ich es zu einem späteren Zeitpunkt schaffen sein Blut zu trinken? Wohl kaum...

Beth hatte nicht wirklich viel vorzubereiten für die Hochzeit, sie hatte sich bereits ein traumhaftes Kleid gekauft, Flitterwochen konnten sie und Mick vergessen, wo hätten sie auch hinfahren sollen? War ja nicht so dass es überall Hotels mit einem Freezer im Zimmer gab und bei den Eskimos wollte sie sich als frisch verheiratete Frau eigentlich nicht ihren Hintern abfrieren. Ausserdem hatte ihr ihr Chef keinen Urlaub genehmigt. "Tut mir leid Dr. Turner, aber wie sie wissen kommt ein neuer Arzt zu uns Dr. Johansson, und diesen müssen sie in die Abteilung und seine Arbeit einweisen, da kann ich leider nicht auf sie verzichten" war seine Antwort. Natürlich hatte ihm Beth nicht gesagt wofür sie den Urlaub brauchte, denn dann hätte es wohl die Runde im Krankenhaus gemacht dass sie heiratet und alle möglichen Kollegen hätten dabei sein wollen an ihrem glücklichsten Tag im Leben. Tja hätte sie ihnen sagen sollen "Sorry Leute aber das wird ne kleine Blutparty, da dürft ihr nicht dabei sein"?... na das hätte dann erst ein Gerede gegeben, sie hätten sie wohl anstatt vor den Traualtar treten zu lassen in die Klapse eingewiesen. Also hatte sie einfach ohne weitere Angaben nach ein paar Tagen Urlaub gefragt und die wurden abgelehnt.

"Dr. Peter Johansson... wie der Name schon klingt, sicherlich ein milchhäutiger, blonder Schwede ... ppppffff der Typ ist mir jetzt schon unsympatisch", dachte sich Beth. Plötzlich wurde sie durch ein Geräusch aus ihren Gedanken gerissen. Mick kam in ihr Zimmer und lächelte sie schief an "Na mein Schatz, kannst du etwa auch nicht schlafen?".... "hhhmm, nicht wirklich ist wohl die Aufregung wegen der bevorstehenden Hochzeit.", antwortete Beth... naja war ja sogar irgendwie die Wahrheit.

Mick legte sich zu Beth und nahm sie in seinen Arme. Beth kuschelte sich fest an ihn und atmete seinen Duft tief ein und fühlte sich gleich wieder viel besser. "Beth", begann Mick und sah sie dabei fest an, "du weisst, ich würde dich nie zu etwas zwingen, und deshalb sollst du wissen, dass du nichts tun musst, was du nicht willst", irgendwie vermied er es du musst mein Blut nicht trinken, wenn du es nicht willst zu sagen. Beth schluckte "Ich weiss Mick, ich weiss". Plötzlich hatte sie das dringende Bedürfnis ihn zu küssen, sie wusste was ihm diese Hochzeit mit allen dazugehörigen Ritualen bedeutete und dennoch überließ er ihr die Entscheidung wie die Hochzeit letztendlich durchgeführt wird. Er akzeptierte sogar dass sie möglicherweise nicht "offiziell" sein würde, obwohl ihn der Gedanke dass Beth dann lediglich auf seinen persönlichen Schutz Anspruch hatte ziemliches Unbehagen bereitete.

"Wofür war der Kuss denn?", fragte Mick mit einem verschmitzten Lächeln. "Dafür dass es dich gibt und du hier an meiner Seite bist", antwortete Beth und legte ihren Kopf auf seine nackte Brust. Mick hielt sie ganz eng an sich, beide genossen einfach den Augenblick und plötzlich spürten sie wie sie nun doch die Müdigkeit überkam, sodass sie eng aneinander gekuschelt einschliefen.

Da war er nun der Tag der Tage, Mick und Beth´s Hochzeitstag. Mick hatte von Beth striktes Verbot bekommen ihr gemeinsames Schlafzimmer zu betreten, schliesslich durfte der Bräutigam die Braut ja nicht vor der Hochzeit in ihrem Kleid sehen. Guillermo hatte die Ehre Beth´s Brautführer zu sein und gleichzeitig war er beider Trauzeuge. Die Trauung sollte um 22 Uhr in einer kleinen Kapelle, etwas abgelegen ausserhalb der Stadt vollzogen werden. Der Priester war, wie sollte es auch anders sein, ein Vampir. Ein weiterer Trauzeuge war ein Mitglied des Ältestengremiums welcher die Aufgabe hatte, die Art und Weise wie die Hochzeit vollzogen wurden zu beobachten und danach Bericht zu erstatten, ob es nun eine offizielle oder eine quasi inoffizelle Hochzeit war.

Beth hatte sich schon seit Stunden in ihrem Zimmer eingeschlossen und arbeitete verbissen an ihrem Aussehen, schliesslich wollte sie die schönste Braut sein, die Mick jemals gesehen hatte. Beth war gerade in ihr Brautkleid geschlüpft als es an der Tür zaghaft klopfte. "Beth? Ich bins Guillermo, darf ich reinkommen?" .... "Ist Mick in der Nähe?", fragte Beth bevor sie die Türe öffnete. "Nein, der ist im Badezimmer und flucht weil er seine Fliege nicht binden kann." Beth konnte sich ein Lachen nicht verkneifen "Och der Arme" und öffnete die Türe und zog Guillermo schnell ins Zimmer bevor sie die Türe wieder verschloss.

Beim Anblick von Beth klappte Guillermo die Kinnlade runter "Woooooooow, du ... du siehst einfach traumhaft aus" stotterete er. Spitzbübisch klappte Beth mit ihrem Zeigefinger seine Kinnlade wieder hoch "Mund zu es zieht, aber dankeschön für das Kompliment, machst du mir bitte den Reissverschluss zu, irgendwie komm ich da nicht so wirkich ran", dabei drehte sie sich um und hielt Guillermo ihren Rücken hin. "Also ehrlich Beth, ich bin mir nicht sicher ob Mick bei diesem Anblick nachher noch einen vollständigen Satz rausbekommt" sagte er beeindruckt über Beth´s Aussehen, während er ihr Kleid verschloss.
"Na mal abwarten ob ich mich überhaupt einigermassen verständlich artikulieren kann, so nervös wie ich gerade bin" konterte Beth mit einem etwas gequält wirkenden Lächeln.

Plötzlich klopfte es an der Türe "Ich fahr dann schon mal in die Kapelle", hörten sie Mick."Ich verlass mich auf dich Kumpel dass du mir die Braut pünktlich und unversehrt an den Altar bringst". "Ehrensache", antwortete Guillermo, "ich werde sie hüten wie meinen Augapfel" und zwinkerte dabei Beth zu."Na dann", Mick wusste dass er sich auf Guillermo verlassen konnte," ich liebe dich Schatz, bis gleich" und weg war er.

Knappe 15 Minuten, nachdem Mick weg war, begaben sich auch Beth und Guillermo auf den Weg zur Kapelle. Dort angekommen, stieg Beth aus dem Auto und betrachtete erstmal die Kapelle und die Umgebung. Obwohl, oder vielleicht auch gerade weil es schon dunkel war, und aus der Kapelle nur sanftes Licht kam, wirkte alles so friedlich und idyllisch. Beth atmete tief durch, sie war mächtig nervös und hoffte in ihrem tiefsten Inneren, dass sich ihr Alptraum nicht bewahrheitet.

Guillermo trat an ihre Seite und hielt ihr seinen Arm hin. Beth hakte sich ein und gemeinsam schritten sie langsam zu den Orgelklängen durch das Tor der Kapelle.
Mick stand bereits wartend am Altar. Als das Orgelspiel einsetzte drehte er sich zur Türe und schien plötzlich wie erstarrt. Der Anblick von Beth raubte ihn schier den Atem, Beth´s Haare fielen in sanften Locken über ihre nackten Schultern und ihr Kleid ( http://www.brautkleider-brautmoden.de/brautmode.jpg ) war einfach nur ein Traum.

[Mick]

Woooow, sie sieht aus wie eine Göttin, einfach unglaublich, sie ist so wunderschön, sie wirkt so zerbrechlich und dennoch ist sie so stark jemanden wie mich zu heiraten. Ich kann mein Glück gar nicht fassen, ich bin einfach der glücklichste Mann auf der Welt

Beth schritt mit Guillermo an ihrer Seite langsam Richtung Altar. Mit einem zärtlichen Lächeln auf den Lippen sah sie Mick entgegen.

[Beth]

Oh mein Gott, Mick sieht so toll aus in seinem dunkelgrauen Smoking, ich könnte glatt dahinschmelzen. Ich weiss dass er der Richtige für mich ist. Wie er mich ansieht, so voller Liebe, so voller Zärtlichkeit. Ich schaffe das heute, ich weiss dass ich es schaffe diese Hochzeit so zu vollziehen wie er es sich wünscht.

Guillermo und Beth waren am Altar angekommen. Guillermo übergab Beth an Mick. Dieser reichte ihr seine Hand und küsste sie zärtlich auf die Stirn. "Du bist wunderschön, ich liebe dich" flüsterte er ihr zu.
Dann war es so weit und der Priester begann mit seiner Rede. Seine Worte unterschieden sich nicht wirklich von denen die bei einer "normalen menschlichen" Hochzeit gesprochen wurden. Er endete mit der Frage...

"Mick St. John, willst du die hier anwesende Beth Turner zu deiner rechtmässigen Frau nehmen, sie lieben, ehren und mit deinem Leben beschützen? So antworte mit Ja." Mick sah Beth lächelnd an und dann war ein lautes und kräftiges "JA ich will" von ihm zu hören.

Nun richtete der Priester seine Frage an Beth...

"Beth Turner, willst du den hier anwesenden Mick St. John zu deinem rechtmässigen Mann nehmen, ihn lieben, ehren und sein Geheimnis wahren? So antworte mit Ja." Beth sah Mick fest an und dann kam auch von ihr ein lautes "JA ich will".

Der Priester nickte wohlwollend..... "Dann bitte ich nun um euer Ehegelöbnis".

Mick drehte sich zu Beth und nahm sie an beiden Händen. Er sah ihr tief in die Augen und Beth konnte darin soviel Liebe sehen wie selten zuvor."Beth" begann er, "ich liebe dich, wie ich noch nie zuvor eine Frau geliebt habe. Du bist für mich das Wunderbarste was mir in meinem langen Leben je widerfahren ist. Ich verspreche, dich solange ich lebe zu beschützen, immer für dich da zu sein, egal was kommen mag. Du hast mir gezeigt dass auch ein Untoter wieder leben kann, du hast mich aus meiner Dunkelheit geholt und mein Leben wieder lebenswert gemacht. Du bist mein Leben".

Nun fehlte nur noch dass Mick von Beth´s Blut trinken musste, sein Blick fiel wie von selbst auf ihren schlanken unbedeckten Hals. Beth sah ihn voller Liebe an und legte ihren Kopf etwas schräg. Mick´s Lippen legten sich sanft auf die pulsierende Stelle an ihrem Hals und küssten diese erst einmal zärtlich "Ich liebe dich über alles" flüsterte er, dann versenkte er seine Reißzähne so sanft wie nur möglich in ihr weiches Fleisch und trank zwei grosse Schluck von ihrem köstlichen Blut. Beth entwich ein leiser Seufzer und eine wohlige Wärme machte sich in ihrem Körper breit. Mick zog seine Zähne wieder aus Beth´s Fleisch, somit war sein Ehegelöbnis beendet und Beth war an der Reihe.

Der Priester stellte einen Trinkbecher auf das Pult welches vor Mick und Beth stand und legte ein Messer daneben. Mick wollte sich, noch bevor Beth mit ihren Worten begann, in die Hand schneiden und etwas von seinem Blut in den Becher tropfen lassen, damit Beth anschliessend einen kleinen Schluck davon nehmen konnte. Beth schluckte fest als sie sah wie Mick das Messer in die Hand nahm und zum Schnitt ansetzte. Und plötzlich ohne dass sie etwas dagegen machen konnte, legte sie ihre Hand auf seine, welche das Messer hielt und sagte "Warte"......

Kapitel 16.2. - Hochzeit?

[Mick]

Warte.... ich hörte das Wort aus ihrem Mund und spürte wie ihre Hand die meine festhielt. Auch wenn ich in meinem tiefsten Inneren damit gerechnet hatte, dass Beth letztendlich nicht von meinem Blut trinken würde, so hatte ich es mir andererseits so sehr erhofft. Mir war klar was ich da von ihr verlangte, aber dadurch wäre unsere Vampir/Mensch Verbindung doch ein kleines Stück risikoärmer geworden.
Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen, ich wollte nicht dass sich Beth durch eine Geste von mir doch dazu gezwungen fühlte. Also versuchte ich einfach nur ruhig weiter zu atmen... wozu eigentlich? Eine dämliche Angewohnheit und so unnütz. Sollte ich mir bei Gelegenheit vielleicht abgewöhnen

[Beth]

Da stand ich nun, wie in meinem Traum und hinderte Mick daran sich zu schneiden und mir von seinem Blut zu trinken zu geben. Ich sah ihn an, in seinem Gesicht war keine Regung zu sehen. Ich wusste er würde es vermeiden mich auch nur die geringste Gefühlsregung von sich erkennen zu lassen. Doch da.... da war es .... ich sah wie sich seine Nasenflügel ganz leicht weiteten. Ich kannte Mick mittlerweile schon sehr gut und wusste worauf ich zu achten hatte. Immer wenn er keine Gefühlsregung zeigen wollte versuchte er ruhig zu atmen und jedesmal weiteten sich dabei automatisch seine Nasenflügel. Ein typisches Zeichen, dass er um Selbstbeherrschung kämpfte

Beth konnte sich ein sanftes Lächeln nicht verkneifen als sie Micks Nasenflügelbewegung erblickte. Und genau im selben Moment war auch Mick klar, dass er sich damit verraten hatte. Beth nahm Mick das Messer aus der Hand und legte es auf das Pult vor ihnen. Zärtlich legte sie eine Hand an Mick´s Wange und sah tief in seine wunderschönen Augen.

"Ich will das nicht Mick.... nicht so", sagte sie sanft und voller Liebe, was Mick wiederum ein klein wenig verwirrte. Eigentlich hatte er erwartet Ekel oder ähnliches an ihr zu spüren, aber dem war nicht so. Sanft streichelte Beth seine Wange, sie beließ ihre Hand an seinem Gesicht als sie fortfuhr.

"Mick, du bist für mich das Geschenk aller Geschenke. Seit es dich in meinem Leben gibt, weiss ich was Glück und Liebe wirklich bedeutet. Ich trage das Glück seit unserer ersten Begegnung in mir und ich liebe dich Mick, ich liebe dich aus tiefstem Herzen. Ich werde dich immer lieben, immer und ewig."

Während sie die letzten Worte sagte, begann sie mit der einen Hand seine Fliege abzumachen und seinen Hemdkragen zu öffnen. Mit der anderen Hand griff sie nach dem Messer und hielt es hoch. Mick sah sie fragend an, irgendwie hatte er im Moment wohl so gar keine Peilung was ihn jetzt erwartete. Doch als sich Beth´s Hand mit dem Messer seinem Hals näherte dämmerte es ihm was sie vor hatte und seine Augen weiteten sich. Das will sie jetzt nicht wirklich tun oder? und genau in diesem Moment fügte sie Mick eine kleine Wunde am Hals zu, gerade so groß dass genügend Blut zu fliessen begann. Schnell legte sie das Messer wieder weg, legte ihre Hand um seinen Nacken und zog ihn sanft ein wenig zu sich hinunter.

Zärtlich legten sich ihre Lippen auf seine Halswunde "Ich liebe dich Mick St. John, ich liebe dich für immer und ewig, vergiss das nie" hauchte sie sanft gegen seinen Hals bevor sich ihre Lippen fest um die Wunde schlossen und sie erst einmal und dann noch ein zweites Mal stark genug an der Wunde sog, um von seinem Blut zu trinken. Mick entfuhr ein lustvoller Seufzer und sein Körper begann leicht zu zittern, so tief bewegte ihn das was Beth nun doch für ihn tat.

[Beth]

In dem Moment wo ich das Messer wieder nahm und ihn schnitt, wusste ich ich würde von ihm trinken können. Ich wollte es plötzlich. All der Ekel, all die Angst und die Sorgen es nicht zu schaffen waren auf einmal wie weggespült. Meine Lippen näherten sich der Wunde an seinem Hals, ich konnte ihn riechen, er roch so fantastisch. Mich störte es plötzlich nicht mehr dass ich nun Blut trinken sollte. Nein es störte mich nicht, denn es war sein Blut. Es war das Blut von meinem Mick, von dem Mann den ich über alles liebte und für den ich alles tun würde, sogar sterben wenn es sein müsste.
Sein Blut schmeckte eigen, so ganz anders als das Blut der ganzen Trinkversuche. Es schmeckte irgendwie.... nein das konnte nicht sein, woher sollte ich das schmecken können, aber dennoch, das konnte ich mir nicht einbilden. Ich schmeckte, Liebe, Wärme, Geborgenheit, Glückseeligkeit und .... Begierde

[Mick]

Ich spürte einen kurzen Schmerz und dann ihre sanften weichen Lippen an meinem Hals. Ich spürte wie sie zu saugen begann und mein Blut trank. Meine Beth, ein Mensch trank tatsächlich mein Vampirblut. Ihre Worte "Ich liebe dich, für immer und ewig" hallten unaufhörlich in meinem Kopf. Es war das erste Mal seit wir zusammen waren dass sie mir ihre Liebe so klar und deutlich gestand. Die Gefühle die über mir zusammen schwabten waren unbeschreiblich. Noch nie zuvor hatte ich so empfunden. Ich griff nach Beth und zog sie instinktiv fest an mich, ich wollte ihr in diesem Moment einerseits so nah wie möglich sein, andererseits befürchtete ich wenn ich mich nicht irgendwie an ihr festhielt, würde ich aus den Latschen kippen.

Beth löste ihre Lippen von Mick´s Hals und beide sahen sich tief in die Augen. Ein glückliches Lächeln war auf beiden Gesichtern zu erkennen. Sanft näherten sich ihre Lippen und verschmolzen zu einen innigen Kuss. Der Priester räusperte sich kurz und unterbrach somit ihren Kuss, welcher ansonsten wohl endlos gedauert hätte. Er hielt ihnen ein purpurrotes Kissen hin auf welchem ihre Eheringen lagen. Mick nahm einen Ring und steckte ihn Beth an den Finger "Ich liebe dich Beth, auf ewig" sagte er mit belegter Stimme. Nun nahm Beth den andren Ring und steckte ihn Mick an den Finger und auch ihre Stimme wirkte leicht zittrig als sie "Ich liebe dich Mick, auf ewig" zu ihm sagte. Danach drehten sich beide wieder dem Priester zu.

Dieser nickte wohlwollend und beendete die Trauung mit den Worten "Hiermit erkläre ich euch Kraft meines Amtes offiziell zu Mann und Frau". Mick küsste sein Beth neuerlich und dann verließen sie alle gemeinsam die Kapelle. Nachdem sich der Abgesandte des Ältestengremiums mit den Worten "Willkommen in der Familie" von Beth verabschiedete und ihnen beiden nochmals gratuliert hatte, beglückwünschte Guillermo seine beiden besten Freunde zu ihrem Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Mick fragte ihn ob er denn noch auf einen Drink zu ihnen mitkommen würde, doch Guillermo verneinte: "Ich will doch das junge Glück nicht stören", dabei zwinkerte er ihnen beiden mehr als spitzbübisch zu. Mick und Beth grinsten breit "Na wenn das so ist" meinte Beth frech, "dann steht ja einer heissen Hochzeitsnacht nichts im Wege, oder?" und ihr Blick den sie Mick zuwarf ließ ihn heiße Schauer über seinen Rücken jagen.

Guillermo verabschiedete sich von beiden und Mick und Beth fuhren nach Hause. Dort angekommen, stieg Beth aus dem Wagen und wurde sogleich von Mick hochgehoben und über die Schwelle getragen. "Ich liebe dich Mick St. John" sagte sie überglücklich und schmiegte sich fest an Mick. Dieser küsste sie innig "Ich liebe dich auch Beth St. John" und sah sie dabei seelig an. Beth St. John, nie hätte er gedacht dass tatsächlich ein Mensch seinen Namen tragen würde, es war für ihn ein völlig überwältigendes Gefühl.

Mick trug Beth ins Schlafzimmer und setzte sie sanft aufs Bett. Beth sah Mick zärtlich an, doch plötzlich veränderte sich ihr Blick. In ihrem Kopf schien sich alles zu drehen, sie hatte das Gefühl als würde sie fallen. "Alles in Ordnung mein Liebling?" Mick war ihre Veränderung natürlich nicht entgangen. "Ich weiss nicht, alles dreht sich plötzlich, alles ist so.... wooooow " entfuhr es ihr. Auf einmal nahm sie an Mick soviele verschiedene Gerüche und Empfindungen wahr. Es war so als könnte sie seine Gedanken lesen, sein Duft stieg ihr unaufhörlich in die Nase und vernebelte ihre Sinne. Mick lächelte schief, "Das kommt von meinem Blut das du getrunken hast, es wird einige Tage dauern bis diese Wirkung nachlässt. Du wirst Dinge verstärkt wahrnehmen und manches intensiver fühlen".

Beth sah Mick plötzlich spitzbübisch an "Achja? Intensiver fühlen? Na dann bin ich ja schon mal auf die folgenden Stunden gespannt, ich hoffe du hast nicht vor dich vor deinen ehelichen Pflichten zu drücken". Dabei zog sie ihn zu sich und gemeinsam ließen sie sich in die Kissen fallen.

Die restliche Hochzeitsnacht wünscht eurer Fantasie viel Spass. Wink


Kapitel 17 - Dr. Johansson

Seit 2 Tagen waren Mick und Beth nun offiziell Mann und Frau. Die Wirkung die Mick´s Blut in Beth´s Körper auslöste war für Beth unglaublich, ließ aber zu ihrem Leidwesen bereits ziemlich nach. "Da könnte ich mich doch glatt dran gewöhnen" hatte sie Mick erklärt, doch dieser grinste sie nur schief an. Beth war durch ihre verschärften Sinne seit der Hochzeit unersättlich geworden und das in jeglicher Hinsicht, aber er genoss jede Minute mit ihr. Beide waren einfach nur seelig endlich ein gemeinsames, glückliches und fast normales Eheleben führen zu können normal, meine Güte das Wort klang für ihn immer noch seltsam

Es war 17 Uhr als Beth´s Wecker klingelte, brummig schaltete sie ihn ab und ließ ihren Kopf wieder ins Kissen sinken. Zärtlich strich sie über den kräftigen Arm, welcher um sie geschlungen war, fuhr über die Hand welche auf ihrer Brust ruhte, wieder den Arm zurück, die Seite entlang hinunter zum Po und dann dem muskulösen Bein entlang, welches ebenfalls von hinten um sie geschlungen lag. Ein sanftes Brummen ertönte hinter ihrem Ohr "Musst du wirklich schon wieder arbeiten?" fragte Mick und zog sie sogleich ganz dicht an seinen nackten Körper. Beth seufzte genüsslich, doch sie wusste es gab kein Entrinnen, sie musste zur Arbeit. "Ja leider, dieser Dr. Johansson fängt ja heute bei uns an, meine Güte der Typ ist mir jetzt schon sowas von unsympatisch." antwortete Beth und musste sogleich kräftig schlucken, als sie plötzlich etwas ihr nur allzu gut bekanntes zwischen ihren Beinen spürte. "Mick das ist unfair" seufzte sie gequält. "Du sagst es mein Schatz", hauchte er verführerisch in ihr Ohr und begann zu grinsen.

30 Minuten später stand Beth unter der Dusche und verfluchte diesen Dr. Johansson. Wie gerne hätte sie die nächsten Stunden noch mit Mick genossen, aber nein, sie mussten sich mit einem Quickie begnügen, obwohl, der hatte auch irgendwie was, bei dem Gedanken musste Beth unwillkürlich grinsen.

Gegen 18.30 Uhr betrat Beth das Krankenhaus. Ihr Chef stand mit einigen Kollegen(innen) vor dem Anmeldeschalter als er Beth erblickte. "Aaaahhh da ist sie ja unsere Beth". Dr Johansson´s Blick wanderte zum Eingangsbereich. Er musterte Beth von oben bis unten während sie auf die Gruppe zusteuerte. Irgendetwas irritierte ihn an dieser Frau. "Sie ist schön, sehr schön sogar... aber" dann wurde er mit den Worten "Dr. Johansson, darf ich ihnen Dr. Beth Turner vorstellen, sie wird ihnen später ihren Aufgabenbereich zeigen" aus seinen Gedanken gerissen. Beth hatte die Gruppe erreicht, knallte ihrem Chef ein Schriftstück vor die Brust und begrüsste Dr. Johansson "Dr. Beth St. John, Turner war mein Mädchenname.... bis vorgestern". Beth´s Begrüssung war relativ kühl für ihr sonst so sonniges und herzliches Wesen.

Dr. Johansson nickte und betrachtete Beth weiter genau. "Wie? Haben sie etwa geheiratet Beth?" kam es nun von ihrem Chef. "Ja wie sie ja aus der Heiratsurkunde erkennen können." Er sollte ruhig spüren dass sie wegen des abgelehnten Urlaubs sauer war. "Aber Beth das hätten sie mir doch sagen müssen, dann hätten wir auch bestimmt eine Lösung wegen ihres Urlaubsansuchens gefunden" es war ihm sichtlich unangenehm dass er Beth um ihre Flitterwochen gebracht hatte indem er ihren Urlaub nicht genehmigte. "Ausserdem wären sicherlich einige der Kollegen(innen) gerne dabei gewesen um sich mit ihnen zu freuen" fuhr er fort.

Beth sah ihn nur ganz kurz an, irgendwie irritierte sie dieser Dr. Johansson "Genau das wollte ich aber nicht, es war eine Hochzeit nur im engsten Familienkreis" konterte sie. wie wahr, es war wirklich im kleinsten FAMILIENkreis, wenn du wüsstest, ein schiefes Lächeln lag auf ihren Lippen. Mit einem "Willkommen in unserer Familie und auf eine gute Zusammenarbeit" wandte sie sich wieder Dr. Johansson zu und reichte diesem die Hand. Doch plötzlich erstarrte ihr Lächeln. Kälte, eisige Kälte, seine Hand war wie die eines Toten, oder besser gesagt die eines Untoten. Die folgende Bewegung und eine Geste von Dr. Johansson ließen sie für einen kurzen Augenblick den Atem anhalten. Von den anderen völlig unbemerkt legte Dr. Johansson für einen Bruchteil einer Sekunde seinen Kopf nur ein klein wenig schräg und seine Nasenflügel weiteten sich. Wie gut Beth diese Geste doch von Mick kannte, wenn er irgendeinen Geruch wahrnahm und diesen einordnen wollte. "Danke, ebenfalls willkommen in der Familie" flüsterte Dr. Johansson für die anderen nicht hörbar zu Beth.

[Dr. Johansson]

Vampir.... ich konnte eindeutig einen Vampir an... nein in ihr riechen. Es war ein ganz besonderer Duft. Ein Duft der nur dann entstand wenn ein Mensch Vampirblut trinkt und das kam nicht wirklich oft vor. Ich stutzte kurz, sie hatte also Vampirblut getrunken und sie hat vor 2 Tagen geheiratet. Dann stimmte das Gerücht also tatsächlich dass einer aus unserer Gemeinschaft, ein Vampir mit einem Menschen den Bund fürs Lebens eingegangen war. Sie war für den Rest ihres Lebens mit dem Duft ihres Angetrauten markiert, trug das Zeichen dass sie sein Besitz und somit für alle anderen unserer Art tabu war. Schade, sie wäre genau nach meinem Geschmack gewesen.

[Beth]

Vampir.... definitiv ein Vampir. Das hat mir gerade noch gefehlt. Es gefällt mir nicht wie er mich ansieht. Okay keine Panik Beth, du hast von Mick´s Blut getrunken, du giltst somit als unantastbar für die anderen Vampire... tja sofern sie sich an die Regeln hielten. Erstmal abwarten, Guillermo kommt in einer Woche aus seinem Urlaub zurück, mit ihm werde ich über Dr. Johansson reden. Mick sollte im Moment nichts von ihm wissen, ich will nicht dass er sich gleich wieder Sorgen oder gar Vorwürfe macht, dass er mich warum auch immer in Gefahr bringen könnte. Ja genauso werde ich es machen, beobachten und abwarten und dann erstmal mit Guillermo darüber reden.

Beth schluckte und nickte kurz "Gut also dann werde ich ihnen ihren neuen Arbeitsbereich zeigen" sagte sie rasch zu Dr Johansson um die etwas unangenehme Situation zu beenden. Dieser nickte zustimmend und dann gingen beide Richtung Lift um zu Beth´s Stationsbereich zu fahren. Die Führung durch die Station samt dazugehörigen Erklärungen verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle. Dr. Johansson hörte Beth interessiert zu und am Ende bedankte er sich höflich bei ihr für die Führung, danach ging jeder an seine Arbeit.

Die nächsten Tage verliefen ohne jegliche Besonderheiten, der Betrieb war mal hektisch, mal war es wieder ruhiger. Beth und Dr. Johansson arbeiteten, wenn es erforderlich war, wie ein eingespieltes Team zusammen, jedoch sprach keiner der beiden jemals ein gewisses Thema an. Beth war froh dass Guillermo heute Abend seinen Dienst wieder antreten würde, sie hatte Nachtdienst und wollte während ihrer Pause bei ihm vorbei sehen und mit ihm reden. Vielleicht kannte er ja diesen Dr. Johansson sogar.

Es war 7 Uhr morgens als Beth völlig erledigt von ihrer Nachtschicht nach Hause kam. Mick hatte ihr ein köstliches Frühstück zubereitet und wartete schon sehnsüchtig auf sie. "Guten Morgen mein Liebling", mit einem zärtlichen Kuss begrüsste er sie und ging mit ihr Richtung Küche. "Guten Morgen mein Schatz, oder besser gesagt gute Nacht", Beth zwinkerte Mick lächelnd an. "Ich nehm mal an wir werden gleich ins Bett abdüsen" Mick sah Beth spitzbübisch an "Ach ja?". Beth verdrehte gespielt die Augen "Natürlich nur um zu schlafen, versteht sich". Nachdem sie gut gefrühstückt hatte räumte Mick noch die Küche auf, während Beth ins Bad verschwand.

Kurze Zeit darauf lag sie auch schon eng an Mick gekuschelt im Bett. Seine Arme sanft und beschützend um sie geschlungen entschwanden sie beide relativ rasch ins Land der süssen Träume. Gegen 17 Uhr wurde Beth wieder von ihrem nervtötenden Wecker aus dem Schlaf gerissen. Vorsichtig versuchte sie sich aus Mick´s Umarmung zu lösen, was sich als gar nicht mal so einfach heraus stellte. Irgendwie waren seine Beine mit ihren beinahe zu einem Knoten verschlungen und seine Arme bedeckten fast ihren ganzen Oberkörper. Bei einem schnellen Blick hätte man fast annehmen können dass hier zwei Körper zu einem verschmolzen waren. Irgendwie schaffte Beth es dann doch ohne Mick zu wecken aus dem Bett zu kommen und sich auf den Weg zur Arbeit zu machen.

Beth parkte ihren Wagen auf dem Krankenhausparkplatz. Da der Hintereingang, welcher vom Parkplatz aus erreichbar war, zur Zeit einer Baustelle glich, ging sie nach vor Richtung Strasse um das Krankenhaus durch den Vordereingang zu betreten. Als sie auf die Glastüre zusteuerte konnte sie im Inneren bereits Guillermo ausmachen, der mit dem Rücken zu ihr am Anmeldeschalter stand und sich mit Schwester Rose unterhielt.

Kurz bevor Beth den Eingang erreichte passierte es, ein LKW steuerte plötzlich völlig unkontrolliert auf den Gehsteig vor dem Krankenhaus zu. Wie sich später herausstellen sollte, hatte der Fahrer einen Herzinfarkt erlitten und somit die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Beth hörte noch einen mächtigen Knall, als der LKW gegen den Lichtmasten prallte, drehte sich um und genau in diesem Moment wurde sie von dem LKW erfasst und in hohem Bogen durch die Luft geschleudert. Die Wucht des Aufpralles katapultierte sie geradewegs gegen die Glastüre des Krankenhauses, welche dadurch zerbarste. Blutüberströmt lag Beth mitten im Eingangsbereich des Krankenhauses.

Durch den Lärm aufmerksam geworden drehte sich Guillermo ruckartig zur Türe um und sah entsetzt wie Beth gerade durch die Glastüre geschleudert wurde. Er hatte nicht die geringste Chance zu reagieren, selbst seine vampirischen Fähigkeiten hatten ihm die Chance nicht gegeben, es war einfach alles viel zu schnell geschehen. Ein Schrei ging durch die Eingangshalle und sofort kamen alle möglichen Leute angelaufen. Guillermo war als erster bei Beth. "Einen Arzt, schnell wir brauchen einen Arzt und Beth´s Krankenakte... schnell, los das muss schneller gehen". schrie er panisch. Vorsichtig legte er seine Hand auf Beth´s Gesicht "Hey ich bin bei dir, alles wird gut Beth, hörst du". Beth´s Augen waren geschlossen, sie fühlte plötzlich nichts mehr, keinen Schmerz, nichts. Sie hörte Stimmn die wirr durcheinander schrien und dann hörte und spürte sie Guillermo. "Mick, hol Mick" waren ihre letzten Worte bevor sie von der Ohnmacht umarmt wurde.

Kapitel 18 - Ewige Liebe

Zur gleichen Zeit bei Mick zu Hause....

Mick befand sich noch immer im Land der süssen Vampirträume, ruhig und entspannt lag er auf seiner eisgekühlten Wasserbettmatratze und hatte angesichts eines bestimmten Körperteiles einen offensichtlich äusserst anregenden Traum. Doch innerhalb des Bruchteiles einer Sekunde schoss sein Oberkörper kerzengerade in die Höhe. Seine Augen waren weit aufgerissen und er meinte ersticken zu müssen. Ein fürchterlicher Schmerz raste durch seinen gesamten Körper und er hatte das Gefühl als würde jedes einzelne Organ in ihm zerplatzen. "Beth" sein Schrei hallte durch das ganze Zimmer. Panisch sah er sich um, Beth war weg, er sah auf die Uhr 18.30 Uhr. Er war schweissgebadet und plötzlich setzte ein fürchterliches Zittern ein, welches seinen gesamten Körper zum Beben brachte. Mit einem Satz sprang er aus dem Bett und zog seine Klamotten über, griff nach dem Autoschlüssel und raste zur Türe raus Irgendetwas schreckliches ist passiert, bitte Allmächtiger lass mich nicht zu spät kommen waren seine Gedanken als er zum Auto lief.

Schwester Rose sah in Beth´s Krankenakte und zog die Augenbraue hoch als sie den unübersehbar in grossen roten Buchstaben stehenden Vermerk darin las. Sie griff zum Telefon und wählte ... "Ähm entschuldigen sie die Störung Dr. Johansson, hier spricht Schwester Rose, ich weiss sie haben Pause aber..." plötzlich wurde sie von einem mürrischen "und warum stören sie mich dann?" unterbrochen. "Wir haben hier einen Notfall in der Eingangshalle" fuhr sie fort und wurde wieder unterbrochen. "Na es wird doch da unten noch andere Ärzte geben die Dienstbereitschaft haben oder?" langsam wurde Dr. Johansson wirklich ungehalten, immerhin nütze er seine Pause gerade um zu "essen". Schwester Rose räusperte sich "schon aber es geht um Dr. St. John, sie hatte einen Unfall und in.... " tüüüüüüüüüüüüüüüt war plötzlich alles was sie noch hörte. "Der arrogante Arsch wird doch nicht tatsächlich einfach aufgelegt haben?" murmelte sie in sich hinein. Sie schüttelte den Kopf und wollte gerade mit Beth´s Krankenakte zu Dr. Millers gehen, der sich bereits um Beth kümmerte und sie in einen OP schieben lassen wollte, als plötzlich Dr. Johansson aus dem Nichts auftauchte und ihr im Vorbeirauschen Beth´s Akte aus der Hand riss.

Guillermo sah entsetzt auf Beth, die blutüberströmt auf dem Eingangshallenboden lag und sich nicht mehr rührte. Ihr Kopf lag in seinem Schoss, zärtlich schreichelte er über ihr Gesicht, während er mit der anderen Hand nach seinem Handy griff und Mick´s Nummer wählte. Es hatte nicht mal geläutet als er abhob. "Mick", Guillermos Stimme klang panisch. " Wo ist sie? Was ist passiert?" schrie Mick regelrecht in das Telefon. "Es gab einen Unfall, ein LKW hat sie angefahren, sie ist hier im Krankenhaus, Mick beeil dich, es sieht nicht gut aus, ich weiss nicht wie lange sie noch durchhält.... soll ich?.... " NEIN" Mick´s Stimme klang hart und bestimmt, "Ich bin in 5 Minuten da".

"Bringen sie Beth in OP 3, komplettes Röntgen, CT und Blutuntersuchung, bereiten sie alles für ein Not-OP vor, wir dürfen keine Zeit verlieren" Dr. Millers wollte gerade nach Rose und der erforderlichen Krankenakte rufen, als Dr. Johansson auf ihn zustürmte. "Ich übernehme, Kollege". "Was?, irritiert sah Dr. Millers ihn an. "Ich bin ihr behandelnder Arzt, in ihrer Krankenakte hat sie vermerkt dass sie ausschliesslich durch mich behandelt werden möchte auch im Notfall", dabei hielt er ihm Beth´s Akte mit dem Eintrag unter die Nase und Dr. Millers trat zur Seite. Als er sich zu Beth beugte, schoss Guillermo´s Kopf in seine Richtung, seine Augen blitzten plötzlich und instinktiv beugte er sich beschützend über Beth während ihm ein leises Knurren entrann.

Grundgütige Scheisse, noch ein Vampir, wo bin ich denn da reingeraten? Ist das das Krankenhaus der Vampire? waren Dr. Johanssons Gedanken. Die Art und Weise wie sich Guillermo verhielt ließ ihn darauf schliessen dass er und Beth sich nahe standen. Dass er allerdings nicht ihr Ehemann war, das konnte er am Geruch erkennen. Dass er Beth allerdings auch nicht ohne Beisein das anderen Vampires behandeln können würde war im auch klar, also sah er Guillermo an und gab folgende Anweisung "Wir beide bringen Dr. St. John in OP 3 und werden sie erstmal gründlich durchchecken welche Verletzungen genau sie hat" dann wandte er sich zum restlichen Personal. "Danke sie benötigen wir hierzu nichtmehr, sie können wieder an ihre Arbeit gehe. Schwester Rose, wenn Dr. St. John´s Mann kommt, bringen sie ihn bitte direkt zu uns", damit gab er Guillermo einen Wink dass dieser Beth in den OP bringen soll und setzte sich in Bewegung. Schwester Rose stand mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht in der Halle in den OP? Naja wenn er meint, er ist der Arzt

Im OP Saal angekommen begann Dr. Johansson die Untersuchungen, obwohl er wusste dass er sich diese hätte schenken können, er konnte es genauso wie Guillermo fühlen, hören und riechen, dass Beth´s Verletzungen so schwer waren, dass hier auch die Medizin keine Wunder mehr vollbringen konnte, trotzdem wollte er sich einen genauen Überblick verschaffen. Als sie die Untersuchungsbilder ansahen stutzten sie beide. Es gab in Beth´s Körper kein einziges Organ welches nicht gerissen war, selbst ihr Herz wies einen mächtigen Riss auf. Normalerweise wären Menschen bei solch einer derartigen Verletzung sofort tot, da sie innerlich verbluteten. Doch was sie noch sahen ließ ihren ohnehin unnützen Atem stocken. Eine zähe dunkle Flüssigkeit legte sich wie Panzer um jedes einzelne verletzte Organ, verhinderte somit dass sich die Blutung ausweiten konnte, hielt quasi die Risse zusammen. "So etwas hab ich noch nie in meinem Leben gesehen" staunte Dr. Johansson, "sieht aus wie Blut und riecht auch wie Blut, wie Vampirblut" der Geruch der sich stätig in ihrem Körper ausbreitete war unverkennbar Vampirblut und Guillermo atmete tief durch "es ist das Blut ihres Mannes, dass sie bei der Hochzeit getrunken hat, den Geruch würde ich immer und überall wieder erkennen". Trotzdem wussten beide dass dies keine Lösung für Beth´s Problem war, denn heilen konnte sie auch Mick´s Blut nicht, nur ihren bevorstehenden Tod ein wenig hinauszögern.

Mick schoss auf die Eingangstüre, naja zumindest dem was davon übrig war, zu. Tief sog er die Luft ein und hatte das Gefühl ohnmächtig werden zu müssen. Überall roch er Beth´s Blut, vor seinem geistigen Auge sah er den Ablauf des Unfalles und sah wie Beth in der Eingangshalle zum liegen kam. Er lief weiter zum Anmeldeschalter "Dr. St. John, wo...." Schwester Rose deutete mit der Hand in die Richtung und sage "OP 3". Mehr hörte Mick nicht mehr denn er stand bereits vor dem OP Raum, atmete tief durch und drückte die Klinke runter.

Als er Beth über und über mit Blut verschmiert auf dem Tisch liegen sah, begann sein Körper neuerlich zu zittern. Plötzlich nahm er einen fremden Vampirgeruch war und sofort blitzten seine Augen auf und ein lautes Knurren drang aus seiner Kehle. Dr. Johansson schluckte erstmal kräftig na den möchte ich auch nicht Nachts begegnen, meine Güte.. "Mr. St. John nehme ich an?" dabei versuchte er so ruhig wie möglich zu bleiben, mit einem ausser sich geratenen Vampir, dessen Frau gerade im Sterben lag, war definitiv nicht gut Kirschen essen, "Ich bin Dr. Johansson, ihre Frau wollte ausschliesslich von mir behandelt werden, egal worum es sich handelt, wir wissen ja warum. Sie kam vor ein paar Tagen zu mir und fragte mich ob ich damit einverstanden wäre, wenn sie mich als ihren behandelnden Arzt in ihren Unterlagen angibt."

Mick sah zu Guillermo und als dieser nickte drehte er seinen Kopf wieder Dr. Johansson zu. "Wie sieht es aus, warum operieren sie sie nicht?.... Dr. Johansson holte erstmal tief Luft und zeigte Mick dann die Aufnahmen. "Wie sie sehen können, sind alle und zwar wirklich alle inneren Organe ihrer Frau massivst beschädigt worden. Da kann die menschliche Medizin leider nichts mehr ausrichten. Unter normalen Umständen müsste ihre Frau innerlich schon längst verblutet sein. Hier sehen sie allerdings überall auf den verletzten Stellen eine Art Schutzschild, welches sich um die Verletzungen gelegt hat um vorläufig ein Verbluten zu verhindern. Ich gehe mal stark davon aus dass es sich hierbei um ihr Blut handelt, welches eine Art Schutzfunktion übernommen hat. Leider kann es ihre Frau nicht heilen. Dieser Schutz wird auch nicht dauerhaft sein. Ich befürchte dass ihr maximal noch eine Stunde bleibt... eine Stunde in der SIE eine Entscheidung treffen müssen."

Entsetzt sah Mick Dr. Johansson an, als dessen Worte über ihn hereinprasselten. Kurz sah er zu Guillermo der den Worten des Arztes nickend zustimmte. "Mick, du musst sie verwandeln, das ist die einzige Chance für sie, das weisst du" flüsterte Guillermo fast schon. Er wusste wie empfindlich Mick bei dem Thema immer schon war. Mick stand mittlerweilen neben Beth und hielt ihre Hand fest in seinen Händen. Er atmete tief durch "ich weiss nicht ob ich das kann, ich weiss nicht ob es richtig ist, ob sie es wirklich wollte, wir haben nie wirklich detailiert darüber gesprochen", kam es leise über seine Lippen er hatte das Thema immer versucht zu vermeiden, jetzt hasste er sich dafür, hasste sich dafür für sie eine Entscheidung treffen zu müssen, von der er nicht wusste ob sie es tatsächlich wollte.

"Mick.... Beth liebt dich" es war Guillermo der nun vorsichtig auf Mick einredete. "Du weisst das sie dich über alles liebt und ich bin davon überzeugt dass sie es gewollt hätte, sie hätte ohne zu Zögern zugestimmt." Mick schüttelte immer noch, nicht wirklich schlüssig was er nun tun sollte den Kopf. "Mr. St. John, ich denke nicht dass wenn ihre Frau nicht dazu bereit gewesen wäre, sie ausgerechnet mich als ihren behandelnden Arzt gewählt hätte. Sie wissen was ich bin und meine medizinischen Fachkenntnisse sind sicherlich mit denen jedes anderen menschlichen Arztes vergleichbar, aber das war sicherlich nicht der Grund für ihre Wahl, sondern wohl eher die Tatsache dass man es einem Arzt wohl schwerlich erklären kann, wenn ein mehr oder weniger schon Toter plötzlich wieder aufsteht und lächelnd durch die Gegend spaziert oder?" Dr. Johansson sah Mick abwartend an.


"Ich möchte mit Beth alleine sein, bitte", Mick´s Stimme war kratzig, er hatte das Gefühl die Wüste Gobi hätte sich in seiner Mundhöhle breit gemacht. "Wir warten draussen, es wird sie hier niemand stören" damit verließ Dr. Johansson den OP Raum und setzte sich in den Vorraum, ganz rausgehen konnte er ja schlecht, denn offiziell operierte er ja Beth gerade. Guillermo trat an Mick heran und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Sie liebt dich Mann, sie hätte es so gewollt und du schaffst das" dann nahm er draussen neben Dr. Johansson Platz.

Mick setzte sich auf die Tischkante und nahm seine Beth zärtlich in den Arm. Vorsichtig strich er ihr eine blutige Haarsträhne aus dem Gesicht und küsste sie liebvoll auf die Stirn. "Oh mein Gott, warum, warum Beth?" Tränen stiegen in ihm auf und tropften leise über seine Wangen. Verzweifelt wiegte er sich mit Beth im Arm hin und her, er wollte, er konnte diese Entscheidung nicht treffen, er konnte sie nicht so einfach zu einem Monster machen, zu einem dass auch er war. und da waren sie wieder, seine Selbstzweifel, sein Selbsthass auf das was er war... "perfekter Zeitpunkt für diese Erkenntnis"

Beth´s Ohnmacht hielt immer noch an, zumindest äusserlich, doch innerlich tobte ein Kampf in ihr.

[Beth]

Meine Güte wo bin ich? Auf einem Schiff? Alles schwankt hin und her, boah ich glaub ich muss gleich kotzen. Mein Innenleben fühlt sich so seltsam an, einerseits hab ich das Gefühl als würde alles in mir zerplatzen und mir der ganze Saft auslaufen, andereseits spüre ich ein vertrautes Kribbeln überall in mir. Mick, ich kann ihn überall fühlen, ihn riechen, ihn sogar schmecken. Als wäre er überall, in mir, auf mir, neben mir, einfach überall. Aber ich bin so müde, ich möchte einfach nur schlafen, kann denn bitte jemand dieses Schaukeln abstellen, mir dreht sich schon alles. Doch was ist das, ich höre jemanden weinen, bitterlich weinen, ich kann die Worte kaum verstehen.....

"Oh mein Gott, warum, warum Beth?" ... das ist eindeutig Mick´s Stimme, was?... und plötzlich da waren sie, die Bilder direkt vor meinem inneren Auge. Der LKW der mich rammte, ich lag in der Eingangshalle des Krankenhauses, Guillermo mit entsetzten Augen über mir und alles tat so weh... oh mein Gott.... bin ich tot? Nass.... irgendetwas Nasses tropft auf mein Gesicht, ich kann es riechen, es sind Tränen, Mick´s Tränen, und nun kann ich ihn deutlich hören

"Sag mir was ich machen soll, ich weiss nicht ob ich die richtige Entscheidung treffe, was wenn sie es gar nicht will, sie wird mich ewig dafür hassen, so wie ich mich dafür hasse was ich bin."

Oh nein, scheinbar hat es mich schlimm erwischt und er muss sich entscheiden entweder mich zu verwandeln oder mich sterben zu lassen. Ich kann nicht sprechen, ich kann ihm nicht sagen dass er es tun soll, dass er mich verwandeln soll, dass ich ihn nicht verlassen, ihn nicht verlieren möchte und ihn auch niemals hassen könnte. Heiliger Herr im Himmel oder wer auch immer da oben auf Wolke 7 sitzen möge, von mir aus auch der Teufel in der Hölle, egal wer, bitte gebt mir eine Möglichkeit Mick mitzuteilen dass er nicht zweifeln soll, dass er tun soll was getan werden muss unserer Liebe wegen.

[Mick]

Ich hab sie doch gerade erst gefunden, wir waren doch so glücklich, warum? warum? Was wenn ich die falsche Entscheidung treffe, was wenn sie mich dafür hasst, wenn sie mich dann trotzdem verlässt, ich könnte nicht damit leben, es würde mich umbringen, genauso wie es mich umbringen würde sie sterben zu lassen und sie dadurch zu verlieren. Was wenn die Verwandlung schief geht, dann habe ich sie getötet, auch damit könnte ich nicht leben. Grundgütiger lass mich die richtige Entscheidung treffen.

Mick sass immer noch mit Beth im Arm hin und her wiegen da, seine Augen waren geschlossen und die Tränen liefen über sein Gesicht. Plötzlich blitzten heisse und kalte Schauer durch seinen ganzen Körper, irgendetwas rebellierte in seinem Inneren, irgendetwas brachte sein Blut in einem Moment zum Kochen und im andreren Moment zum Gefrieren. Dann waren sie da, wie aus dem Nichts, die Bilder von ihrer Hochzeit. Beth in ihrem traumhaften Kleid, sie stand direkt vor ihm, sah ihm voller Liebe, voller Zärtlichkeit und voller Vertrauen in die Augen und dann plötzlich hörte er ihre Worte

"Ich liebe dich Mick St. John, ich liebe dich für immer und ewig, vergiss das nie".....immer und ewig... immer und ewig... vergiss das nie... vergiss das nie.... Diese Worte hallten ihn seinem Kopf immer und immer wieder und plötzlich wusste er was er zu tun hatte.

Vorsichtig legte er Beth auf den Tisch zurück und drehte ihren Kopf zur Seite, noch einmal atmete er tief durch und dann stiessen seine Fänge in ihren Hals, durchbohrten ihr zartes Fleisch und er begann zu saugen, genau darauf bedacht, wann er aufhören müsste. Beth hatte durch den Unfall schon viel Blut verloren, wodurch er nicht allzuviel aus ihr saugen musste. Ihr Herzschlag war kaum mehr hörbar, das war der Moment wo er seinen Mund von ihrem Hals löste. Danach machte er seinen linken Unterarm frei und biss kräftig zu, sodass sein Blut zu fliessen begann. Schnell legte er die blutende Wunde an Beth´s Mund und ließ sein Blut zwischen ihre leicht geöffneten Lippen tropfen.

"Beth du musst schlucken, bitte schluck, bitte" er begann zu zittern, weil sich nichts tat, doch dann .... da... Beth´s Zungenspitze bewegte sich langsam zwischen die geöffneten Lippen und nahm die Blutstropfen auf, einmal, zweimal, dreimal, danach griff sie automatisch nach seinem Unterarm hielt sich an diesem fest und presste ihre Lippen gegen die offene Wunde. Sie konnte sein Blut schmecken, konnte ihn schmecken und er schmeckte köstlich, sie trank, endlich... sie trank, ein Schluck, zwei... doch plötzlich stoppte sie und sah ihn mit einem seltsamen Blick an.

"Du musst mehr trinken Beth, mehr, das war nicht genug" verzweifelt versuchte Mick seinen Unterarm wieder an ihre Lippen zu führen, doch Beth stieß ihn weg. Ihre Augen fixierten etwas an ihm, und noch ehe Mick klar war, was genau sie da fixierte schlangen sich ihre Hände um seinen Nacken und zogen ihn zu sich hinunter. Automatisch drehte Mick seinen Kopf zu Seite und nun war ihm auch klar was Beth wollte, sie wollte von seinem Hals trinken..... aber, es konnte nicht klappen, sie hatte noch keine Fänge und mit ihren Zähnen.... "Auuuutsch" darauf folgte ein Zischen und dann ein tiefer Seufzer von Mick. Beth hatte ihn tatsächlich in den Hals gebissen, nicht gerade sehr schmerzfrei, aber als sie zu saugen begann, breitete sich ein angenehmes Gefühl über seinen gesamten Körper aus, ojaaaa... daran würde er sich auf alle Fälle gewöhnen können, und wie

Nach einigen kräftigen Zügen ließ Beth von Mick´s Hals wieder ab und ihr Körper sank zurück auf den Tisch. Ihre Augen waren geschlossen. Mick hielt den Atem an und starrte auf ihr Gesicht. Er konnte nichts weiter tun als abwarten und hoffen, hoffen dass alles gut gegangen war, dass sie keinen Schaden genommen hatte. Nach einigen Sekunden die ihn wie Stunden vorkamen öffnete Beth ihre Augen und sah in ein angespanntes Gesicht. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, ihre Augen hatten ein unglaubliches Farbspiel aus hellem Eisblau und glänzenden Diamanten. "Scheisse schmeckst du verdammt gut", kam es krächzend aus ihrem Mund.

Mick sah sie erst ungläubig an, dann prustete er "das ist meine Beth, dem Tod gerade von der Schippe gesprungen und schon nen flotten Spruch auf den Lippen" Beide lachten und dann zog Mick seine Beth ganz eng an sich. "Du bist wunderschön und ich liebe dich, ich liebe dich auf ewig." ... "ich liebe dich auch auf ewig, danke dass du es nicht vergessen hast" dann versanken sie in einen unendlich langen Kuss und beide wussten dies war der Anfang von einer gemeinsamen Ewigkeit. Zwei Hälften die zu einem Ganzen wurden für immer und ewig.





Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von dianajones, 06.12.2011 um 16:30 (UTC):
Ich bin ja so froh darüber,das es noch andere (verrückte) Leute gibt, die wie ich schon seit Jahren in einer Traumwelt sich schreiben. Ich schreibe seit meinen 16. Lebensjahr erfundene Lovestory´s. Meine Bekannten und Verwandten sind immer wieder begeistert. Ich bin auch sehr überwältigt, was hier zusammen geschrieben wurde.Weiter so totale Klasse!!! Ich bin ein neuer Fan der Abteilung Fanfiction.



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